Die Zauberworte, die ich rief,
den Besen zwang ich, dass er lief…

POETRY.
„Der Zauberlehrling“

Johann Wolfgang von Goethe, Der Zauberlehrling, Kindermann Verlag Berlin 2006, 5. Auflage 2012
Kindermann Verlag

Der alte Zaubermeister geht auf Reisen, der junge Zauberlehrling will die ihm höchst willkommene Abwesenheit des ehrwürdigen Lehrers gebührend feiern.

Poesie und Klassik im Dienste der Leseförderung. Wenn der Meister weg ist, freut sich der Lehrling. Der zielstrebige Kandidat der Zauberkünste bedient sich leichtfüßig eines Besens, entfacht himmelhochjauchzend die Parade des Wasserelements um festzustellen, dass er nicht aller Machtworte Herr ist.  
Illustriert von Sabine Wilharm für die Reihe #PoesiefürKinder des Kindermann Verlags dichtet die weltberühmte Ballade von Johann Wolfgang von Goethe #DerZauberlehrling  den Tag einer #Havarie am Land mit glücklichem Ausgang.

Buecher-Logbuch-Fazit

„Der Zauberlehrling“ dichtet der Jugend Enthusiasmus und des Alters Eloquenz in ihrem fulminanten Duell mit dem Wasserelement. Am Anfang steht die Zauberformel nach dem Motto Die Zauberworte, die ich rief, den Besen zwang ich, dass er lief…Von Sabine Wilharm illustriert fahren Goethes Strophen auf hoher See, bis der Sturm sich legt.#Buecher-Logbuch 

Bibliographie

Johann Wolfgang von Goethe, „Der Zauberlehrling“, Reihe „Poesie für Kinder“, ©Kindermann Verlag 2006, 5. Auflage 2012, Illustrationen: Sabine Wilharm, 24 Seiten, ISBN: 978-3-934029-25-5, Fadenheftung, Halbleinen, durchgängig vierfarbig, €14,50 

Jugendliche ab 14 und Erwachsene lesen:

 

 

„DIE ENTSCHEIDUNG DER MEERKATZE“
Fantasy.
„Wildhexe 1: DIE FEUERPROBE“

Lene Kaaberbøl, Wildhexe Die Feuerprobe, für die deutsche Ausgabe Carl Hanser Verlag München 2014
Carl Hanser Verlag

Bestellung über BUCHHANDLUNGEN

DIE ENTSCHEIDUNG DER MEERKATZE

Sommer in der Merkurgade, Dänemark. Die zwölfjährige Clara hat einen zweiten Schatten. Der schwarze Kater, der ihr auf Schritt und Tritt folgt, verpasst ihr einen Kratzer mitten ins Gesicht. Sein seltsames Verhalten hinterher lässt ihr keine Ruhe; seitdem bewohnt er ihre Träume, und sie hört seine Gedanken. Und da ist noch die Maus, die sich in Claras Schulmappe versteckt, zitternd vor Angst und mit einem Dorn in der Schnauze. Plötzlich fällt dichter Nebel und Clara wird von einem albtraumhaften Wesen mehr Vogel als Mensch angegriffen. Nur Tante Isa, die fern der Stadt im Wald lebt, kann Clara helfen, die Veränderungen in ihrem Leben zu begreifen und sie in ihre neue Rolle einzuweihen; denn Clara ist eine Wildhexe, Tiere suchen ihre Nähe, und sie ist in Lebensgefahr. Ihre erbitterte Feindin Chimära schafft es mit Intrigen und antiquierten Methoden Clara vor das Gericht der “Rabenmütter” zu bringen. Das junge Mädchen muss vier Feuerprüfungen bestehen, um ihren Ruf wiederherzustellen und ihr Leben diesseits und jenseits der “Wilden Wege” zu verteidigen. An ihrer Seite steht die schwarze „Meerkatze“, deren Entscheidung für Clara den Stein ins Rollen brachte.
“Wildhexe Die Feuerprobe” ist der fantasievolle Auftakt der Buchserie um die schüchterne, unauffällige Clara. Auf der Suche nach ihrer Identität als Wildhexe wird ihr die Verantwortung bewusst, im Bande mit Natur und Tieren zu stehen. Sie entdeckt ihre eigenen Stärken, die mehr sind als bloß Talent, und sie überwindet die Angst, weil sie erkennt, dass es die Angst ihrer Feindin ist vor ihrer Zauberkraft, nur eine Projektion. Claras Kreide zieht mit sicherer Hand die Grenzen zwischen Schein und Wirklichkeit, Nebel und hellem Sonnenschein, Feinden und Freunden, Misstrauen und Vertrauen, Albtraum und Wachzustand, Schweigen und Worten, Angst und Hoffnung, Schüchternheit und Mut zur Wahrheit. Claras Gewinn ist Selbstsicherheit; ihrer Katze überlässt sie gelassen das letzte Wort. Zurück bleiben Düfte von Gras, Tannennadeln, Seetang, Salz, Sonne, Sommer, Geräusche wie Katzenschnurren und Echsensummen, das Flattern aufgeschreckter Fledermäuse, bekannte und unbekannte Gefühle wie “mit Sandpapier kuscheln” und Wunderkerzen-Schauern zusehen.

Der Auftakt der Buchserie um Wildhexe Clara ist eine Geschichte, die Elemente der Fantasy- und Science-Fiction-Genren verbindet und ein Must-Read für Mädchen und Jungs ab 12.BUECHER-LOGBUCH

Bibliographie

Lene Kaaberbøl, Wildhexe Die Feuerprobe, ©Lene Kaaberbøl, Carl Hanser Verlag 2014, 160 Seiten, ISBN:978-3-446-24173-2, €12,90.

Bände 2 und 3

Dieser Buchtipp war Part der Buecher-Messenger für das Schuljahr 2014/2015 und stammt von:
Kyriaki Marati, E-Mail: Kontakt, Web: buecher-logbuch.de

Lesen Sie auch:

Jenni Fagan, Das Mädchen mit dem Haifischherz.

Veröffentlicht in:

BUECHER-LOGBUCH.DE
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„Inspektor Sato, übernehmen Sie!“
KRIMI.
„YOYOGI PARK“

Andreas Neuenkirchen, Yoyogi Park, Conbook Verlag Meerbusch 2014
Conbook Medien

META-REZEPTION

Yuka Sato ist eine Ermittlerin in Nöten mit vielen Interessen. Ihre Welt ist nicht mehr mannophon.

Frühling in Tokio. Kirschblüten säumen Parkanlagen, Gewässer, Teehäuser. Eine junge Frau wird im Yoyogi Park ermordet aufgefunden. Inspektor Yuka Sato und Assistant Inspector Shun Nakashima fahnden nach dem Mörder im Dickicht von Zeugenaussagen und verborgenen Spuren.

Die Szenerie
Frühling in Tokio. Kirschblüten säumen Parkanlagen, Gewässer, Teehäuser, Strassen und Appartementkomplexe. Tatort Yoyogi Park. Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden. Ihre Kleidung ahmt den Stil der Protagonistin einer mässig erfolgreichen Manga-Serie nach; sie imitiert die berühmte Verkörperung auf der Leinwand durch den Star mit Künstlernamen Yuka Sato – ein Allerweltsname in Japan. Die Namensvetterin der Fernsehprominenten Inspektor Yuka Sato und Assistant Inspector Shun Nakashima der „Tokyo Metropolitan Police“ fahnden nach dem Mörder im Dickicht von Zeugenaussagen und verborgenen Spuren. Ihre Ermittlungen schlängeln sich jenseits labyrinthischer Bahnhöfe und fensterloser Lagerhäuser, diesseits trendiger Szenentreffs und altmodischer Straßenmärkte, dem doppelbödigen Charme von Lolita-Boutiquen und Maid-Cafés auf der Spur. Ihren Feierabend begießen sie in Stammlokalen, Bars, Nudelrestaurants; sie besingen ihn mit Karaoke-Duellen aus „Blue Hearts“- und „U2“-Strophen; ihre halb sportlichen halb behäbigen Verfolgungsjagden im Menschenmeer der Hauptboulevards unter dem strahlenden Neonlicht grellbunter Werbeplakate, liebkost von den Tönen ohrenpeinigender Musikkulissen bleiben dem Täter dicht auf den Fersen; sie enthüllen mehr Tote, Selbstmorde, die keine sind, einen Mädchenhandelring im Schafspelz eines Diskussionsforums für junge Ausreisserinnen, Schmiergeldgeschäfte mit illegalen Telecasinos; hinter der Schein-Legalität verbirgt sich die allgegenwärtig unsichtbare mächtige Organisation, deren Schattenreich abseits des Gesetzes liegt und deren Einfluß sein Netz diesseits der Schatten spinnt.

Charakterstudie Yuka Sato
Yuka Sato, die Polizistin, durchquert die alle Sinne herausfordernde Landschaft Tokios von Yoyogi Park bis Tachikawa, von Shinjuku nach Harajuku, von Sumida nach Kabukichō; die Alleinstellungsmerkmale der Krimi-Debütantin sind der Mix aus Eigensinn, Zielstrebigkeit, weiblicher Intuition, Zungenfertigkeit und Handeln im Dienste der Ermittlungen; sie übersteht augenzwinkernd und verständnisvoll eine halb vergeigte Liebesnacht. Sie lässt im Dickicht des ersten Aktes um die Tote und den beinah tödlichen Angriff auf den Gerichtsmediziner, der den Täter beim Beseitigen verräterischer Spuren stört, die Zeugen aussagen, ihre Version der Realität erzählen. Sie folgt einer falschen Spur, sie geht anderen Verdachtsspuren nach, ohne sich mit dem erstbesten Verdächtigen zufriedenzugeben. Sie reist in das „gepflegt saubere Herz“ und in das „höchst methodische Gehirn“ der Finsternis, sie geht als Siegerin aus einem um Informationen buhlenden Kendo-Duell hervor; der besiegte „Vater aller Schattenmänner“ liefert ihr den Hinweis auf die Identität eines seiner Organisation gefährlich gewordenen Faktotums im „ehrenwerten“ Spiel um Profit; das Bauernopfer wird vollbracht und der „Maulwurf“ in den eigenen Reihen entlarvt in dem beispiellosen Countdown am Teehaus des Yoyogi Parks. Der erste Fall wird enträtselt, als die Kirschblüten fallen, und der heisse Sommer Tokios wartet auf Yuka Satos zweiten Fall.
Was verkörpert Yuka Sato?
Die eigensinnige Ermittlerin ist redegewandt, romantisch patent, respektvoll furchtlos vor Männern, Vorgesetzten und dem jahrtausendlangen Erbe des Landes; sie bedient sich des alltäglichen Catwalks der Markenprodukte, gibt sich karaoke-verliebt, freundlich unverschämt, mutig, sportlich, meistens trinkfest und kampfbereit. Sie kann das moderne Gesicht der Vollblutkriminalistin aus dem alten Edo in neuen Gewändern werden.

Das Erbe aus Fernsehen und Literatur

Bei Inspektor Satos Verbrecherjagd ist Lalo Schifrins Fernseh-Klassiker „Mission: Impossible“ – in Deutsch: „Kobra, übernehmen Sie“ – aus dem Jahr 1966 mehr als nur ein Echo und die Verbeugung vor Akutagawa Ryūnosukes Klassiker „Im Dickicht“ mehr als nur ein Knicks.

Buecher-Logbuch-Fazit

„Yoyogi Park“ ist der Auftakt der Japan-Krimis um Inspektor Yuka Sato im Rad der Jahreszeiten geprägt durch das Leben nach Tsunami, Erdbeben und Atomkatastrophe.

Inspektor Sato übernehmen Sie! Die neue Kriminalromanserie um die eigensinnig romantische, zungenfertige wie zielstrebige Kendoka und Kriminalistin geht an den Start mit ihrem ersten Einsatz zur Kirschblütenzeit.BUECHER-LOGBUCH

Bibliographie

Andreas Neuenkirchen, Yoyogi Park, ©Conbook Medien 2014, ISBN: 978-3-943176-62-9, €12,95 

Film:

The Black Swan.

 

Buch trifft Schauplatz.
Mit dem Tidenkieker auf den Pagensand.

Der Pagensand ist eine ehemalige Sandbank, die mit Ebbe und Flut wanderte und nur bei Niedrigwasser sichtbar war. Heute ist der Pagensand eine der Inseln auf der Niederelbe.

Die Buchverbindung

Der Schatz auf Pagensand (Uwe Timm) erzählt über den gefährlichen Segeltörn von vier Freunden aus Hamburg, die in den fünfziger Jahren mit ihrem alten Boot auf Schweinesand und Pagensand landen.©Buecher-Logbuch 

 

„STÖRTEBEKERS SCHATZ“
DIE ELBSANDE VOR 50 JAHREN.
„Der Schatz auf Pagensand“

Uwe Timm, Der Schatz auf Pagensand, Deutscher Taschenbuch Verlag 14. Auflage 2013
LOKALEMPFEHLUNG, SEHR EMPFEHLENSWERTE BUCH dtv

Hamburg, 1954: Ein Mädchen und drei Jungs machen in den Sommerferien eine Bootstour und suchen den Schatz des Störtebeker. Unterwegs zum Pagensand geraten sie mehrmals in Lebensgefahr, denn ihr zusammengeflicktes altes Boot ist undicht, die Strömungen der Elbe unberechenbar und ein Schmugglerring ist ihnen dicht auf den Fersen.

SZENERIE

Vier Schulfreunde, davon ein begnadeter Erzähler; seine Geschichten sind berühmt, denn sie sind reich an Fantasie und unbeliebt beim Deutschlehrer; seine Note in Rechtschreibung ist so unterirdisch schlecht, dass der Schulwechsel nach den Sommerferien feststeht. Doch vorher haben die vier Freunde noch Zeit, den Störtebeker Schatz zu suchen; der berüchtigte Pirat soll ihn auf dem Medemsand versteckt haben, sagt Benno. Jutta und er fahren mit der S-Bahn zum Dammtor und gehen ins Staatsarchiv. Alsdann muss ein Boot her; sie kratzen ihr Taschengeld zusammen und kaufen einen reparaturbedürftigen Kahn aus Eiche für 245 Mark. Ein alter Bootsbauer in Övelgönne zeigt ihnen, wie sie das Boot fahrtüchtig machen können; sie schmirgeln, schaben, streichen, flicken und sie schweigen. Die Expedition „Schatz des Störtebeker“ ist ihr Geheimnis, weil die Eltern es nicht erlauben. Die „Freundin der Winde“ segelt los, an Bord sind ihre vier Besatzungsmitglieder: der Kapitän, der Lotse, die Schiffsärztin und der Geschichtenerzähler und Expeditionsleiter. Ein Streit zwingt sie zum Halt: am Schweinesand. Dort machen sie die Bekanntschaft des Königs von Albanien: wer ist dieser Mann, der Geldmünzen verbiegen kann und leckere Pfannkuchen backt, ein Hausschwein namens Cäsar hat und Blumenbeete mit leeren Granatenhülsen eingrenzt? ein Exil-König, ein Gestrandeter, ein Flüchtling, ein Spinner…und hat er tatsächlich einen Schatz auf Pagensand versteckt? Das Quartett der Jungmatrosen will nun zwei Schätze bergen und segelt weiter. Plötzlich sind sie in doppelter Lebensgefahr; ihr Boot hat ein Leck, und Schmuggler bedrohen sie mit einer Waffe.
Uwe Timm erzählt die nicht ganz ungefährliche Segeltour der Jungen und des Mädchens mit einem uralten Jollenkreuzer auf der verdammt tiefen Elbe (Seite 82), deren wechselhafte Strömungen legendär sind. Er beschwört die Zeit der fünfziger Jahre herauf, er lotst seine Mannschaft stromabwärts von Hamburg zum Schweinesand, der heute nur begrenzt befahrbar ist, am Pagensand vorbei in Richtung Glückstadt, wo er kurz Anker wirft und auf Stadttour geht, weiter nach Brunsbüttel mit Blick auf Wiesen und Bauernhöfe, immer in Bewegung wie die Sande, die sich jedes Jahr um Meter verschieben; er steuert das Segelboot in Wind, Ebbe und Flut, an Frachtern, Motorbooten und Schmugglergut vorbei, nur nicht so vielen wie heute; er lässt unter tosendem Gewitter und meterhohen Wellen die angehenden Segler Schiffbruch erleiden, rettet sie knapp vor dem Ertrinken und macht aus ihnen Angler und Fischverkoster; er lässt sie krummen Geschäften lauschen und Todesgefahren bestehen; er bläst ihnen Angst und Heimweh ein, ruft die Wasserschutzpolizei auf den Plan und schreibt die erste aufregende Reise ohne Eltern vor der eigenen Haustür, die glimpflich-glücklich zu Ende gehen darf.

BUECHER-LOGBUCH-FAZIT

„Der Schatz auf Pagensand“ ist der Must-Read für Hamburger Jungs und Mädels ab 12 und ihre Familien.©Buecher-Logbuch

Bibliographie

Uwe Timm, Der Schatz auf Pagensand, Deutscher Taschenbuch Verlag, 15. Auflage 2014, 176 Seiten, ISBN: 978-3-423-70593-6, €5,95