DAS ERBE DER ANGST.
„Königin und Kojoten“

DAS ERBE DER ANGST

Monterrey, Nord-Mexiko. Die Protagonistin wurde Zeugin, wie ihre Mutter der Gewalt des Vaters zum Opfer fiel. Seitdem sucht sie Schutz und Sicherheit um jeden Preis; auch wenn es heisst, mit einem der berüchtigten Drogenbosse der Stadt zusammen zu leben. Gewalt in jeder Form ist ihr Alltag; sie arrangiert sich mit ihr, sie thront wie eine Königin unter Kojoten und duldet:

Den Verlust ihrer Freiheit und Selbstbestimmung, weil Fernanda in der Stadtwohnung ausgehalten und von Leibwächtern, den Kojoten, auf Schritt und Tritt bewacht wird; die absolute finanzielle Abhängigkeit, denn Fernanda giert nach Luxuskarossen, Gucciklamotten, Non-Stop-Shopping, nach den Privilegien höherer Ausbildung, die ohne Geld nicht zustande kommen kann und Leistung zur Nebensache machen lässt; emotionelle Gewalt, weil sie nach Anerkennung, Liebe, Zuwendung giert, doch Anerkennung folgt dem Schein und der Todesangst, und Liebe korrumpiert sich zu Macht und Gewalt über den Besitz ihres Körpers und über die Kontrolle ihrer Angst; körperliche und psychische Gewalt, derer Sex nur ein Teil ist, weil Angst die Über-Macht hat. Sie fürchtet sich vor Einsamkeit; sie hat Angst um Schwester und minderjährige Nichte, sie sorgt sich um deren Schicksal, weil sie mit ihr verwandt sind; verbale Gewalt, denn in Worte verkleidete Erniedrigungen untergehen im Nebel körperlicher Schmerzen; Beliebigkeit der Sex-Partner, die ihren Kopf riskieren, wenn ihre von der Lebensdauer einer Eintagsfliege bedingte Affäre ihren personifiziertem Schutz- und Rachegeist Julio zu Ohren kommt. Die Frau an seiner Seite hat zu gehorchen, denn sie ist sein Eigentum, sie bekommt die Illusion des Reichtums geschenkt. Ihre Todesangst, an ihrem einzigen sicheren Hafen nicht mehr andocken zu können, dem gewaltbereiten Liebhaber, bestimmt ihr Flattern zwischen ihm und Möchtegern-Herausforderern, dem berauschten Schwanken zwischen geträumter Freiheit und erlebter Sklaverei; die allmächtige Angst definiert ihre Tagesgeschäfte, lähmt ihre Gedanken, betäubt ihre Sinne.

Buecher-Logbuch-Fazit

Im Rhythmus bestimmter mexikanischer Hip-Hop-Lieder steigert sich die von der Hauptfigur erzählte Handlung, erreicht Höhepunkte, fährt an kurzen gewaltlosen Augenblicken der Rast, des Nichtstuns, der Langeweile, der körperlichen Liebe vorbei, um sich wieder zuzuspitzen. Am Ende wartet die Gewalt als gewohnt zuverlässiger Begleiter der Protagonistin, nur diesmal dreht sie den Spieß um; sie benutzt die Macht der Angst, um andere zu vernichten; vehement, skrupellos, gnadenlos, zielstrebig; das Opfer verdrängt die Option zum Ausstieg aus dem Rad der Gewalt; sie wird zur Täterin. Orfa Alarcóns Debütroman „Königin und Kojoten“ ist Milieustudie und Chronik des persönlichen Schicksals einer zur Gewaltfurie entfesselten Frau in Fesseln ohne sichtbaren Ausweg.

Der Roman dokumentiert schonungslos die durch Erziehung im Elternhaus und Schule vermittelte Übernahme patriarchalischer Macht-, Sprach- und Körpersprachestrukturen und die Kurzfristigkeit wenn überhaupt vorhanden von Konzepten in Schule und Elternhaus, um einen Platz bei den „Leistungsträgern“ sichern zu können. Diese Rezension widme ich herzlichst den „Neon-Soufragetten“ Hamburgs, Berlins, Kölns, Münchens, Deutschlands und der Welt, die angeblich feministisch oder veganistisch doch in Wirklichkeit materialistisch ihre Ariadnefäden stricklieseln und Inhouse-Juristen grosser Konzerne mit Hang zu alkoholisierten Ausschweifungen umgarnen; ebenfalls allerliebst gewidmet den Damen und Herren in angestellten Verhältnissen, die bei einem Brunch, Lunch oder Dinner von Leitern, Chefs, Vorständen, Ärzten, die ihre Kinder oder Habseligkeiten absichern wollen, den korrumpierbar polygamischen Professoren nicht zu vergessen, diesen Damen und Herren also, die sich großzügig einladen lassen und sich so vielleicht aus Dankbarkeit aber eher aus Kalkül weil menschlich gesehen damit erpressbar machen…©Kyriaki Marati Buecher-Logbuch

Welche Musik begleitete die Autorin während der Entstehung dieser fiktiven Geschichte?

DIE ANTWORT WEISS

Orfa Alarcón, Königin und Kojoten.

Bibliographie

Orfa Alarcón, Königin und Kojoten, ©Orfa Alarcón.

Mexiko kontrovers:

Grauzonen staatlicher Gewalt

Staatlich produzierte Unsicherheit in Kolumbien und Mexiko:

TerrorZones

Gewalt und Gegenwehr in Lateinamerika.

Über Frauenrollen in Industriesystemen und das Schicksal kreativer Talente, zum Beispiel in der Musikindustrie, lesen Sie in:

Cècile Wajsbrot, Eclipse

Spannend hierzu ist die Interpretation von Rücken und die Unterstellung, dass Inhalte nicht mehr wichtig sind, sondern nur der Rahmen, in dem sie erscheinen, und das gilt nicht nur für die Musikbranche. Eine inhaltliche Lücke besteht doch: was ist wenn jemand mit naturwissenschaftlich-journalistischem Potential die Inhalte nicht als das eigene Leben begreift, sondern sinnierend sich von ihnen distanziert, kurzerhand „seziert“ und wie ein Bumerang an den Empfänger und seine Stellvertreterinnen zurückwirft…was wäre dann dieser Versuch wert…

Über Dialog als Möglichkeit zur Lösung von Konflikten zwischen Familien und Fachkräften:

Jesper Juul, Familienberatung: laut zuverlässiger Information ist dies der Verlag, der gerne meine Familiengeschichte hören wollte, ohne mich zu fragen, ob ich es auch will. Konzernunabhängig ist dieser ratgebender Verlag nicht. Aber börsennotiert ist er und seine Mutter sicherlich schon…

 

Buch trifft Schauplatz.
„Von Bademeistern und Schwimmern in Bad Berg.“

Der ältere Stadtteil Berg liegt im Osten Stuttgarts, der Hauptstadt des deutschen Bundeslands Baden-Württemberg. Das Mineralbad Berg wurde 1856 vom königlichen Hofgärtner Friedrich Neuner eröffnet.

Das besondere Bad Berg
Das hohe fliessende Wasservolumen der insgesamt fünf Mineralquellen macht das Versetzen des Wassers mit Chlor und seine stufenweise Reinigung überflüssig. Mehr als nur ein Bad für Pensionäre soll das Neuner, alias Mineralbad Berg, Szenetreff und Sommervergnügen sein.

Die Literaturverbindung

Heinrich Steinfest, Der Allesforscher, Piper Verlag München 2014
Shortlist Deutscher Buchpreis 2014 ©Piper Verlag Illustrationen Heinrich Steinfest

Im Abenteuerroman Der Allesforscher von Heinrich Steinfest beginnt das zweite Leben des ehemaligen Managers einer Produktionsfirma für Mikroprozessoren Sixten Braun in Stuttgart als Bademeister in Bad Berg. Sixten wacht über die friedlich schwimmenden Damen und Herren, rettet einem kranken Enterich das Leben und lässt sich von seinem Sohn Simon zum Klettern bekehren.©BUECHER-LOGBUCH

Quellen:

  • Webseite des Schmetterling Verlags über den Bildband Hier drin ist eine Welt für sich zum Neuner, alias Mineralbad Berg,
  • die deutsche Wikipedia.
  • BUECHER-LOGBUCH.DE
    BUECHER-LOGBUCH.DE

„Das Abenteuer, das Zukunft heisst…“
Der Roman
„Der Allesforscher“

Heinrich Steinfest, Der Allesforscher, Piper Verlag München 2014
Shortlist Deutscher Buchpreis 2014 ©Piper Verlag Illustrationen Heinrich Steinfest

Der Roman Der Allesforscher von Heinrich Steinfest erzählt von den dramatischen Ereignissen im Leben des Sixten Braun, die ihm beinah das Leben kosten; von seiner großen Liebe zu Lana; von seinem Aufstieg vom Manager zum Bademeister; von der zweiten Liebe seines Lebens Kerstin; von einer Pilgerreise zu einem Schicksalsberg auf den Tuxer Alpen; und von seiner Verwandlung vom Einzelgänger zum Vater. Das Kind, das sein Leben umkrempelt, heisst Simon, und es zeigt Sixten den Weg in die Zukunft; Simon ist der Allesforscher. Der Roman Der Allesforscher ist im Piper Verlag München erschienen.©BUECHER-LOGBUCH

„PANTA REI IM FERNGLAS“.
ABENTEUER FAMILIE.
„Der Allesforscher“

Heinrich Steinfest, Der Allesforscher, Piper Verlag München 2014
SHORTLIST DEUTSCHER BUCHPREIS 2014 Piper Verlag empfohlen von buecher-logbuch.de

Auftritt Protagonist. Name: Sixten Braun; Alter: sechsundzwanzig; Beruf: Manager; Familienstand: ledig, verlobt, keine Kinder; Wohnort: Köln; Lieblingshobby: Hürdenlaufen; Stimmungslage: von gelangweilt bis verkatert; Jahr: 2004.

SZENERIE

Derzeitiger Aufenthaltsort: Tainan auf Taiwan; Uhrzeit: morgens um sieben; Schauplatz: Hauptstrasse vor einem Stundenhotel. Er befindet sich auf eben dieser Strasse, als ein toter Pottwal auf einem Laster explodiert und seine durch die Luft katapultierten Innenteile den verdutzten deutschen Passanten ins Krankenhaus befördern. Aus dem Koma erwacht verliebt er sich auf Anhieb in die schöne deutsche Ärztin. Ihre leidenschaftliche Liebesaffäre findet ein Ende, als er seine Rückreise nach Deutschland antreten muss. Dem Pottwal-Angriff folgt der Flugzeugabsturz über dem ostchinesischen Meer; Sixten überlebt in einer geborgten Schwimmweste, doch das plötzliche Erscheinen des rechtmässigen Besitzers besagter Schwimmhilfe verkompliziert die Lage, bis das Schicksal gnädig zugunsten Sixtens eingreift. Zehn Jahre später hat er seinem Managerdasein Adieu gesagt, ist geschiedener Ehemann und designierter Bademeister in Bad Berg Stuttgart. Die Nachricht, Vater eines taiwanesischen Jungen zu sein, überrascht den inzwischen in Beschaulichkeit badenden Mitdreissiger.
Dank beherzter Unterstützung der Mitarbeiterin der taiwanesischen Vertretung in München kommen Vater in spe und der siebenjährige Simon, Sohn der verstorbenen Lana, zusammen.

CHARAKTERSTUDIE VATER/SOHN

Simon wirbelt Sixtens Alltag und Urlaube ordentlich auf; er spricht seine eigene Sprache, die kein anderer versteht, und er wehrt sich dagegen, die Sprache der Anderen, hier Deutsch, zu lernen; das Fehlen sichtbar verbaler Kommunikation und seine einzigartige nicht entzifferbare Sprache sichern dem Jungen einen Platz in der Schule für Geistigbehinderte. Währenddessen gehen Vater und Sohn auf Entdeckungsreisen. Simon klettert wie ein natural born Gemslein, berührt die Welt des Unsichtbaren, zeichnet Menschen, Landschaften, Stimmungen mit der Präzision und dem Tiefblick eines Altmeisters, fühlt Erinnerungsfäden, bringt das Glück der Kindheit und längst vergessene glückliche Augenblicke seiner ultimativen Bezugsperson und die schönen Erinnerungen an Geliebte und Mutter zurück; das Kind ist der Allesforscher. Dass Simons biologischer Vater nicht Sixten ist, kann ihrer inzwischen unzerstörbaren Verbindung nichts anhaben. Das bedingungslose Vertrauen des Kindes, die Entdeckung des Vaterseins, die Alles einkreisende Bindung mit ihren Ecken und Kanten begleitet sie auf ihren abenteuerlichen Wanderungen durch Stuttgart, Innsbruck, die Tuxer Alpen und durch die geheimnisvolle Welt der Träume.

Der Protagonist, Ex-Manager und Nun-Bademeister, lebt nach vielen Turbulenzen ein beschauliches Leben in Stuttgart, bis eines Tages die Nachricht ihn ereilt, dass er einen Sohn hat. Bis er sich zum Vater-Dasein bekennt, sich traut, vergehen einige aufregende Tage, Wochen, Monate im Alltag der beiden. Der Alltag von Vater und Sohn ist das Abenteuer, das Zukunft heisst.

DAS BUCH FÜR ALLE
Der Allesforscher ist der Urlaubsroman zum Eintauchen und Emporklimmen; für Adoptiveltern, die an dem Geschenk der zweiten Bindung als Chance, nicht zuletzt aufgrund der mehr als oft begriffsstützigen Umwelt, zweifeln; für staunend die Zukunft erblickende Eltern, die unsere Kinder verkörpern, der aufgehenden Sonne ähnlich; für Reisende mit Kletterambitionen und gebotener Vorsicht; für Krimileser, weil die Handlung sich ihre Höhepunkte sucht, ähnlich der Bergwanderer an Aussichtspunkten und der Kletterer an Bergspitzen; für Abenteurer, die ein spannendes Buch für entspannte Stunden suchen; für Angstbezwinger; für Leser des vielleicht nicht alltäglichen Humors, doch was ist schon heutzutage alltäglich; für Liebhaber der Berge Tirols und Entdecker; für Weltreisende, denn dieses Buch lässt Landschaften sprechen und das Wetter Kulissen entwerfen.

Alles forschen heisst…

Die Angst bezwingen;
einen Enterich im Schwimmbad reanimieren;
einem trotteligen Lawinenhund das Leben retten;
die verstorbene Schwester im Traum wiedersehen;
dank der erlösenden Erinnerungen Albträume verjagen;
das Universum erklimmen;
dem Panta Rei (=Alles fließt) durch
das Fernglas betrachten;
Das Leben verwandeln;
einfach sein.

Buecher-Logbuch-Fazit

 „Der Allesforscher“ ist der Roman für Väter, Mütter, Elternpaare und solche, die es werden wollen; und er ist auch der Roman für Eltern, die neben den eigenen Wünschen und Zielen Kindern ohne Zuhause eine helfende Hand ausstrecken, Sicherheit vermitteln und spielend eine Vertrauensbeziehung aufbauen ohne Erwartung eines Danks, eine Vertrauensbeziehung, die je nach Situation bereit ist loszulassen und selbstständig auch ein Vorbild für das eigene Kind bleibt, indem sie nicht jedes Mal dem Diktat der aus Konzept-, Hilf-, Planlosigkeit oder anderen Kalkülen aufoktroyierten Selbständigkeitsdidaktik folgt.©BUECHER-LOGBUCH

Orte:

Deutscher Buchpreis 2014 Shortlist

„Der Allesforscher“ ist nominiert für den Deutschen Buchpreis 2014, dessen Preisträger am 6. Oktober 2014 bekanntgegeben wird. 

Bibliographie

Heinrich Steinfest, Der Allesforscher, Piper Verlag 2014, 400 Seiten, ISBN: 978-3-492-05408-9, €19,99 [D] auch als e-book und Taschenbuch erhältlich.

Lesen Sie auch:

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Der Must-Read
für Europäer.
„Am Ufer“ von
Rafael Chirbes.

Rafael Chirbes, Am Ufer, Verlag Antje Kunstmann München 2014
Verlag Antje Kunstmann

Der Roman Am Ufer von Rafael Chirbes ist das Kammerspiel an dem stundenweise festlich gefärbten, Idylle verheissenden, trügerisch verblendenden, noch romantisierten Norden-Alter-Ego am Rande des Abgrunds, an dem serienweise ausgebeuteten Mittelmeersaum. Der anspruchsvolle Must-Read für Europäer ist im Antje Kunstmann Verlag erschienen.BUECHER-LOGBUCH

Bildband

La emotiva Andalucía (30-33), in: Juan Antonio Fernández Durán Fotografías, Covadonga de Noriega, Trazos de España, ©Agualarga Editores.