Buch trifft Schauplatz.
„Die Bakchen“ in Theben.

Euripides platziert seine Tragödie Die Bakchen in Theben des mythischen Königs Kadmos. Die Bakchen waren Dienerinnen des Gottes der Sinnlichkeit, der Fruchtbarkeit, des Weins und des Theaters Dionysos (Bakchos); in der Tragödie sind sie von ihm verblendet, denn sie haben seine göttliche Herkunft angezweifelt. Als der neue König Pentheus und mit ihm das Volk Thebens den Gott in Menschengestalt auslacht, besinnt sich dieser auf seine furchtbare Rache.©buecher-logbuchde

„Ekstase. Hysterie. Hybris.“
„DIE BAKCHEN“

Im folgenden lesen Sie die Interpretation der Tragödie Die Bakchen. Zu Inhaltsangabe Die Bakchen.

Interpretation

Der Frühgeborene, verwaiste Dionysos (Bakchos) überlebt in der Sage nur, weil Zeus ihn zwischen seinen Schenkeln einnäht und vor seiner eifersüchtigen Gattin Hera versteckt. Als die Zeit kommt, wird Dionysos aus Zeus´ Schoß geboren.

Blondgelockt, weinrote Augen, weiße Haut, immer im Schatten der Sonne seine Schönheit pflegend ist der schöne Gott umstritten. Ob seiner Herkunft, ob seines Kults, ob seiner übernatürlichen prophetischen Fähigkeiten, die er auf seine von ihm Erwählten überträgt.

Als Verkörperung verspielter Freude, des Genusses der Gegenwart, der Sinnlichkeit, des Feierns körperlicher Verzückungen, der Heiterkeit, der Fruchtbarkeit, der sich stets verwandelnden Natur in all ihrer Pracht und Macht hat er in der Handlung immer das letzte Wort und ist nicht um Worte verlegen.

Sein Zaubersaft, der Wein, befreit vom Kummer; er ist der Sorgenbrecher. Diesem mächtigen Sohn einer Sterblichen und des Gottesherrschers wird in Theben seine göttliche Herkunft angezweifelt, der Respekt verweigert. Die hochmütigen Sterblichen begehen die höchste Straftat: Hybris.

Dionysos begegnet ihnen als Mensch, warnt sie vor den Folgen ihrer Respektlosigkeit, ihrer Unfähigkeit zuzuhören, ihrer Verblendung, ihrer Uneinsichtigkeit; er bestraft sie unerbittlich, gnadenlos und umumkehrbar; Kindesverlust, Exil, lebenslange Trauer. Die Katastrophe schlägt lawinenartig ein, das Schicksal hinterlässt Tote und Ruinen, Nichts ist wie es zu Beginn war. Der Zorn des Verwandelbaren ist furchtbar; der Metamorphose mainadische Seite hat in Die Bakchen das letzte Wort gehabt.©deckchair Buecher-Logbuch

DIE IRISCHE HARFE IM HERZEN.
„PHILOMENA“

Philomena ist 70 Jahre alt. Fünfzig Jahre hat sie ihr Geheimnis noch keinem Menschen anvertraut. Als junges Mädchen bekam sie ein Kind. Unverheiratete Mütter hatten damals einen schweren Stand. Philomena muss in der Wäscherei eines Klosters arbeiten; ihr Kind darf sie eine Stunde lang sehen, bis er von Adoptiveltern abgeholt wird. Philomena macht sich auf die Suche nach ihrem Sohn; ihr zur Seite steht der Journalist Martin Sixsmith, der eine neue Herausforderung sucht. Vielleicht ein Buch über ein menschliches Schicksal? Da kommt Philomena wie gerufen.

Zwei Welten prallen aufeinander: Die liebe ältere Dame, die Schmöker liest und gern den Handlungsplot nacherzählt, und der desillusionierte Reporter verstehen sich trotzdem und begeben sich auf die Reise nach Philomenas verschollenen Jungen. Die Spuren des Kindes führen in die USA, wo er adoptiert wurde und ein neues Leben für ihn begann. Michael, der Sohn, machte politische Karriere und starb leider jung an AIDS. Philomena will mehr über ihr nur dank Erinnerungen und einem Foto präsentes Kind wissen. Mit Martins Hilfe kommt sie einem unfassbaren Lügengebäude auf die Spur und kann sich von ihrem Sohn verabschieden.

Der Film „Philomena“ basiert auf einer wahren Geschichte (hier Buchvorlage erwähnen) und thematisiert das Schicksal unverheirateter Mütter im Irland der 50er Jahre. Der unerschütterliche Glaube Philomenas, ihre sympathische Annäherung der Menschen, die ihr aus Prinzip das Schicksal ihres Kindes verschweigen, ihre Freundschaft mit dem zum Sarkasmus neigenden Martin, der Gott und Menschen misstraut, das traurige Schicksal und der tröstende Abschluss machen Philomena sehenswert. deckchair

An dem Tag, als ich diese Besprechung schrieb und weiterleitete, bekam ich die Nachricht vom Tod eines guten Freundes aus Vancouver, der uns mit seiner Frau auch in Griechenland besuchte.

Nachtrag:

Es gibt viele Mütter, die ihre Kinder suchen, weil sie verlorengegangen sind. Es ist ein schweres Schicksal, aber keine von diesen Damen hat auch nur die leichteste Berechtigung, zu bestimmen, wie Leute und ob Leute im Internet sich journalistisch betätigen und das auch noch kostenlos, um nach den verlorengegangenen Kindern zu suchen. Blogger und Bloggerinnen haben Adressen und Telefonnummern, die angerufen werden können, ob sie sich bereit erklären diese Mordsaufgabe zu übernehmen, ist ihre eigene Entscheidung. Ich möchte persönlich angesprochen werden, wenn Sie ein Anliegen haben, sprechen Sie mich gerne direkt an, es gibt nichts worüber Sie sich schämen sollten. Es passiert in den besten Familien. Dieses Versteckspiel habe ich satt!!!

Empfohlene Klassiker:
Annette von Droste-Hülshoff, Fräulein von Scuderi.
E.T.A. Hoffmann, Die Judenbuche.

Empfohlener Roman:

"Die Dame in Blau".
Empfohlene Filme:

"Philadelphia"
Empfohlene Musik:
Bruce Springsteen, "The Streets of Philadelphia".

DER CAPUCCINOTRINKENDE KRIMINALIST…
„Die dunkle Villa“

Wolfgang Burger, Die dunkle Villa, Piper Verlag München 2014
Piper Verlag

Kriminaloberrat Alexander Gerlach ermittelt zum zehnten Mal. War sein Fahrradunfall, an den er sich kaum erinnern kann, doch kein Zufall? Ist er von einem oder zwei Männer angegriffen worden? Was hat Gerlach in der Nähe der unheimlichen dunklen Villa bei Heidelberg gesucht? War der Tod des hübschen, aufstrebenden Starletts Vicky Hergarden vor dreissig Jahren doch kein Unfall? Das behauptet zumindest ihr Mann Fred und beschuldigt ihren damaligen Lover und heutigen Fernsehstar des Mordes. Leider kommt Fred Hergarden unter die Räder eines Zuges und ist als toter Zeuge nicht zu gebrauchen. Die Hinweise auf einen Doppelgänger verdichten sich, die Fernsehquoten sinken bedrohlich, und Gerlachs pubertierende Töchter machen, was sie wollen…

BUECHER-LOGBUCH-FAZIT

Bei höllischen Kopfschmerzen, nicht ohne Cappuccino für die grauen Zellen fachsimpelt der neuverliebte Kriminalist über alte Fälle und späte Gerechtigkeit. Vor historisch-anmutiger Naturkulisse gibt „die dunkle Villa“ ihr Geheimnis preis.©BUECHER-LOGBUCH 

Bibliographie

Wolfgang Burger, Die dunkle Villa, Ein Fall für Alexander Gerlach, ©2014 Piper Verlag, ISBN: 978-3-492-30337-8, €12,99

Eine Villa aus dunklem Holz, in dem ein Wiener Café, eine Konditorei und eine Bibliothek ihr Zuhause haben, gibt es auch in Volksdorf, das ist die Ohlendorff´sche Villa gegenüber der Buchhandlung Ida von Behr. Warum diese Räume für Torben Kuhlmanns Buchausstellung „Lindbergh“ auf meine Anfrage hin beim NordSüd Verlag nicht in Frage kamen oder warum ausstellende Anwaltskanzleien nicht adequat waren, begreife ich immer noch nicht. Stattdessen herrscht ein Klima, das ich fühle, aber das ich nicht verstehen kann, dass sich gegen Männer richtet, sie von Aktivitäten ausschliesst, zum Beispiel die letzten Filme in der Koralle, es handelt sich ausschließlich um Frauen oder Kinder, die dort die Hauptrolle spielen.

 

 

 

 

 

Indiebookday

Die Aktion Indiebookday möchte Leser und Bücher unabhängiger Verlage miteinander bekannt machen. Leser werden aufgefordert unter anderem auf den Webseiten indiebookday.de, sinnundverstand.net, mairischverlag – letzterer wird als Initiator der 2013 gestarteten Aktion genannt -, am 22. März in die Buchhandlung ihrer Wahl zu gehen, um dort das Buch beziehungsweise die Bücher Ihrer Wahl aus unabhängigen Verlagen käuflich zu erwerben und im Anschluss Fotos und Blogbeiträge auf den eigenen Blogs und bei Facebook zu posten. Auf der Webseite sinnundverstand.net werden die Kriterien aufgelistet, die Verlage erfüllen müssen, um als unabhängig zu gelten sowie eine Verlagsliste veröffentlicht. Als Anhaltspunkt werden die Kriterien der Kurt-Wolff-Stiftung genannt. Der Diskussion ist zu entnehmen, dass Veranstalter und Nutzer sich nicht einig sind, wer nun zu den Unabhängigen gehört.©Buecher-Logbuch