„CHAMÄLEON AUF STREIFZUG.“
ERZÄHLUNGEN.
„Urwaldgäste“

Roman Ehrlich, Urwaldgäste, DuMont Buchverlag 2014 Köln
DuMont Buchverlag

Von natürlichen Kreisläufen und erfundenen Lebensläufen, von den Fälschungen der Fälschungen, von den Räumen als Konstante und Erinnerung an unbestimmte menschliche Vergangenheiten, von Chamäleons Wanderungen aus Urwaldhabitaten und seiner lesenden Begleitung auf Streifzügen durch Städte, Länder, Flüsse, von Künstlern des Vorbeigehens und Könnern des Aneinandervorbeiredens, und vielen weiteren Begebenheiten erzählt Roman Ehrlichs Urwaldgäste.

Buecher-Logbuch-Fazit 

URWALDGÄSTE ist der SprachCocktail der verschobenen Realitäten und neben der Spur joggenden Entitäten und eine amüsante Einleitung in das Leben mit echten Amphibien und Reptilien.

Urwald©BUECHER-LOGBUCH

Bibliographie

Roman Ehrlich, URWALDGÄSTE, Erzählungen, DuMont Buchverlag, Erste Auflage 2014 DuMont Buchverlag Köln, ISBN: 978-3-8321-9753-7, €19,99

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namens Verdi* das erwachsene „Würgeschlangen-Leben“ mit einem „Achter-Looping“ erobert.

*Verdi

*Python

*Die Pythons (Pythonidae; altgr. Πύθων Pythōn; Einzahl der, nicht fachsprachlich auch die Python) sind eine Familie von Schlangen aus der Überfamilie der Pythonoidae.

Die meisten Arten der Familie Pythonidae sind in der Europäischen Artenschutzverordnung gelistet und dürfen ohne Genehmigung gehalten werden. Gemäß der Bundesartenschutzverordnung ist die Haltung der zuständigen Landesbehörde gegenüber jedoch meldepflichtig.

Python molurus molurus, der helle Tigerpython ist im Anhang A der Europäischen Artenschutzverordnung geführt und darf ohne Genehmigung nicht gehalten werden.

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Die verlorenen Welten des Zdenek Burian

Zdenek Burian wurde 1905 in Koprivnice in Nordmähren geboren. Bereits mit 14 Jahren wurde er an der Akademie für grafische Kunst in Prag angenommen. Drei Jahre später brach er das Studium wieder ab, um Abenteuerautoren wie Robert L. Stevenson, Jules Verne oder Karl May zu illustrieren. 1935 lernte er den Paläontologen Josef Augusta kennen, der ihn für die Rekonstruktion prähistorischen Lebens gewann. Von nun an schuf Burian mit der Illustration von zahlreichen populärwissenschaftlichern Büchern ein einzigartiges Werk, das ihn auch international bekannt werden ließ. 1981 starb er in Prag.

DIE ERFINDUNG DES KUCKUCKSFLUGES:
„DAS LÄCHELN DER ALLIGATOREN“

Michael Wildenhain, Das Lächeln der Alligatoren, Klett-Cotta Stuttgart 2015
Klett-Cotta BUECHER-LOGBUCH-TOPLIST THRILLER

Irgendwann in den sechziger Jahren. Eine Mutter und ihr Sohn sind auf dem Weg nach Sylt; weniger ein Urlaub, mehr eine Pflichtübung, denn auf der Insel wohnt der jüngere Bruder, der seit einem Unfall schwerst behindert ist. Die Erinnerungen an das folgenschwere Ereignis und an die glückliche Familienzeit davor vernebeln das Gemüt des fünfzehnjährigen Romanprotagonisten…

CHARAKTERSTUDIE

Der junge Protagonist schafft es nicht, die Schuld für den Zustand seines Bruders wegzudrängen, die schleichende Entfremdung der Eltern, die Trennung von dem liebgewonnenen Zusammensein in der Familie, dem Abschied von den vertrauten Spielen der frühen Kindheit zu verarbeiten. In diesem melancholischen Zustand unverarbeiteter Beziehungskonflikte im Schatten der vielen Abschiede und überforderter Eltern trifft er vor damals uriger Sylter NordseeKulisse auf den Menschen, den er sein Leben lang nicht vergessen wird; aus allen Poren verströmt sie Faszination, personifiziert Grenzüberschreitung und den Bruch mit Konventionen bis hin zu unverhohlener Grausamkeit; vor allem aber verkörpert dieses fiktionale weibliche Gegenüber das schwer erreichbare Versprechen erotischer Ekstase, das seine jugendlichen Sinne auf der Suche nach Abwechslung und Neuorientierung versklavt, den noch nicht entwickelten gesunden Menschenverstand verblendet, der expliziter Grausamkeit niemals folgen würde. Jahre vergehen bis zum Wiedersehen: das erotische Katz-und-Maus-Spiel beginnt von vorne, die sexuelle Vereinigung besiegelt die Hörigkeit, die Freundeskreise sind radikalisierte Fanatiker; erst zu spät erkennt der Protagonist seine eigene bescheidene Rolle als Mittel zum Zweck im Spiel um politische Signale, den Missbrauch seiner Gefühle im Altar moralisierender Racheakte. Er wird der Bauer auf dem Schachbrett, der folgt, persönlich involviert, politisch instrumentalisiert, für immer archiviert.

BUECHER-LOGBUCH-FAZIT

DAS LÄCHELN DER ALLIGATOREN ist ein Thriller, der seine Handlung in eine Epoche der Gewalt  platziert (siebziger Jahre in West-Deutschland). Vordergründig präsentiert er viele Aspekte vom Leben eines Heranwachsenden. Hintergründig aber und am wichtigsten liefert der Roman den mehr als nur dezenten Hinweis, wie Ideologien, ihre Mechanismen und ihre AnführerInnen beizeiten es verstehen können, bestimmte jüngere Menschen zu vereinnahmen. In Englisch übersetzt hätte „Das Lächeln der Alligatoren“ Chancen auf den Dublic IMPAC Literary Award.©BUECHER-LOGBUCH

Bibliographie

Michael Wildenhain, Das Lächeln der Alligatoren, 2015 J.G. Cotta´sche Buchhandlung, ISBN: 978-3-608-93973-6, € 19,95 

 

„FRÜHLINGSREGEN NACH DEM STURM.“
THRILLER.
„Niemand liebt November“.

Antonia Michaelis, Niemand liebt November, Verlag Friedrich Oetinger 2014
Verlag Friedrich Oetinger

Die Protagonistin heisst November, nennt sich Amber, ist quasi obdachlos, schläft in einem Flur, trägt eine quicklebendige Katze um den Hals, versteckt sich mehr als sich die Zeit vertreiben in einer Kneipe und deren Abstellwinkel, träumt von einem Jungen mit Buch in einem Zelt und will die Wahrheit über ihre Eltern wissen, die an ihrem sechsten Geburtstag wie vom Erdboden verschwunden sind.

CHARAKTERSTUDIE

Orientierungslos passiert die Protagonistin in der Welt und sucht Gefühle, Antworten, Wärme, Sinn; sie lässt sich treiben durch fremde Obsessionen, Dunkelheiten, (Sehn)Süchte, denn ihre eigenen sind tiefgefroren und nicht wieder aufgetaut. Ihr zur Hilfe eilt die selbsterfundene Maskerade, die aus ihr ein anderes Wesen macht; eine lebendige Puppe aus Patchwork-Flecken, ein wenig Lolita, ein wenig kindlicher Vamp, ein wenig Illusion für Anhänger der Perversion, oft Voyeurin der Dinge, die sie auslöst, der Schneebälle, die sie tagein tagaus überrollen, der Ersatzhandlungen, die sie meint brauchen zu müssen. Am lebenswichtigsten für sie ist ihr männlicher imaginärer Gegenpart, der sie viele Jahre lang begleitet und die Last der Einsamkeit, das Schuldgefühl des Nichtgewolltseins erträglich retuschiert, ein geliftetes Spiegelbild im Niemandsland. Dabei entfernt sie sich aber auch immer weiter von der Realität, stagniert in der Sinnsuche nach dem Lauf der Vergangenheit, blockiert die Zufuhr zu den Sauerstoffreserven ihres gesunden Menschenverstands; sie mutiert zum Spielzeug für Möchtegern-Machtbesessene und begibt sich in tödlicher Gefahr.

Nur die neue Bindung wird in diesem Roman die Gegenwart verändern können; sie schmeichelt sich nicht ein, sie verschweigt die Realität nicht, sie fordert Kontinuität, Toleranz, Anstrengungsbereitschaft und vor allen Dingen eins: Mut zum Frieden mit sich selbst und mit den anderen mitten im Leben, um Nähe, Freundschaft und Liebe zu erfahren und Trauer zu verabschieden.

Buecher-Logbuch-Fazit

Der Roman erzählt vom Frühlingsregen nach dem Sturm im Leben eines Mädchens, das in dem weiten Flur zwischen Kind und Frau steht, das sich sehr viel zumuten lässt und Wahrheiten braucht, die nicht da sind, und so ein leichtes Opfer für Missbrauch wird. Lesen Sie diesen Roman, wenn Sie schon 17 Jahre alt sind, an einem warmen Frühlingsabend beim Nieselregen, und vergessen Sie dabei nicht: er bleibt Fiktion, doch sie geht unter die Haut.©BUECHER-LOGBUCH

Bibliographie

Antonia Michaelis, Niemand liebt November, Verlag Friedrich Oetinger 2014, 432 Seiten, Altersempfehlung des Verlags: ab 16 Jahren, €17,99, ISBN: 978-3-7891-4295-6 

Weitere Buchempfehlungen

Quelle

  • http://buecher-logbuch.de
Drama in Englisch:

"The Fall in our Stars" ("Das Schicksal ist ein mieser Verräter").

Empfohlene Krimis:

Hakan Nesser, Die Wahrheit über Kim Novak und den Mord an Berra Albertsson.

Helene Tursten, Der Novembermörder.
Empfohlener Film:

Rain Man.

Orte:

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Und für Kinder ab 8-9 Jahren den Kirchen-Krimi:

Der geklaute HeiligeBESTELLEN von Regula Venske (Kerle Verlag)

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das Alsterkanal-Abenteuer Jolanda Ahoi! Großer Zeh ins kalte WasserBESTELLEN.

Für eine Rundtour durch zwielichtige Viertel und Kaschemen empfiehlt sich:

Das Schwarze Buch HamburgBESTELLEN, Junius Verlag (Neuerscheinung) und

für Zugezogene und Besucher:

Stefan Beuse, Gebrauchsanweisung für HamburgBESTELLEN

Tanja Kibermanis, Nicht lange schnacken! Hamburg ein HeimatbuchBESTELLEN

Doch am beeindruckendsten in Hamburg waren für mich persönlich die Eduard Munch Ausstellung und die Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht (Hamburger Institut für Sozialforschung). Letztere motivierte mich mehr über meine eigene Geburtsstadt Thessaloniki und ihre Geschichte zu erfahren. Kyriaki Marati buecher-logbuch.de