SCHATTEN AM HORIZONT, SILBERSTREIFEN IM AUSVERKAUF UND EIN KOMMISSAR GEHT UM:
ZEITLOS.
„Zurück auf Start“

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Petros Markaris, Zurück auf Start, Diogenes Verlag Zürich 2015
empfohlen von buecher-logbuch.de

Wie ein altes Sprichwort sagt: „Man fege erst vor seinem Tor, man hat ja Dreck genug davor“, das gilt für alle Menschen, Gruppen, Institutionen, Länder, Staaten, Online-Communities und -chats. Petros Markaris´ Botschaft im Fall Griechenlands ist klar: Zurück auf Start; als erstes ist die Grundlage für die Fundamente zur Bekämpfung der Vetternwirtschaft und der Schuldzuweisungsmechanismen zu konzipieren, bevor sie überhaupt gebaut werden können; diese Grundlage beginnt nicht zuletzt bei einer der nicht nur in Griechenland vernachlässigsten Ressourcen: der BILDUNG.©BUECHER-LOGBUCH

Athen 2015. Kommissar Kostas Charitos fährt Bus und Metro, wie fast alle. Benzin ist teuer und das Geld ist knapp. Seine Tochter Katerina wird von Neonazis zusammengeschlagen, weil sie afrikanische Einwanderer vertritt. Die Tat passiert vor dem Gerichtsgebäude, mitten im Zentrum, am hellichten Tag, es gibt Zuschauer, keiner hilft, manche freuen sich sogar, Angst verbreitet zu haben. Trotz  persönlicher Betroffenheit lässt der nächste Fall nicht lange auf sich warten. Kostas Charitos Spurensuche streift die schmerzvolle Vergangenheit des Bürgerkriegs nach 1945, der Familien entzweite und eine Mauer in den Köpfen errichtete.

SZENERIE CHARAKTERE

In diesem Epilog der Krise hat diese den Athener Kommissar buchstäblich mitten ins Herz getroffen: sein Kind wurde Opfer skrupelloser Täter, die sich in Sicherheit wähnen, denn sie haben Rückendeckung aus Polizeireihen.
Durch die Ermittlungen in dem Selbstmord eines Geschäftsmanns, der seinen Traum von einem Zukunftsprojekt in Griechenland in Trümmern sieht, und der darauffolgenden Mordserie in Athen und Kalamata, gerät der Ermittler mit dem philosophisch-bissigen Humor ins Grübeln; stets begleitet von den Streitgesprächen mit seinem Freund, der Folter und Verbannungsinseln überlebte, mehr als eine Schattenseite erlebte und die Gegenwart erreicht hat. Der Athener Kommissar geht um von der griechischen Metropole ins epirotische Papingon, von Kalamata nach Athen, bis zu einer ägäischen Insel und deren Bürgermeister, der Fremde als Invasoren betrachtet.
Wie der Vater um Fassung ringt, dass sein Kind Opfer eines wieder aufgehenden Schattenstaates wird, wie der Ermittler meistens ruhig und beherrscht, zielstrebig und realistisch die Lage überblickt und erst dann handelt, wie dieser Mensch mitten im Chaos, das nur Opportunisten dienlich sein kann, seine Fassung bewahrt, wie aus eingebürgerten Einwanderern, die diese zweite Heimat ins Herz geschlossen haben, überzeugte Regressivisten werden, für die Zurück auf Start die einzige Rettung erscheint, wie Silberstreifen im Ausverkauf sind, wie die Krise alle und jeden einzelnen angeht, ist Kriminalroman und Theaterstück zugleich.

Nebenbei verrät uns dieser Kommissar seine Herkunft und kommt mehr als einem Täter auf die Schliche.

Der Epilog der Krise von Petros Markaris ist Kriminalroman und Theaterstück zugleich.

BUECHER-LOGBUCH-FAZIT

Petros Markaris hat den Epilog der Krise literarisch vollendet. Die Gedanken seines Protagonisten, als er dem eingebürgerten Täterkollektiv mit den „guten“ Intentionen und den unlauteren Mitteln gegenüber steht, kreisen um die Zukunft, und sie lässt wenig (h)offen; nicht zuletzt, weil Markaris´ sehr empfehlenswerte Bücher bei Leserinnen und Lesern in Griechenland nicht die Beachtung finden, die sie sollten, im kleinräumigen griechischen Buchmarkt, im Schatten von Boulevard-Romanen, deren Atmosphäre einer byronisch inspirierten episch verinnerlichten heroischer Vergangenheit der verfolgten Olymp-Erben, deren heutige Misere exklusiv andere Staatsstrukturen zu verantworten und wiedergutzumachen haben, deren Gefühle des egozentrisch unbefriedigten Kindeswohls und der fatalistischen Teilnahmlosigkeit manche Interessenparteien im Innen und im Außen für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren, zum Beispiel den Fortbestand des erworbenen Reichtums oder Ressourcenmanagement für Oligarchen, im persönlichen, gesellschaftlichen, öffentlich-rechtlichen, medizinischen und politischen Alltag feststellbar, wo Eltern, Kinder, Verwandte, Ehepartner, Partner wenig Chancen auf angemessene Verarztung haben, wenn prall gefüllte Umschläge ohne Mehrwertsteuer von der einen Tasche in die andere wandern, Sex-Witze über den körperlichen Zustand wehrloser bedürftiger sterbender Patientinnen und Patienten lauthals unter dem manchmal auch privat gut befreundeten Hospital- wie Rehaklinikpersonal – Ärzte wie Schwestern oder Pfleger – kursieren, und Verwandten mit Ich-duze-Dich-ob-Du-das-willst-oder-nicht-Du-hast-hier-nichts-zu-sagen-denn-du-hast-mich-nicht-bestochen-Rausschmiss gedroht wird, wenn sie sich darüber beschweren – und das ist kein Gerücht, ich habe es persönlich erlebt; die Krakenarme dieser unsichtbar verborgenen Interessen strecken sich unkurioserweise auch im Web aus, besonders sind sie in Peripheriegebieten aktiv, wie auch Griechenland eins unter vielen solchen Randgebieten ist, wo man/frau Menschen in Armut und Verzweiflung und auf der Suche nach Hoffnungsschimmern nach einem schöneren Leben mit der neuesten Technik verführen kann, gleichzeitig die Festzementierung modernster zeitgemäßer Webstruktur in Fast-Dritte-Welt-oder Dritte-Welt-Ländern vorantreiben – powered by whom? – ohne dementsprechende technische Fortbildung des Volkes, das im „Tiefsee-Dunkeln“ zu schwimmen hat, um wie auf Island bereits längst passiert, sich, seinen Namen, seine Nachkommen, seine Gedanken und Sorgen, seine Wut oder Verweigerung, sogar seine Teilnahmlosigkeit, seine Habe und Gut zu registrieren, seine archäologischen Schätze auszuverkaufen sogar bis in das kleinste sicherlich von Bürokraten durchdachte Detail verlorengegangene Postpakete zurückzuverfolgen – aber bitte mit Nachsendungsantrag seitens des Absenders, denn im hier geschilderten Fall trägt die griechische Postgesellschaft nicht die Schuld für die Verspätung – Pakete, die angeblich auf Sattelschleppern unterwegs von Hamburg nach Thessaloniki mehrmals hin- und zurück, am Ende zwei Monate benötigen um anzukommen, wenn überhaupt!

Bibliographie

Petros Markaris, Zurück auf Start, Epilog der Krise, Original: Τιτλοι τελους. Ο επιλογος, Aus dem Griechischen von Michaela Prinzinger, Copyright Petros Markaris und Samuel Gavrielides Editions, Diogenes Verlag 2015. BESTELLUNG ÜBER BUCHHANDLUNGEN

Orte:

Petros Markaris Kriminalromane sind neben der spannenden Handlung, die nah am Tagesgeschehen bleibt, auch Navigatoren durch die Millionenmetropole Athen. Sie können mit dem Buch in der Hand jeden Schritt abzählen und das ist meines Erachtens ein Dienst unschätzbaren Werts – ähnlich wie Christian v. Ditfurths Lübeck-Krimis. In Zurück auf Start hat auch eine andere Stadt ihren Auftritt: Kalamata auf dem südwestlichen Zipfel des Peloponnes.

TETRALOGIE DER KRISE

Schnittstelle zum Buchcover:

Ilijas Shansugirow, Das Lied von Kulager.

Kula (Κουλα): Grenzlandschaft in Thrakien, wo sich die griechisch-bulgarische Zollstelle befand – nach meinem alten Strassenatlas. Die Strecke Thessaloniki-Kilkis-Koula betrug 145 Kilometer.

In früheren Zeiten gab es an den Grenzen zu den Balkannachbarn Pferdemärkte – gelesen in einem griechischsprachigen Roman.

Ihr literarischer Begleiter auf einem Wochendendtrip durch die Hauptstadt Griechenlands sowie auch eine erste Einführung in die griechische Literatur ist:

ATHEN EINE LITERARISCHE EINLADUNG

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Athen Eine literarische Einladung Verlag Klaus Wagenbach Reihe Salto 2009
Verlag Klaus Wagenbach

Meinen persönlichen roten Faden auf dem Weg zu diesem für mich so wichtigen Buch, nämlich Zurück auf Start, „strickten“ mir folgende Buch-Begleiter:

Diesen Beitrag schrieb Kyriaki Marati, Kontakt, Web: buecher-logbuch.de

BUECHER-LOGBUCH.DE
buecher-logbuch.de

ERDKUNDE 1

Heute bin ich an der Mittelmeerküste,

einmal westlich von der historisch imposanten Hauptstadt dieser Region, wo die Sonne untergeht,

und ein südlicher Zipfel Frankreichs jenseits der Grenze liegt,

einmal östlich von der historisch imposanten Hauptstadt dieser Region, wo die Sonne aufgeht,

fünf Küstendörfer die Klippen säumen,

Kulturparks an die Besuche berühmter Künstler und Literaten erinnern,

im Norden Fluss und Wein am Fuss der Berge fliessen,

im Süden Florentiner Nachbarn sind.

Von welcher Gegend ist die Rede?

Die Antwort finden Sie in…

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Genua und Ligurien Eine literarische Einladung, herausgegeben von Gaby Wurster, ©2015 Verlag Klaus Wagenbach Berlin, €15,90 ISBN: 978-3-8031-1303-0 €15,90  [/expand]

Hier geht´s zum

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Geographierätsel 2 [/expand]

WIRTSCHAFT.
„Der globale Minotaurus.
Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft“.

Yanis Varoufakis, Der globale Minotaurus Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft, Verlag Antje Kunstmann München 2012
Verlag Antje Kunstmann

 

Die Besprechung des Sachbuchs „Der globale Minotaurus“ lesen Sie in http://buechersprachsalat.com/2015/11/02/wirtschaft-der-globale-minotaurus/

Vor etwa zwei Jahren feierten wir ein Weihnachtsfest bei Nachbarn und spielten auch ein Spiel mit Masken. Der Spieler oder die Spielerin schlossen die Augen und sollten durch Fragen erraten, welche Maske sie anhatten. Ich bekam Varoufakis, unser Sohn Putin, mein Mann weiss ich nicht mehr. Die Nachbarin machte Fotos mit einem i-phone oder einem Samsung-Gerät.

„SYLT AUF KRIMISPUR“:
Kriminalromane

Sylt auf Krimispur: Kriminalromane

Die Hobby-Detektivin Mamma Carlotta aus Umbrien auf der Jagd nach Kunstdieben und Mördern vor der Nordseekulisse Sylts, während die Möwen ihre Beute „anpeilen“, in:

STRANDLÄUFER

Eine Initiation, eine On-Off-Liebe, die auf Sylt beginnt, Naivität, Verblendung und Mord im Deutschland der siebziger Jahre, in:

DAS LÄCHELN DER ALLIGATOREN