Das Buch des
Monats September.
„Die schöne Menschenliebe“

DIE BEGRÜNDUNG
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Lyonel Trouillot, Die schöne Menschenliebe, Verlagsbuchhandlung Liebeskind 2014
©Verlagsbuchhandlung Liebeskind

Eine junge Frau fährt nach Haiti auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte. Ihre Eltern und Grosseltern haben in einem kleinen Küstendorf gelebt, wo vor vielen Jahren ein Unglück geschah, über das niemand ein Wort verliert. Warum das so ist, erzählt Lyonel Trouillot in seinem Roman Die schöne Menschenliebe über Begegnungen von Menschen aus vielen Welten, über die Notwendigkeit des Zuhörens, über die Fähigkeit zum Lächeln, die nicht jedem geschenkt wird, aber auch über Verdrängung und das Diktat von Schönheit und Harmonie, das Aussenkräfte vergänglich wähnt und den Boden für Gewaltakte nährt.©deckchair Buecher-Logbuch[/expand]

DAS SEHR EMPFEHLENSWERTE BUCH DES MONATS AUGUST 

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Miguel Ángel Hernández FLUCHTVERSUCH Verlag Klaus Wagenbach [/expand]

DAS SEHR EMPFEHLENSWERTE BUCH DES MONATS OKTOBER 

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Jaron Lanier WEM GEHÖRT DIE ZUKUNFT? Hoffmann & Campe Verlag [/expand]


„SCHLAFLOS IN ST. PAULI“
„Hafenlichter“

Jens Eisel, Hafenlichter, Piper Verlag München Zürich 2014
Piper Verlag

Schlaflos in St. Pauli

St. Pauli, Hamburg. Jens Eisel geht mit seinen Kurzgeschichten „Hafenlichter“ spazieren durch das Viertel, das tagsüber verschlafen das Tageslicht begrüsst und nachts seine Lichter im Wasser der Elbe tanzen lässt. Der Erzähler ist selber Passant. Er geht durch die Strassen, besucht Kneipen, schläft in Zimmern, schaut dem Elbwasser zu, kommt und geht, macht Freunde. Seine Stories kreisen um das viel besungene, zitierte, verfilmte, klischeebehaftete, abertausendmal besuchte Hamburger Viertel.

Menschen jung und alt treffen sich in Hafenkneipen, kümmern sich um Hundewaisen, kommen einander näher, lassen einander los, kehren zurück auf der Suche nach Erinnerungen, Anhaltspunkten, Spuren aus der Vergangenheit, Geld, Hoffnung, Nähe. Wege kreuzen sich zufällig, um wieder auseinanderzudriften. Das Leuchten der Begegnungen brennt bis in die frühen Morgenstunden; es streckt sich den Lichtern des geschäftigen Hamburger Hafens entgegen. St. Pauli bekommt graue Haare, Lücken entstehen in seiner Landschaft, Menschen, Tiere, Häuser verschwinden, andere gesellen sich dazu. Das Echo der Turmuhrschläge hallt in Gassen und Mauern, die Hafenlichter lotsen Menschen auf der Durchreise zur Einkehr in Kneipen mit Hausmannskost in stiller Betrachtung der Lebensscheibe, die sich unbekümmert weiter dreht.

Buecher-Logbuch-Fazit

„Hafenlichter“ ist die stimmungsvolle Widmung an St. Pauli und seine Menschen, deren Herz aus Abschieden und Wiedersehen dem Echo der Zeit gemächlich folgt. Eisels literarisches Alter Ego berichtet und dichtet Begegnungen unter dem glühenden Schein der Neonträume. Menschenschicksale weben ihre roten Fäden auf dem Canvas der zeitbefristeten Bindungen und zeitlosen Erinnerungen in die atmosphärisch gelungen inszenierte Konstante des Stadtteils am Hamburger Hafenrand. „Hafenlichter“ erzählen nicht nur Männern von menschlichen Schicksalen und Begegnungen am Hafenrand.©Buecher-Logbuch 

Lesungen in Hamburg

Bibliographie

  • Jens Eisel, Hafenlichter, Stories, Piper Verlag München 2014, Umschlaggestaltung Rudolf Linn, ISBN: 978-3-492-05665-6, €16,99
  • Auch als Hörbuch erhältlich. Gelesen von August Dietl. 

Lesen Sie auch:

Hamburg-St. Pauli lernen Sie lesen und kennen in:

Hotlist 2014

Neben dem Deutschen Buchpreis gibt es die Hotlist. Sie wird von 143 unabhängigen Verlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz veranstaltet.
Die drei Bücher mit den meisten Stimmen aus dem Online-Publikumsvotum und sieben weitere Bücher, die die Hotlist-Jury auswählte, sind die 10 besten Bücher aus unabhängigen Verlagen 2014.
Am 10. Oktober 2014 findet die Verleihung im Literaturhaus Frankfurt statt.

Quellen:

  • buecher-logbuch.de
  • www(DOT)hotlist-online(DOT)com