SCHEIN UND SEIN HUMOR ÜBERLEBT: „SEIN ODER NICHTSEIN“ IM ALTONAER THEATER

Das Theaterensemble des Polski Theaters in Warschau probt ein Stück gegen das Hitlerregime, das am nächsten Tag seine Premiere hat. Während der Proben bekommen sie Besuch vom Zensurbeauftragten der polnischen Regierung. Aus Scheu vor einem Konflikt beschließt die Regierungsbehörde, das kritische Stück herabzusetzen. Die Schauspielertruppe und ihr Intendant sind entsetzt. Was tun? Joseph Tura, der selbstgefällige alternde Schauspieler schlägt als Ersatz seine Paraderolle Hamlet vor. Während der Aufführung stellt er entsetzt fest, dass ein junger Zuschauer seinen Platz verlässt und in die Garderobe verschwindet. Ein faux-pas während Turas Monolog Sein oder Nichtsein und eine Hybris gegen die Theaterkunst! Der sich die Schauspielergröße Turas so ungebührlich ignorierende ist Fliegerlieutenant Stanislaw Sobinski, der ein tête-a-tête mit Maria Tura, der langjährigen Ehefrau Joseph Turas hat. Maria ist geschmeichelt von der Verehrung des jüngeren Mannes und lässt sich auf eine Affäre mit Stanislaw ein.

Während einer Aufführung wird bekanntgegeben, dass deutsche Truppen in Polen einmarschiert sind. Der junge Lieutenant verabschiedet sich schweren Herzens von Maria und zieht in den Krieg. Er kehrt im inzwischen besetzten Polen zurück in geheimer Mission, um einen deutschen Spion aufzuhalten, welcher dem Gestapochef Ehrhardt eine Liste mit Namen von Widerstandskämpfern aushändigen will. Trotz der persönlichen Streitereien und Eifersuchtsszenen ist sich die Schauspielertruppe einig, dass sie dem jungen Offizier in seinem Unterfangen unterstützen wird. Sie verkleiden sich als Nazis und lassen sich in die Höhle des Löwen einschleusen. Aus der Lust am Spiel und einem auf der Bühne theoretisch gelebten politischen Auftritt wird eine lebensgefährliche Maskerade.

Buecher-Logbuch-Interpretation

Der Krieg bricht aus und Angst liegt in der Luft; dem Theaterensemble wird die Freiheit verweigert, das selbst gewählte Stück zu spielen. Ihre Melancholie und Ruhelosigkeit beenden sie mit der ihnen eigenen Art, nicht ewig alles ernst zu nehmen und trotz widriger Umstände positiv zu bleiben; sie geben ihren filmreifen Auftritt als die ihnen zutiefst verhassten Besatzer.

In diesem Schauspiel toben die Gegensätze; Todesangst gegen Wagemut, Machtinhaber mit eingeschränktem Intellekt gegen Unterdrückte mit Improvisationsgenie, Verwechslung gegen Realität, bitterer Ernst gegen Heiterkeit und Hoffnung.

Melchior Lengyel schrieb für seinen Freund Ernst Lubitsch den Text „Noch ist Polen nicht verloren“, den Lubitsch 1942 mit dem Titel Sein oder Nichtsein – To Be or Not to Be – verfilmte.

In mehreren Städten Deutschlands wurden Bühnenfassungen nach dem Lubitsch-Film gezeigt, unter anderem auch in Hamburg.

Die eigene, hier die deutsche Geschichte, durch fremde Augen, hier die Augen der polnischen Theatertruppe zu betrachten und zu belächeln ist meines Erachtens nach mehr als einem halben Jahrhundert der Weg, sich mit ihr auseinanderzusetzen und zu akzeptieren.

Selbstkritischer Humor ist ein Weg zur Heilung, Verballhornung der Gewalt und Überlebensstrategie.

Der rote Faden ist, mit Augenzwinkern und Zielstrebigkeit der einziehenden Gewalt die Stirn zu bieten, ohne einen direkten Angriff zu riskieren.

Sein oder Nichtsein.

To be or not to Be.buecher-logbuchde

Buchempfehlungen

Αγγελοπουλος, Ο θιασος

Αγγελοπουλος, Landschaft im Nebel.

BROT UND SPIELE.
LIEBE IST MEHR ALS EIN WORT.
PANEM ET CIRCENSES
„DIE TRIBUTE VON PANEM“

CollinsDieTributevonPanemToedlicheSpieleOetinger9783789132186
Verlag Friedrich Oetinger

Buecher-Logbuch-Fazit

Die spannende lebensgefährliche Reise in das unbekannte Herz der Natur und des Ich ist wie ein Bus mit eckigen Rädern, das erst am Ende seiner Jungfernfahrt sein Ziel weiß. „Die Tribute von Panem“ sind identitätsstiftend und ein zeitlos gewordenes Buchgeschenk an Jugendliche, die die lesenswerte Trilogie noch nicht kennen.#buecher-logbuchde

Das buecher-logbuch.de empfiehlt den Film „Die Tribute von Panem Toedliche Spiele“, dessen Buchvorlage der Roman „The Hunger Games“ von Suzanne Collins ist.

Wir befinden uns am Ende unserer Zeitrechnung, wie wir sie bisher kannten. Der Staat heisst Panem, befindet sich dort, wo früher Nordamerika war und besteht aus dem reichen Capitol und zwölf Distrikten.

Die Menschen in den entfernteren Distrikten sind arm, und es herrscht Hungersnot. Jedes Jahr werden ein Mädchen und ein Junge aus den zwölf Distrikten ausgelost. Sie sollen an den jährlichen Hungerspielen, einen Kampf auf Leben und Tod, teilnehmen.

Die Spiele werden live übertragen und von den gelangweilten Capitolbewohnern als willkommene Abwechslung begrüßt. Sie sollen aber auch gleichzeitig eine Mahnung an den, vor etwa 70 Jahren niedergeschlagenen, Widerstand der Distrikte gegen die Herrscher im Capitol sein.

Die Distrikte sind seitdem gezwungen, als Tribut zwei Kinder zwischen 12 und 16 Jahre zu schicken. Überleben darf nur einer von den 24 Tributen. Die Kinder sind quasi Todgeweihte.

Die 16jährige Catniss Everdeen lebt mit ihrer Mutter und jüngerer Schwester Primrose – die zu einem späteren Zeitpunkt eine zentrale Rolle spielen wird – im zwölften und ärmsten Distrikt des Staates Panem. Catniss beschafft Nahrung für ihre Familie, indem sie Tiere im Wald erlegt. Sie ist eine Überlebenskünstlerin und kann mit Pfeil und Bogen sehr gut umgehen. Als bei der Verlosung der Name ihrer Schwester Primrose gezogen wird, meldet sie sich freiwillig und nimmt ihren Platz ein. Bei den Spielen steht sie Kandidaten gegenüber, die aus reicheren Distrikten kommen, optimal auf den Kampf ausgebildet wurden und gewinnen wollen ohne Rücksicht auf andere.

Buecher-Logbuch-Interpretation

Die Spiele finden in einem eigens dafür gebauten Areal, wo sich Realität und Virtualität vermischen…und Privatsphäre ein Fremdwort ist. Die Bewohner des Capitols wirken wie Karikaturen in bunten Kleidern und persönlichkeitsverheimlichenden Make-Up. Sie haben nur zwei Wünsche: auffallen und spannende Spiele zu erleben, um ihre lähmende Langeweile zu vertreiben. Ein Menschenleben mehr oder weniger interessiert sie nicht besonders. Sie sponsern Kandidaten, die ihre Erwartungen erfüllen und eine interessante Aura besitzen – wie wird im Film gezeigt. Die „Career Tributes“ aus District 1 & 2 sind brutal und rücksichtslos, was den Tributen aus benachteiligteren Distrikten ein Vorteil beim mild beunruhigten Publikum, den Capitolanern, und dem hoffentlich mehrheitlich entsetzten Publikum, uns reellen Zuschauern, verschafft. Auf dem Altar der Hungerspiele werden Menschenopfer gebracht. Das totalitäre Capitol versteckt sich hinter der dschungelartig, zirkusfröhlich betonten, gekünstelten, aber auch irgendwie immer monotonen Distanziertheit seiner Bewohner. Er instrumentalisiert die Angst und Trauer der Menschen, um ihre getötete Zukunft, um ihre Kinder und sorgt mittels noch nicht hundertjährig gewordenen Terrors für die Erhaltung seiner Macht. Jedenfalls zunächst…

Ave Capitol, die todgeweihten Tribute grüssen dich…Die Hungerspiele* mögen beginnen.

*Panem et Circenses ist ein lateinischer Ausdruck für „Brot und Spiele“, die Betitelung einer politischen Strategie, das Volk gesättigt und unterhalten zu wissen, damit wohl auch zufrieden und abgelenkt.

Zu Buchempfehlung Die Tribute von Panem Tödliche Spiele in den Buchschauplätzen Appalachen und Rocky Mountains.

Kommentar zur FSK-Begründung und eigene Altersempfehlung

Kinder und Jugendliche sehen mit anderen Augen und gehen dem Tag fröhlicher entgegen als Erwachsene. „Die Tribute von Panem, Toedliche Spiele“ (The Hunger Games) ist ein düsterer Film, und er macht Angst. Die Dystopie, die sich dahinter versteckt, sollte in höheren Schulklassen durchaus thematisiert werden. Panem ist fiktiv, aber die der Geschichte innewohnenden Parallelen zu heutigen gesellschaftlichen Konflikten, Ausgrenzungen und Mobbingsituationen sind durchaus reell. Solidarität als Grundgedanke zu vermitteln Begründung der FSK-Kommission – ist ein edles Ziel; dieses Ziel kommt im zweiten und dritten Buch zum Tragen, allerdings nicht ohne das Individuum mit seinen besonderen Fähigkeiten in den Vordergrund zu stellen.

Der Link FSK Website www(DOT)fsk(PUNKT)de. Dort geben Sie in das Suchfeld Tribute von Panem ein und lesen die Freigabebegründungen. Vielleicht werden Sie sich, wie ich, wundern, warum die Trailer schon ab 6 Jahre freigegeben sind.

Buecher-Logbuch-Altersempfehlung für den Film Die Tribute von Panem Toedliche Spiele – Teil 1 – als Rahmenprogramm in Schulen ab 16.

Was Ihr noch sehen könnt

ist der Film „Chronicle, Wozu bist du fähig“ – FSK ab 16; das allgegenwärtige Kameraobjektiv und die Veröffentlichung des Privatlebens sind wie in „Die Tribute von Panem Tödliche Spiele“ hautnah zu spüren.#buecher-logbuchde

Lest auch:

Wander- und Reisebericht Appalachen

  • Bill Bryson, Picknick mit Bären.

Empfohlene Comics:

Asterix als Legionär.

Asterix als Gladiator.

Empfohlenes Buch:

Alberto Moravia, Die Frau im schwarzen Cape.

Empfohlene Thriller:

Dan Brown, Illuminati.

Dan Brown, Das Sakrileg.

Empfohlene Reisereportage:

Quattro Staggioni, Ein Jahr in Rom.

Was mich am meisten beeindruckt haben, war das Forum und das Colosseum. Das Forum erinnert an die alte Agora und das Colosseum erinnert an den Film „Die Tribute von Panem“ oder umgekehrt. Die Tage in Rom waren fantastisch, weil wir dank einer guten Freundin ohne Kind unterwegs waren, das muss auch mal sein. Die beiden haben in Hamburg eine schöne entspannte Zeit gehabt, mit Ausflügen, Kaninchenfütterung und Besuch des Restaurants „Meal on Wheels“ in Harburg oder war es ein anderes Mal, das weiss ich nicht mehr, das Kind hat uns nicht vermisst, obwohl er damals jünger war, das steht und fällt mit der Betreuung zusammen, während wir uns in Rom mit internationalen Freunden und Geschäftsfreunden unterhielten und in unserem kleinen Buchkreis ein Buch besprachen, das den meisten nicht gefiel: das Thema des Buchs (in Englisch) war eine verschwiegene homosexuelle Beziehung während der Thatcher-Ära.

 

Zeit oder Leben. Entschuldigungsgesuch abgelehnt.
„DER TOD DES BEAMTEN“

ZEIT ODER LEBEN…

Der Gerichtsvollzieher Iwan Dmitritsch Tscherwjakow sitzt in der zweiten Reihe des Operettenhauses in Moskau bei der Aufführung von Robert Planquettes „Die Glocken von Corneville“ und geniesst. Doch dann passiert das Unvorhersehbare; Iwan Dmitritsch niest. Er schaut sich umher. Ein älterer Herr an der ersten Reihe trocknet mißgelaunt Glatze und Hals ab; hat er vielleicht diesen werten Herren, der kein geringerer als der Zivilgeneral Brisschalow ist, angespuckt und belästigt? Iwan Dmitritsch fühlt sich gemüßigt, eine Entschuldigung auszusprechen…der General aber akzeptiert seine Entschuldigung nicht und winkt ab. Langsam beunruhigt über die ablehnende Haltung des vermeintlich „Angespuckten“ bemüht sich Tscherwjakow ein zweites Mal und wird nochmals zurückgewiesen; er ist verzweifelt, fühlt sich mißverstanden, will aufgeben; er will einen Brief an den General schreiben, findet aber nicht die richtigen Worte. Am nächsten Morgen versucht er es noch einmal persönlich. Der über diese unverfrorene Dauerbelästigung seiner Person in Zorn geratene General schmeisst Tscherwjakow buchstäblich hinaus. Letzterer geht niedergeschlagen nach Hause, legt sich hin und…

Szenerie

Was für eine Persiflage auf eine missglückte Kommunikation!

Der Protagonist schwebt im siebten Himmel geistigen und seelischen Genusses; um dann von den Wolken der Glückseligkeit jäh abzustürzen.

Wie es sich herausstellt, ist es gar nicht so einfach sich entschuldigen, weil die vermeintlich belästigte Person das Operettenstück zu verpassen meint und sich durch die Entschuldigungsavancen des Protagonisten gestört fühlt. Das lässt diesem keine Ruhe, und er versucht die Aufmerksamkeit des Opfers seiner Niesattacke auf sich zu ziehen. Aber keine Chance! Der zweite Charakter der Erzählung reagiert ungehalten und abweisend. Das Glücksgefühl dieses Abends, der so schön zu werden versprach, ist von dannen!

Der Vorfall, das Niesen und die Reaktion des Gegenübers lassen ihm keine Ruhe; das Kopfzerbrechen wird zur Qual; Tage vergehen beim Grübeln über das Schweigen des Angespuckten. Der vermeintliche „Täter“ erleidet seelische Qualen des ungeklärten Vorfalls wegen.

Zwei standesungleiche Menschen treffen zufällig aufeinander im gemeinsamen Unterhaltungsort dem Operettenhaus; im Rahmen der Buchempfehlung werden sie der „Rangerste“ und der „Rangletzte“ genannt. Der Rangletzte ist voller Ehrfurcht vor dem Charakter mit dem höheren Rang; er ist bemüht sich korrekt zu verhalten; der Rangerste ist hier arrogant, herablassend und überhaupt nicht empathisch; das Entschuldigungsgesuch des Rangletzten ist für den Rangersten eine Lapaille, wie er selber sagt (Seite 9); heute könnte man sagen, es ist eine zum Elefanten mutierte Mücke; des Rangersten kostbare Zeit verfliesse deswegen unnötig dahin; seine überhebliche Ablehnung der Entschuldigung kostet ein Menschenleben…und er wird es wohl nie erfahren. Das eigentliche Opfer ist der Rangletzte, der seines Fehlers peinlich bewußt Alles unternimmt, um sich entschuldigen zu dürfen. Seine Bemühungen scheitern an der Sturheit des Rangersten; seine Entschuldigungen werden vehement abgelehnt. Was für eine fatale Blamage! Der Rangletzte wird mißverstanden und zurückgewiesen; er wird behandelt wie ein lästiger Niemand. Seine Welt zerbricht in tausend Stücke, seine Sinne schwinden…er gibt auf; die ausweglose Situation endet mit seinem Dahinscheiden. Indem Tschechow ruhig und scheinbar unbeteiligt von diesem Abschied erzählt, wirkt dieser noch unsinniger und tragischer.

Parallelen

Die Hauptcharaktere Tscherwjakow in Tod des Beamten und Schuhmatschkin in Nikolaj Gogol Der Mantel verlieren nicht nur ihre Seelenruhe. Ersterer verliert seine Würde, letzterer verliert seinen imageträchtigen Mantel. Beide erwartet am Ende der Tod, als einziger Ausweg, als Zufall oder vielleicht als Erlösung.

BUECHER-LOGBUCH-FAZIT

Der Tod des Beamten ist eine eindringlich erzählte Geschichte über eine missglückte zwischenmenschliche Kommunikation mit verheerendem Ausgang, in der Standesunterschiede tonangebend sind und über Respekt, Achtung und Empathie stehen, im Kontext der Epoche, in der Tschechow seine Erzählung geschrieben hat. Die melancholische Atmosphäre verbirgt den beissenden Unterton Tschechows, der seinen rhetorisch schwächelnden Protagonisten ins Verderben stürzen lässt.#buecher-logbuchde

Bibliographie

Anton Tschechow, Der Tod des Beamten, in: Der Tod des Beamten, Der Dicke und der Dünne, Der Mensch im Futteral, S. 5-11, Russisch/Deutsch Hrsg. u. Nachw.: Schneider, Martin. Übers.: Schneider, Martin; Borowsky, Kay, ISBN 3150053089 (UB 5308) ©1986 Philipp Reclam jun., € 3,- 

Reiseknigge Russland/Städteführer Moskau

  • Iwanowski Reiseführer Moskau,
  • MM Moskau, Michael Müller Moskau,
  • Matthias Schepp, Gebrauchsanweisung für Moskau,
  • Veronika Wengert, Fettnäpfchenführer Russland, Conbook Medien ISBN: 978-3-934918-48-1, €11,95.

Lesen Sie auch:

  • Ryad Assani-Razaki, Iman, die Betrachtung eines Ereignisses mit gewissen Parallelen in einem afrikanischen Land der Gegenwart und die Erzählung aus unterschiedlichen Perspektiven im Spiel mit der Wahrnehmung zwischen Erwartung und Realität auch im Hinblick auf die „Flüchtlingsdebatte“,

  • Nick Cave, Und die Eselin sah den Engel, verzerrte Wahrnehmung und halluzinatorisch anmutende Irrfahrt durch ein Leben ohne die Kraft selbst bestimmen zu können,

  • Gogol, Der Mantel, Diogenes, wie ein Kleidungsstück das gesellschaftliche Ansehen prägte erzählt diese historische Erzählung aus demSankt Petersburg der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts,

  • Jens Peter Jacobsen, Niels Lyhne, Reclam, die Suche nach Sinn und Liebe, ein wenig unerfüllt, ein wenig hingebungsvoll den Träumen ergeben, führt den Protagonisten durch Dänemark und halb Europa,

  • Rainer Maria Rilke, Der Drachentöter, das Mißverständnis einer Interaktion und die aberwitzige Umkehrung von Rollenmustern am Beispiel einer Prinzessin und des Drachentöters,

  • Rainer Maria Rilke, Weißes Glück, Insel, zwischen Mann und Frau mit dem Element der Unsichtbarkeit spinnt sich eine Geschichte von Hoffnung auf Annäherung und Enttäuschung über den Verlauf der Dinge,

  • Yali Sobol, Die Hände des Pianisten: der Blick ist auf die schleichende Veränderung des gesellschaftlichen Umfelds nach einem Krieg gerichtet, von welcher auch die Ebene privater zwischenmenschlicher Beziehungen nicht verschont bleibt, die Folge ist in diesem Roman die Kokonierung als Flucht und Schutz vor Verstrickungen,

  • Heinz Strunk, Fritz Honka: das Profil einer Annäherung an den in den siebziger Jahren in Hamburg zum zweifelhaften Ruhm gekommenen Frauenmörder Fritz Honka, dessen Verteidigung unter anderem das Element der Schicksalhaftigkeit seines abnormen Verhaltens hervorhebte,

  • Anton Tantner, Die ersten Suchmaschinen, Wagenbach, von den ersten Adressbüros, Fragstuben, Intelligenzwerken auch in der Funktion von Pfadleihanstalten und von den Wurzeln ordnungsbringender Mißverständnisse hervorrufender Regulierungen zwischenmenschlicher Kommunikation,

  • Irina Teodorescu, Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen,

  • Colm Toibín, Marias Testament.