„TRILOGIE DER KRISE ZUM ERSTEN.“
TOP-AKTUELL.
„Faule Kredite. Ein Fall für Kostas Charitos.“

Diogenes Verlag

2016, Europa: der lange Arm der Korruption macht vor geographischen Grenzen kein Halt, nicht nur in Griechenland.

Athen 2010. Die Finanzkrise ist in der griechischen Hauptstadt hautnah zu spüren; der Staat ist verschuldet, Gehälter und Renten werden gekürzt, wütende Menschen protestieren auf den Straßen gegen die Misere. Mittendrin ermittelt Kommissar Kostas Charitos zum sechsten Mal; während privat die Hochzeitsglocken für seine Tochter klingeln, geschieht der erste mittelalterlich anmutende Mord; das Opfer ist ein Bankier, der Täter hinterlässt eine Nachricht. Die Athener Polizei steht vor einem Rätsel und glaubt an einen Terrorakt.

Atmosphäre

Die allgegenwärtige Sensationspresse taucht an den Tatorten vor der Polizei auf. Der Leiter der Antiterrorabteilung glaubt an einen terroristischen Akt und lenkt die Ermittlungen in diese Richtung. Nach dem zweiten Mord eilen zwei Antiterror-Spezialisten zur Unterstützung aus London. Nur Charitos ist skeptisch. Durch einen entscheidenden Hinweis sucht er in eine ganz andere Richtung. Sein Chef gibt ihm grünes Licht, weiter zu recherchieren aber unbedingt verdeckt. Seine Suche führt ihn in die Kreise der illegalen Einwanderer. Die Polizei nimmt einen Tatverdächtigen fest; das Bankkonto des festgenommenen weist mehrere verdächtige Eingänge auf und der Auftraggeber ist eine Briefkastenfirma auf den Cayman Islands. Ihm zur Seite steht in diesem Fall die schöne und sehr tüchtige  Sekretärin seines Chefs, die wie alle anderen auch von den Gehaltskürzungen betroffen ist und eine neue herausfordernde Tätigkeit braucht; ihre Webkenntnisse sind für den Fall von Vorteil.
Die Morde hören nicht auf. Plakate und Zeitungsartikel gegen Banken und Kreditfallen sind im Auftrag eines anonymen Auftraggebers überall zu sehen. Charitos Team ermittelt weiter: Ihre Fahndungsaktion konzentriert sich auf gekündigte Bankkredite und konkursgegangene Unternehmer. 1+1=2 und Charitos löst den Fall. Es gibt mehr als einen Täter…die Hand und das Gehirn…und sie sind Charitos nicht unbekannt…

Markaris schildert die griechische Hauptstadt mit ihren kleinen und großen Problemen; Verkehrsstaus, Streiks; junge Menschen, die ohne Gehalt arbeiten; hochverschuldete Menschen, die Selbstmord begehen; illegale Einwanderer, die ohne Genehmigung auf den Straßen allerlei Waren verkaufen und von der Polizei geduldet werden; krumme Machenschaften mit „hedge fonds“ und sich selbst bereichernde Manager und Bankiere; eine Presse, die auf der Jagd nach Aufträgen vor „Enten“ nicht zurückschreckt; eine von der Politik abhängige Polizei, die Erfolge vorzeigen soll und voreilig Verhaftungen vornimmt; eine sich viel zu sehr ernst nehmende Antiterroreinheit; und die Hauptfigur von Kommissar Haritos der seinen „Autodinosaurier“ gegen einen neuen tauscht, selbstverständlich auf Raten – wie denn sonst. Auch in diesem Fall ermittelt er mit dem ihm eigenen Wortwitz und gesundem Menschenverstand, sein Bedeutungslexikon der griechischen Sprache immer wieder zu Rate ziehend, und schwimmt ein wenig gegen den Strom. Das hält ihn nicht davon ab, mit Geduld und Rücksicht dem Täter das Handwerk zu legen. Ein integer Mann, ein „pater familias“ und ein Philosoph: Charitos ist und bleibt sympathisch und die Menschen um ihn herum mit ihren kleinen und großen Macken auch. Wer sich nicht nur auf die Zeitungsbeiträge über die griechische Finanzkrise verlassen will, sollte dieses Buch lesen. Es schildert neben dem Kriminalfall die griechische Wirklichkeit, die uns Markaris in jedem seiner Romane ein Stück näher bringt. Die Pleite Griechenlands war 2010 – Erscheinungsjahr des Buches auf Griechisch – nocht nicht in aller Munde, ausser vielleicht in Griechenland selbst. Die Wege des Kommissars durch den Straßenlabyrinth Athens finden ihr Ziel auch ohne google Maps oder Navigationsgerät, aber unbestritten ist, dass es inzwischen auch mit deren Hilfe Strassen einfacher zu orten sind.

Buecher-Logbuch-Fazit

Petros Markaris verpackt in seinem ersten Buch der „Trilogie der Krise“ die Wirklichkeit in der augenzwinkernd persönlichen Handlung, die nicht nur schwarz sieht; die auf dem ersten Blick scheinbar unglaubwürdig anmutenden Morde im Kontext der beinah ausweglosen Krise in Griechenland und ihrer am meisten davon betroffenen Hauptstadt Athen, sollen symbolisieren, dass die Situation aus dem Ruder geraten ist; für lesende Griechen, Griechenland-Freunde und wohlgemeinte Griechenland-Kritiker.©BUECHER-LOGBUCH

TETRALOGIE DER KRISE

Bibliographie

Petros Markaris, Faule Kredite, Titel des Originals: Ληξιπροθεσμα Δανεια, ©Petros Markaris Diogenes Verlag

Orte

  • Athen,

  • London.

Reiseführer kritisch gesehen:

Dr. Eduard Huber, „Griechenland neu entdeckt
Landschaften, Menschen, Begegnungen, interconnections

Gibt es zu Griechenland noch irgend etwas zu sagen, was nicht schon dutzendmal oder hundertmal gesagt worden wäre? Doch, das gibt es! Denn jeder, der dort einige Jahre lebt, macht ja seine eigenen Erfahrungen.
Voraussetzung dafür ist, dass er sich auf das Land und die Leute wirklich einlässt, d. h. dass er sich nicht nur auf den üblichen touristischen Pfaden bewegt, sondern auch „in den Schluchten des Balkans“ herumtreibt und die Begegnung mit Hornvipern und bösartigen Hirtenhunden nicht scheut; dass er nicht nur nach Tempeln Ausschau hält, sondern auch nach Orchideen und Eleonorenfalken. Es heißt selbstverständlich auch, dass er sich mit den Leuten unterhält, was nicht immer ganz einfach ist, wenn man nicht wirklich gut Griechisch kann. Aber die Griechen freuen sich schon, wenn man es wenigstens versucht, ihre schöne und schwierige Sprache zu erlernen.

Sehr von Vorteil ist es, wenn man es mit Deutsch-Griechen zu tun hat, meist Kindern griechischer Väter und deutscher Mütter, von denen es in Athen viele gibt, zumindest an der Deutschen Schule Athen. Da sie auf natürliche Weise beide Völker und Kulturen verbinden, erleichtert der tägliche Umgang mit ihnen das Verständnis für das in mancher Hinsicht Fremde und Befremdliche des hellenischen Wesens ungemein.
Aber Griechenland lässt sich nicht darstellen, ohne dass man auch auf das Altbekannte einginge: Die Akropolis, das Kap Sounion, die Ruinen von Delphi und von Olympia, die Theater von Epidaurus und Dodona. Das alles kommt hier auch nicht zu kurz, denn es gehört nicht nur geographisch und historisch zum Land, sondern lebt im Bewusstsein der Griechen bis heute weiter und begründet ihren ausgeprägten Nationalstolz, der gerade den Deutschen oft so schwer verständlich ist.

Hätten die europäischen Politiker etwas mehr davon verstanden, wäre es wohl nicht zu den Reibereien und Turbulenzen der letzten Jahre gekommen. Man hätte es nämlich vorhersehen können, denn die Griechen haben schon immer so gewirtschaftet, auch lange vor der Krise, und das wird in diesem Buch ganz amüsant dargestellt. Ein Volk, das vierhundert Jahre unter türkischer Fremdherrschaft gelebt hat, neigt nun einmal dazu, die Obrigkeit auszutricksen und sich nicht von jedem in die Karten schauen zu lassen.
Damit also keine Missverständnisse aufkommen: Dieses Buch ist keine Kritik an den Griechen, sondern eher eine Liebeserklärung an ein Volk und ein Land, das immer wieder neu zu entdecken ist¹.

¹http://www.interconnections-verlag.de/content/griechenland-kennenlernen

Dr. Eduard Huber, geboren 1936 in Stuttgart, verschlug als Jugendlichen nach Wurzach im Allgäu, wo er das humanistische Salvatorkolleg besuchte. Mitte der Fünfziger folgte ein Studium der Philosophie in Rom, später ein Studium der Germanistik, Geschichte und Geographie in Freiburg, Wien, Bonn und München, anschließend das Staatsexamen und die 1968 Promotion zum Dr. phil. an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 1966 war der Autor als Lehrer für Deutsch, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Erdkunde, Geologie, Biologie und Ethik an Gymnasien in Stuttgart, Crailsheim und Athen tätig. Seit 2000 ist er im Ruhestand. Veröffentlichung einiger Sachbücher über Natur, Literatur und Religion.

Meine Gegendarstellung:

Ein faustdickes Vorurteil wird hier in einem Reiseführer verbreitet und zwar, dass Griechen „Austrickser“ und „Verheimlicher“ wären, weil sie 400 Jahre unter türkischer Herrschaft gestanden haben. Der Interconnections-Autor wirft alle Griechen in einen Topf und kommentiert diese ihre Charakter-Schwäche-Stärke…Solche Sätze wie oben zitiert pauschalisieren der Einfachheit halber und verschweigen gesellschaftlich-bildungspolitische Interdependenzen. Aus dem Grund, dass er Pauschalurteile fällt, empfehle ich den Reiseführer Interconnections Griechenland-Reisenden nicht!Kyriaki Marati Buecher-Logbuch®

Orte:

Thessaloniki, Taverna Glaros.

Halbinsel Chalkidiki, Taverna Paschalakis.

Meteora.

Cap Sounion.

Ioannina.

Korfu.

Metsovon.

Athen, Kallithea.

Athen, Maroussi.

 

 

 

 

KAFKA.
Josefine, die Sängerin oder
das Volk der Mäuse

<Das Buchcover Franz Kafka, Die Erzaehlungen, Fischer Taschenbuch Verlag>
Fischer Verlage

Singen ohne Publikum

Der Erzähler berichtet über Josefine. Josefine ist eine weibliche Maus aus dem Volk der Mäuse; sie möge Musik und singe für ihr Leben gern. Sie errege in ihrem Volk Aufsehen durch ihren über bloßes Pfeifen hinausgehenden Gesang. Die anderen pfeifen, weil das eine mäuseeigene Ausdrucksweise sei, während Josefine mit ihrer musikalischen Interpretation sich aus der grauen Masse hervorhebe. Das mäuschenstille Publikum höre aufmerksam zu und spende ihr begeistert Applaus, nur Josefine meine, sie verstünden nicht, was sie hörten. Sie werde von einer Schar begleitet, die ihre Gesangskünste lobe. Josefine singe oft in Krisenzeiten; wenn das Mäusevolk von unzähligen Sorgen geplagt werde; sie kündige ihren Auftritt an und erwarte ungeachtet möglicher Störungen und Aufschiebungen zahlreiches Publikum.

Das Volk der Mäuse versammele sich, um Josefine zuzuschauen und zuzuhören, weil sie sich verpflichtet fühlten, auf Josefine aufzupassen. Josefine andererseits meine, sie habe die Aufgabe, das Volk zu beschützen. Den Mäusen gefalle Josefines Gesang nicht, obwohl sie zuhörten, wobei Josefine von der Missbilligung ihrer Volksgenossen nichts ahne. 

Und es wird weiter berichtet über die Mäuse, die ein schweres, gefahrvolles Leben hätten. Das Volk bestünde aus kleinen Mäusekindern und alten Mäuseerwachsenen. Für Musik habe dieses sorgenvolle Volk keine Zeit, es beschränke sich aufs Pfeifen; ihre Kinder dürften deswegen nur für kurze Zeit Kinder sein. Josefines aufmerksamste Zuhörer seien die Kinder. Die erwachsenen Mäuse hörten Josefine geistesabwesend zu und freuten sich auf die Pausen zwischen dem Gesang. 

Josefine sei sehr anspruchsvoll und möchte die Qualität ihres Gesangs stets erhöhen. Wenn sie meine, singen zu müssen, tue sie es auch. Sie habe den Anspruch, nicht arbeiten  zu müssen, weil sie sich beim Singen sehr verausgabe, grenzenlos anstrenge. Das Volk der Mäuse solle ihren Gesang huldigen, ansonsten kürze sie die Koloraturen. Vor den letzten Aufführungen lasse sie sich bitten, doch aufzutreten, obwohl sie jedes Mal müde oder missgelaunt oder verletzt sei. Ihre Fans bemühten sich, sie aufzumuntern und zu motivieren. Bis plötzlich Josefine einer Aufführung weggeblieben sei. Und was werde das Volk der Mäuse machen? Es werde Josefine vergessen.

Unter Menschen oder Mäusen. Interpretation

Selbsterfüllend und lebensbejahend, hilfsbereit und Weg begleitend, anspruchsvoll und fordernd fühlt sich Josefine verantwortlich für das Volk der Mäuse. Doch die Hausgemeinschaft braucht Josefine nicht in der Helferinnen-Rolle, sondern badet eher im Wohlgefühl, das Josefines Fürsorge für die armen Mäuse auslöst; sie heben Josefines wunderlichen Einsatz für die Allgemeinheit hervor und grenzen sie deswegen aus; so wird die eigene Dummheit erträglicher, sie ist verdrängt und sie stellt keine Gefahr für das seelische Gleichgewicht dar.

Josefines Funktion und Nutzen für die Mäuse-Gruppe ist enorm; sie ist die Einzelne, die Zuwendung und Sicherheit gewährleistet, weil sie sich als Individuum von dem Ganzen abzugrenzen vermag. Ohne Josefine wäre das Leben unvorstellbar einsam und melancholisch; so schafft sie es immer wieder trotz Irritationen, das Volk zu Musikveranstaltungen zu versammeln. Josefine zwingt dem Mäusevolk die Veranstaltungen gerade zu auf.

Die Reaktion der Gemeinschaft auf Josefines Verschwinden kommt überraschend; sie nehmen ihre Abwesenheit gelassen auf und leben weiter. Bald wird Josefines Geschichte in das kollektive Gedächtnis aufgenommen; die Zeit scheint alle Wunden zu heilen, die Josefines Anwesenheit und ihre dramatischen Auftritte verursachten.

Das Volk der Mäuse wandert weiter, demnächst wird sogar Josefines Namen vergessen werden, ihr Wunsch, aufgesucht und vermisst zu werden, nicht erfüllt. Traurige kleine Maus…

Josefines Existenz löscht sich aus dem Gedächtnis, sobald sie nicht mehr in Erscheinung tritt; das Schicksal eines anspruchsvollen Individuums in der Masse, die sich nur in der Gegenwart belehren lässt.

Sobald die Vergangenheit die Zügeln übernimmt, gerät die Persönlichkeit und ihr Zutun in Vergessenheit; das Mäusevolk muss immerhin seine Existenzberechtigung absichern; Einzelschicksale werden beachtet, bis sich ihr Nutzen für die Gruppe erfüllt hat.

Singen ohne Publikum. Unter Menschen oder Mäusen.

Buecher-Logbuch-Fazit

„Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse“ ist die Parabel um eine außergewöhnliche und einsame Persönlichkeit mit Führungsqualitäten, jedoch ohne Herrschaftsanspruch.©Buecher-Logbuch

Bibliographie

Franz Kafka, Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse, in Franz Kafka, Die Erzählungen, Originalfassung herausgegeben von Roger Hermes, ©Fischer Verlage, ISBN 978-3-596-13270-6, € 9,95. 

Was Sie noch lesen könnten:

  • Franz Kafkas Erzählung Der Hungerkünstler; sie erzählt von dem Hungerkünstler, der aus Überzeugung hungert, das Hungern zu einer Kunst erhebt; er bietet der breiten Öffentlichkeit ein kurzweiliges, pausenfüllendes Spektakel dar. Die Rolle und das Schicksal des Hungerkünstlers erinnern an Josefines einsamen, mißverstandenen Kampf um Aufmerksamkeit. Der Hungerkünstler ist in Franz Kafka, Die Erzählungen, enthalten.

  • Torben Kuhlmann, LINDBERGH Die Abenteuer einer fliegenden Maus, NordSüd Verlag

  • Ricardo Piglia, Munk, Wagenbach.

Herbst 2015, aktuell im Kino (Filmfestspiele Venedig September 2015, in die deutschen Kinos im Oktober 2015): „Madame Marguerite und die Kunst der schiefen Töne“ (Regie: Xavier Gianolli, mit Catherine Frot in der Titelrolle). Der Film basiert auf der wahren Lebensgeschichte von Florence Foster Jenkins, die wie Kafkas Josefine das Singen liebte und die Töne meistens nicht traf.

„SPIEGEL ZEIG MIR DIE WAHRHEIT,
SUCHE EWIGE SCHÖNHEIT…“
Über den Film
Snow White and the Huntsman

Universal Pictures
Universal Pictures

Das buecher-logbuch.de empfiehlt den Film Snow White and the Huntsman von Rupert Sanders. Der Film Snow White and the Huntsman erzählt das Schneewittchen-Märchen neu. Hier ist Snow White (deutsch Schneewittchen) eine kämpferische Schöne, die des Jägers Dienste in Anspruch nimmt und das Volk anführt gegen die grausame Königin Ravenna*.

***Ravenna (veraltet deutsch: Raben) ist eine Stadt in Italien mit 159.116 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015). Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Ravenna in der Region Emilia-Romagna. Die Stadt lag ursprünglich unmittelbar an der Adria. Infolge von Verlandung beträgt die Entfernung des Stadtkerns von der Küste heute etwa neun Kilometer. Der Hafen ist durch den Canale Candiano mit der Küste und dem Seebad Marina di Ravenna verbunden. Ravenna ist Erzbischofssitz.

***Die US-amerikanische Stadt Baltimore hat viele Spitznamen. Einer davon ist Ravenstown.

***Ravensburg ([ˈʁaːvn̩sbʊʁk] oder [ˈʁaːfn̩sbʊʁk]) ist eine Mittelstadt sowie Kreisstadt und größte Stadt des gleichnamigen Landkreises im südlichen Oberschwaben. Die ehemalige Freie Reichsstadt liegt im Schussental unweit des Bodensees und wurde aufgrund ihrer zahlreichen, gut erhaltenen mittelalterlichen Türme früher auch als „das schwäbische Nürnberg“ bezeichnet.

***Ravensbrück ist ein Wohnplatz der Stadt Fürstenberg/Havel im Norden des Landes Brandenburg. Vor der Eingemeindung nach Fürstenberg im Jahr 1950 war Ravensbrück eine selbstständige Gemeinde. In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Ravensbrück das gleichnamige Konzentrationslager. 1959 wurde am ehemaligen Lagerort die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück eröffnet.

Inhaltsangabe 

Der König des Landes findet nach einer Schlacht in einer Droschke die verängstigte Ravenna; er verfällt ihrer Schönheit und heiratet sie. Noch in der Hochzeitsnacht ersticht Ravenna ihren Mann und besteigt selber den Thron. Der König hinterlässt eine kleine Tochter Snow White, die fortan als Gefangene in dem Turm gehalten wird. Ravenna besitzt magische Kräfte, die sie nach einem Handel mit dunklen Mächten erkauft hat; das Tribut ist ihre Jugend und Schönheit; an ihrer Seite weiß sie ihren ihr treuergebenen Bruder, der eine geheime Schwäche für die heranwachsende Snow White hat. Ravenna muss die Jugend junger Mädchen aushauchen, um die Illusion der Jugend und Schönheit kurzfristig aufrechtzuerhalten; sie muss die jungen Herzen zum Stillstand bringen, die jungen Frauen töten. Der Spiegel, hinter dem sich eine verschleierte Gestalt verbirgt, beantwortet Ravenna die regelmässig gestellte Frage, ob sie die schönste im ganzen Land sei; bis der Spiegel ihr eines Tages mitteilt, dass Snow White schöner ist als sie. Ravennas sofortige Order ist die Ermordung Snow Whites; die Königstochter hat jedoch einen Fluchtweg gefunden und den Turm verlassen; ihr Weg führt sie durch einen furchterregenden Geisterwald und direkt in die Hände des desillusionierten und kampferprobten Huntsman, der sich durch ihre Ergreifung die Rückkehr seiner verstorbenen Frau aus dem Totenreich erhofft. Snow White bittet Huntsman um Hilfe und verspricht ihm Geld; zusammen machen sie sich auf den Weg durch unwegsames Gelände und viele Gefahren auf die Suche nach dem Schloss ihres Onkels; sie treffen unterwegs auf die Zwerge, deren acht, später nur noch sieben…Derweil versucht Ravenna durch Magie und Täuschung, Snow White zu töten; sie braucht ihr Herz als Garant ewiger Schönheit und Jugend. Snow White gerät in Lebensgefahr…und entschliesst sich, Ravennas Burg anzugreifen. Auf ihrem Kreuzzug steht ihr Huntsman zur Seite, ihr Freund aus Kindheitstagen William, die Zwerge und viele ehemalige Gefolgsleute ihres Vaters. Es gelingt Snow Whites Armee nach mehrmaligen Anläufen und tatkräftiger Zwergenunterstützung die Burg zu stürmen. Das Duell zwischen Ravenna und Snow White entscheidet die Schlacht…

Interpretation

Charakterisierung Snow White

Snow White, alias Schneewittchen, ist jung, klug, mutig und wunderschön; ihre größte Stärke ist ihre Unschuld, Reinheit und Geradlinigkeit; in ihrer Gegenwart erblüht die Natur in all ihrer Pracht, wunderbare Geschöpfe zeigen sich ihr, spielen mit ihr, verbeugen sich vor ihr.

Hässliche furchteinflößende Wesen machen vor Snow White Halt, greifen sie nicht an, scheuen die Auseinandersetzung mit ihr; mit ihrer noch mädchenhaften Lieblichkeit, gepaart mit Unerschrockenheit und einem stark ausgeprägten Gerechtigkeitsgefühl zieht sie Menschen in ihren Bann, obwohl ihr die magischen Kräfte Ravennas fehlen.

Nach dem Gebet führt sie in Ritterrüstung die Armee zum Angriff und scheut nicht vor lauernden Gefahren; dejá vu Jungfrau von Orleans*...

Jeanne d’Arc [ʒanˈdaʁk] (* vermutlich 6. Januar 1412 in Domrémy, Lothringen; † 30. Mai 1431 in Rouen), im deutschen Sprachraum auch Johanna von Orléans oder die Jungfrau von Orléans genannt, ist eine französische Nationalheldin. Sie wird in der römisch-katholischen Kirche als Jungfrau, Märtyrin und Heilige verehrt.

Charakterisierung Ravenna

Ravenna, die Herrin der Raben, ist dem Böse verfallen; erbarmungslos lässt sie junge Mädchen einfangen, um sich ihrer Jugendlichkeit einzuverleiben.

Sie zahlt einen hohen Preis für ihre Untaten; jedesmal verliert sie ein Stück von ihrer Jugend, die sie sich sehnsuchtsvoll zurückwünscht.

Erinnerungsfetzen eines Ereignisses in ihrer Kindheit, das ihr Leben in andere Bahnen gelenkt hat, belasten und treiben Ravenna gleichzeitig an;

hinter einer überheblichen, hinterlistigen und machtgierigen Fassade hält sie ihre einsame Hilflosigkeit und Verbitterung versteckt.

Ravennas verbitterte Seele sehnt sich nach dem Wunschziel „Perfekte Schönheit“; sie kämpft ums Überleben; in ihrer Abhängigkeit von Magie und Aberglaube wird sie Sklavin der Antwort auf ihre immer wiederkehrende Frage an den Spiegel.

Der Film Snow White and the Huntsman ist reich an Symbolen und deren Antipode:

Weiß und Schwarz;

Gut und Böse;

Unschuld und Verdorbenheit;

Jugend und Alter;

Wasser und Stein;

Dunkelheit und Licht;

Natur und Technik;

Liebe und Hass;

Klein und Gross;

Frau und Mann;

Jäger und Gejagte;

Schönheit und Hässlichkeit;

Glück und Schmerz.

Die Gegensätze kämpfen gnadenlos um die Vorherrschaft.

Der Spiegel

Das Spiegelbild ist das Ich, frei von Illusionen;

ob Wunschgedanke, Illusion oder Beides zugleich, Ravenna sieht ihr wirkliches Selbst in der Scheibe, Snow White ebenso; die erste ist nicht in der Lage, ihr Selbst anzunehmen, vielleicht weil es so schrecklich unsympathisch und abgrundtief böse ist; die zweite sieht die Wahrheit in dem Spiegel.

Bei Snow White ist die Wahrheit ihre Stärke, bei Ravenna bedeutet sie Zerstörung…

Im Spiegel verbirgt sich eine vermummte Gestalt, die Bote und Orakel zugleich ist;

sie entspringt dem Spiegel, sobald Ravenna ihr die Frage nach der Schönsten der Schönen stellt.

Ravenna ist süchtig nach den ohne Gefühlsregung hervorgebrachten Nachrichten des Unsichtbaren aus dem Spiegel, der ein wenig der delphischen Pythia* ähnelt;

Pythia (griechisch Πυθία, vgl. Python) war eine weissagende Priesterin im Orakel der Tempelanlage des Apollon in Delphi, die in veränderten Bewusstseinszuständen (Trance) ihre Prophezeiungen verkündete.[1] Sie saß im Adyton[2] auf einem Dreifuß[3] über einer Erdspalte, aus der ein Gas quoll, durch das die Pythia in eine Art Trance versetzt wurde.[4]

bescheinigt ihr das Spiegelwesen Schönheit über Alle, wird sie kurzweilig glücklich. 

Sein unheilbringendes Omen der Existenz einer Schöneren als die Schönste lässt Ravennas labile Scheinwelt zusammenstürzen;

ihre ab diesem Zeitpunkt nur zweitrangige Perfektion lenkt sie zu neuen Greueltaten: es darf nur eine Schönste geben, nur Ravenna hat den Anspruch zu erfüllen;

trotz des zweifelhaften Wahrheitsgehalts der Antwort nach der Schönsten der Schönen vertraut Ravenna dem Spiegelman blindlings;

verblendet von ihren zu hoch gesteckten Erwartungen erkennt sie fatalerweise ihre Sehnsucht nach Zuwendung, Anerkennung und Liebe nicht.

Der Spiegel übt Macht über Ravenna und manipuliert sie; er ist letztendlich nicht nur Bote, sondern Herrscher über ihre Gefühle und Entscheidungen…

eine vielseitig auslegbare Metapher.

Gefühlte Wörter

Snow White

White weiß

Reinheit Unschuld

snow Schnee

Spiegel zeig mir die Wahrheit.

Suche ewige Schönheit.

Schneewittchens Kreuzzug.

Snow White and the Huntsman.

Snow White & the Huntsman, 2012 Regie Rupert Sanders, FSK 12

Buecher-Logbuch-Altersempfehlung

Snow White ist atemberaubend schön und stark, beinahe furchtlos und hat keine Zeit für die Liebe; sie führt ihr Volk gegen die Herrin der Raben an, deren Erscheinungsbild statt des vermeintlich erwarteten Rabenschwarzen, hell und kalt ist; eine Farbenumkehrung; ein Trend, das Frauenbild zu überdenken, zieht ein. 

Snow White als wunderschöne Rachegöttin und blutjunge wildentschlossene Nemesis mit Gewinnaussichten hält Einzug; ihre Gewänder sind schlicht, ihre Schönheit natürlich, die Verantwortung lastet schwer auf ihren Schultern, und ihr ist mitunter das Lachen vergangen.

Zwölfjährigen Mädchen wird ein Rollenmodell auf der Leinwand vorgestellt, das mit jugendlichem Charme gewappnet die Gerechtigkeitsfahne schwingend rücksichtslos ihre Ziele verfolgt und Alles erreichen kann. 

Der „symbolraumfüllende“ Film „Snow White & The Huntsman“ ist die im Deckmantel eines Aktionstreifens verhüllte Neuinterpretation des Gebrüder Grimm-Märchens Schneewittchen und die sieben Zwerge; dort fällt das liebliche Schneewittchen angelockt durch einen Apfel der bösen Stiefmutter zum Opfer, wird am Ende vom Prinzen und dem Zufall ins Leben zurückgebracht. 

Gegenüberstellung Märchen und Filmadaption

Snow White ist nicht nur liebenswert, naiv,  vertrauensvoll und gewaltverneinend;

ihre Erscheinung ist einer Amazone gleich, die ihrer Vorzüge bewußt sie gezielt einsetzt;

wenn die Zeit reif ist, schreckt sie nicht vor Entscheidungen und führt ihr Volk in einen Befreiungskrieg gegen eine grausame Monarchin.

Am Ende gehört Snow White das Vertrauen des Volkes, das Zepter und die Macht. 

Schneewittchen ist das diametrale Gegenstück zu Snow White der Filmadaption, die nur kurzweilig außer Gefecht gesetzt wird und aus dem“Apfelattentat“ ohne die Hilfe eines Prinzen stärker denn je hervorgeht.©Buecher-Logbuch

Snow White and the HuntsmanBESTELLEN

Eine andere Version des Apfelunfalls platziert im siebenbürgischen Zeiden findet sich in:

Ursula Ackrill, Zeiden im Januar,

Lesen Sie auch:

Albert Cohen, Die Schöne des Herrn,

William Golding, Herr der Fliegen,

Rudyard Kipling, Über Bord

Malla Nunn, Tal des Schweigens,

Irina Teodorescu, Die Flucht des schnauzbärtigen Banditen,

Filme:

Chronicle, Wozu bist du fähig,

Die Tribute von Panem.

Empfohlener Autor:

Edgar Allan Poe.

Empfohlene Thriller:

Robert Harris, Vaterland.
Dashiel Hammett, Der Malteser Falke. 

In englischer Sprache:
David Baldacci, Last Man Standing.

Giles Blunt, The Delicate Storm.

John Connolly, Dark Hollow.

John Connolly, The Black Angel.

Jonathan Kellerman, The Web.

Ian McEwan, The Innocent.

Christopher Rice, The Snow Garden.

John Saul, The Devil´s Labyrinth.

Karin Slaughter, Faithless.

Andrew Taylor, The American Boy.

Empfohlene historische Spannungsromane/(Auto)biographien:

Charles Frazier, Cold Mountain.

Keri Hulme, The Bone People.

Yasunari Kawabata, Snow Country.

Judith Lennox, Before the Storm.

Ann-Marie MacDonald, Fall on Your Knees.

James McBride, The Color of Water.

Rachel Seiffert, The Dark Room.

„Am Anfang war die Zeichnung.“
Das „Fishfinder Buch“.

Orte:

Wismar.

Oslo

Thessaloniki

Chalkidiki.

Sprachbarrieren beim Angeln in Norwegen inspirierten Oliver Friel und Matthias Süss zu dem „FishfinderBuch“, das Lexikon für 180 Fische Europas in 26 Sprachen.

fishfinder book by Matthias Suess und Oliver Friel
Copyright Buchcover Konzept Illustrationen Matthias Suess and Oliver Friel

Am Anfang war die Zeichnung.

Matthias Suess und Oliver Friel machten Angelurlaub in Totland, einer einsamen Gegend am Bornlofjord, Norwegen. Ihr norwegischer Wirt fragte sie, welche Fische sie fangen wollen. Der norwegischen Sprache nicht mächtig zeichneten sie die Fische und hatten die Idee zum fishfinder Buch.

Gliederung

Das fishfinder Buch ist übersichtlich strukturiert. Die Anwendungsanleitung How to use the fishfinder ergänzt die leserfreundliche Gliederung; es enthält 180 europäische Fische in 26 Sprachen gegliedert Salzwasserfische, Süsswasserfische und das Register.

Fisch_Salzwasser
fishfinderBuch©Matthias Suess and Oliver Friel

Eine doppelseitige graphische Übersicht der Gewässerbewohner leitet jeden Kapitel ein. Über jedem Fischbild steht sein wissenschaftlicher Name in Latein, die sechsundzwanzigste Sprache im fishfinder Buch. Die Nahrung wird seitlich unterhalb der Grafik dargestellt.

Die sechsundzwanzig Sprachen des fishfinder Buchs sind:

българскиčeskydanskdeutschελληνικά

englishespañoleestisuomifrançais

hrvatski/srpskimagyarÍslenskaitalianolatviešu

lietuviųnederlandsnorskpolskiportuguês

româna˘русскийslovenščinasvenskatürkçelatin

Als Angler, Schnorchler, Taucher, Gourmet oder einfach wissbegieriger Tourist findet man in diesem Kleinöd europäische Meeres-, Fluß- und Seebewohner.
 

Mit dem fishfinder Buch hat man im Gepäck:

einen Taschenguide für unterwegs;

einen Pocket-Guide für passionierte Angler;

ein Bestimmungsbuch für Freunde oder Geschäftskontakte, die einen Anglerurlaub planen;

ein Gesprächsthema mit einheimischen und zugereisten Gleichgesinnten und eine erste Hilfe zur Überwindung von Sprachbarrieren und

ein Wiedersehen für Hobbyschnorchler: Unterwasserbekanntschaften, wie ein kleiner Krebs in einem Muschelgehäuse, der schnell wegkriecht oder ein hinter einem Stein versteckter Seeigel, ab und zu auch ein Tintenfisch#buecher-logbuchde

Bibliographie

fishfinder Buch, ©2003 Mathias Suess und Oliver Friel Konzept, Gestaltung, Illustrationen und Text, 1. Auflage 2007, ISBN 978-3-00-021238-3, €16,90 

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