EINE STADT ALS LITERARISCHES „PSEUDONYM“:
DIE HANSESTADT STENDAL.

Die Hansestadt Stendal liegt in der Altmark des deutschen Bundesstaates Sachsen-Anhalt. Stendal liegt westlich der Elbe zwischen Berlin, Hannover, Leipzig, Hamburg und dem nur 55 Kilometer entfernten Magdeburg. Der größte Arbeitgeber der Stadt und der Region sind die Johanniter mit dem dort befindlichen Krankenhaus (Quelle: privat). Die Partnerstädte Stendals sind:

  • Puławy, Polen (an der Weichsel),
  • Lemgo, Deutschland (Nordrhein-Westphalen, nah Bielefeld),
  • Svitavy, Tschechien (südöstlich von der Unesco Weltkulturerbe-Stadt Litomyšl)
  • Grenoble, Frankreich (Region Auvergne-Rhône-Alpes).

In der Rechtswissenschaft wurde der Ort durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in der Sache Südumfahrung Stendal bekannt. Aufgrund des Verkehrsausbaus im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung musste durch die Gemeinde eine ICE-Trasse gebaut werden. Da sich die Gemeinde hiergegen und gegen enteignende Maßnahmen ihrer Flächen wehrte, was zu erheblichen Verzögerungen geführt hätte, wurde ein Bundesgesetz verabschiedet, welches den Bau der ICE-Strecke nunmehr beschleunigen sowie auch Enteignungen möglich machen sollte. Das Außergewöhnliche hierbei war, dass ein Gesetz erlassen wurde, welches nicht wie üblich, allgemeine Regeln aufstellte, sondern speziell auf die konkrete Situation zugeschnitten wurde. Aufgrund der wichtigen Argumente hinsichtlich der notwendigen Strukturmaßnahmen im Rahmen der Wiedervereinigung wurde das Gesetz als verfassungskonform angesehen und ist nunmehr im Investitionsmaßnahmegesetz als Südumfahrung Stendal grundlegender Teil der juristischen Ausbildung.

Von Olof Johan Södermark (1790-1848) - [1], Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=93969
Von Olof Johan Södermark (1790-1848) – [1], Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=93969
Marie-Henri Beyle (23. Januar 1783, Grenoble – 23. März 1842, Paris) war ein französischer Schriftsteller, Militär und Politiker. In seiner Zeit eher als Journalist, Kritiker und Essayist bekannt, gilt er heute durch die analytischen Charakterbilder seiner Romane als einer der frühesten Vertreter des literarischen Realismus.

Beyles Pseudonym Stendhal leitet sich nach allgemeiner Auffassung von der altmärkischen Stadt Stendal. Die Motivation des französischen Literaten für seine Wahl war die Verehrung für den Kunsthistoriker und Archäologen Johann Joachim Winckelmann, dessen Heimatstadt Stendal war. Stendhal selbst wohnte von 1807 bis 1808 in der Nähe von Stendal und unterhielt in dieser Zeit eine leidenschaftliche Beziehung zu Wilhelmine von Griesheim (1786–1861).

Hierauf nahm Stendhal erneut sich selbst ins Visier und schrieb 1835 und 1836 an einer wiederum unvollendet gebliebenen Geschichte seiner Jugend (Vie de Henry Brulard). Eine insgesamt dreijährige Beurlaubung nutzte er zu Reisen, aber auch zu ausgiebigen Aufenthalten in Paris, wo er 1835 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde. Im selben Zeitraum verfasste er eine Serie von historischen Novellen, deren Handlung er in die italienische Renaissance verlegte, als seiner Meinung nach die Menschen noch Leidenschaft und Energie besaßen (Chroniques italiennes, 1837–39).

Im November und Dezember 1838 diktierte Stendal in nur 53 Tagen in Civitavecchia den Roman La Chartreuse de Parme (Die Kartause von Parma), die spannende Geschichte des jungen lombardischen Adeligen Fabrice del Dongo, der dem Napoleon der hundert Tage – der Periode der Wiederaufnahme der Macht durch Napoleon Bonaparte bis zur Schlacht von Waterloo – zu Hilfe zu eilen versucht. Nach diesem kapitalen Fehler bringt er es im reaktionären Oberitalien der Restauration lediglich zu einer Karriere innerhalb der Kirche, und auch das nur dank der Intrigen seiner schönen und energischen jungen Tante. Er wird schließlich Bischof und zugleich der Geliebte der schönen Generalstochter Clélia Conti. Der Roman endet – wie schon die beiden Bücher von Le Rouge et le Noir – mit der später berühmt gewordenen englischen Widmung „To the happy few“. Er wurde von Balzac begeistert in der Revue parisienne besprochen (1840) und war der einzige Bucherfolg Stendhals zu seinen Lebzeiten.

Ende 1839 arbeitete Stendhal an einem neuen Roman, Lamiel, der allerdings ebenfalls Fragment blieb. Nach einem ersten Schlaganfall im März 1841 starb er bei einer zweiten Attacke ein Jahr später in Paris während einer längeren Beurlaubung. Sein Grabstein befindet sich im Friedhof von Montmartre.

Quellen:

WIKIPEDIA

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Wenn kritische Stimmen schweigen¹:
GEDANKEN ZU „DAS KRAUS PROJEKT¹“

Karl Kraus und seine Literaturzeitschrift Die Fackel war in den frühen zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts ein viel gelesenes Werk, ihre nächste Ausgabe wurde jedes Mal mit Spannung erwartet. Als Karl Kraus irgendwann in den zwanziger Jahren aufhörte zu schreiben, waren seine Leser enttäuscht und zutiefst betroffen.

Karl Kraus ließ Heinrich Heine und die Wirkung seiner Dichtung in einem ganz anderen Licht erscheinen; diese seine kritische Sicht der Dinge um den berühmten Exil-Literaten, dessen jüdische Herkunft von manchen Heine-Fans als Argument zur vorsichtigen Behandlung seines Werkes hervorgehoben wurde, bequemte manchen nicht und ließ den Kritiker gegen Ende verstummen. Zur selben Zeit zogen die ersten Wolken des nationalsozialistischen Gedankenguts und seiner Vertreter über die Stimmung im Land, machten sich allmählich breit, nicht zuletzt weil kritische Stimmen wie die von Karl Kraus und anderer Literaten immer leiser wurden, bis sie schließlich verstummten.

Karl Kraus verfasste kurz vor seinem Tod und kurz vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten ein Gedicht, in dem er sein Schweigen unter immer dichter werdenden Wolken einer vielfach zersplitterten, oftmals bedrückten Stimmung erklärt und besiegelt.

Jonathan Franzen setzt sich in seinem „Das Kraus Projekt“ mit der Person Karl Kraus intensiv auseinander. Daniel Kehlmann schrieb den Epilog und eine lesenswerte Analyse des Gedichts, das Karl Kraus schrieb, seine letzte Wortmeldung.

Das Kraus Projekt porträtiert einen differenzierten Kritiker, der Freunde und Feinde hatte, und die große Lücke, die sein Schweigen hinterließ. So ist das Buch auch ein Weg zum Begreifen, warum Schweigen nicht die Alternative sein kann, wenn es um das Recht auf Meinungsäußerung geht. Dialog, Miteinanderreden ist auch wenn unbequem, die Brücke und der Weg zur richtigen Seite.

Buecher-Logbuch-Fazit

Die Fackel von Karl Kraus war im Wien des frühen zwanzigsten Jahrhundert das, was heute Blogs im Web sind. Sie bestand für sich, sie teilte die Meinung ihres Verfassers, sie gefiel manchen und anderen nicht, sie schaffte es, dass Menschen sich mit ihren Inhalten auseinandersetzten, sie akzeptierte einen Diskurs. „Die Fackel“ war Symbol und Teil des Widerstands gegen Monophonien und Verallgemeinerungen. Als sie verstummte, schwiegen ihre Leser mit und so auch Teil der Gesellschaft, das sie repräsentierten. Übertragen auf die Blogger(inn)en von heute ist eine Fackel die Botschaft, dass alle Bloggerinnen und Blogger ein Recht haben, ihre Meinung zu äußern im Rahmen der Höflichkeitsregeln, die sie in der wirklichen Welt verinnerlicht haben. Ausserdem ist für eine Koexistenz im Web die Anerkennung und die Durchsetzung des Anspruchs auf das Recht gelesen zu werden, unabhängig von der Teilnahme an Netzwerken, von entscheidender Bedeutung. Wenn soziale Netzwerke ihre Nutzerinnen und Nutzer je nach Häufigkeit und Werbeeffekt bevorteilen, wenn Suchmaschinen Blogger(inn)en und Bloggern auf der Basis künstlich geschaffener Maßnahmen, denen man/frau sich unterwerfen muß, um eine Aussicht auf Erfolg zu haben, höhere Ratings „schenken“, hat man/frau sich schon von der Demokratie verabschiedet und einem autoritären nicht-staatlichen System unterworfen, das Einheitlichkeit, Oligopolisierung, Enklavisierung innerhalb eines algorithmischen Schenkungsdirektivs belohnt beziehungsweise bestraft, mit dem Ziel, die Teilnehmenden mit Werbeverlockungen bei Laune zu halten einerseits, der Stimme der Nicht-Teilnehmenden, das Megafon wegzunehmen andererseits, sie letztendlich zum Flüstern oder zum Schweigen zu bringen. So wären wir wieder zurück ins Jahr 1933 gelandet und einer wie Karl Kraus und seine Kritiker wie Redepartner hätten endgültig aufgehört zu schreiben und zu reden. Glücklicherweise haben wir das Jahr 2016 und schauen mit einem Blick zurück und vorsichtige Schritte in die Zukunft der Netzwerkszeitalters.

Der einzige Weg ohne Zurück – in spanischer Sprache Ida – für zukunftsorientierte Bloggerinnen und Blogger ist Widerstand und erhöhte Aufmerksamkeit, wer mit wem sich bettet im World Wide Web und ausserhalb des selbigen.

Diesen Buchtipp mit der Überschrift Wenn kritische Stimmen schweigen¹ schrieb Kyriaki Marati, Kontakt, Web: buecher-logbuch.de

Biblio

Rowohlt
Rowohlt

Jonathan Franzen,

Das Kraus-Projekt¹ (The Kraus Project) BESTELLUNG

Rowohlt

978-3-498-02136-8

€19,95.

Lesen Sie auch:

  • Miguel Ángel Hernández, Fluchtversuch: nicht die Flüchtlinge sind in dem Roman gemeint, es geht um Einsperrung in einem engen Raum und das Spiel mit den Perspektiven der Flucht oder des Verbleibens,
  • Friedrich Ani, Die unterirdische Sonne,
  • Ryad Assani-Razaki, Iman: der Roman ist genannt nach der Hauptfigur Iman, der dem Alltag eines afrikanischen Landes entfliehen will und dabei verliert; eine sehr pessimistische Darstellung des IT-Spezialisten und Spieleentwicklers Assani-Razaki, dessen letztes Projekt laut Wagenbach Verlagsseite Mnemosyne hieß, nach Hesiod und Wikipedia die Mutter der neun Musen und Herrin über die Gedächtnisressourcen,
  • Susan Juby, Der Tag, als wir begannen die Wahrheit zu sagen, Juby bezieht sich in ihrem fußnotenreichen einem akademischen Werk nachmachenden Buch in einer Fußnote dankend auf Jonathan Franzen,
  • Konrad Paul Liessmann, Geisterstunde Die Praxis der Unbildung,
  • Javier Sebástian, Thallium,
  • Yali Sobol, Die Hände des Pianisten.

 

Wenn kritische Stimmen schweigen¹

¹Kyriaki Marati buecher-logbuch.de

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Reisebilder 1: Colera (Girona)/Costa Brava

Mitte der neunziger Jahre. Es ist Herbst und wir fahren von Frankreich nach Spanien. Auf der Suche nach einem ruhigen Ort machen wir Halt im Fischerörtchen Colera bei Portbou, Costa Brava. Eine einsame Bucht, keine Touristen außer uns, ein Hotel ohne Gäste (La Gambina), wir sitzen alleine im Restaurant.

Wir gehen am Strand und durch den Ort, fahren nach Portbou, betrachten die Partnerstädte-Flaggen, gehen weiter bis wir etwas oberhalb auf ein Monument treffen, dessen Bedeutung mir erst aus dem Buch, von dem ich später reden werde, sich mir erschließt: es ist der Gedenkort dem mir damals noch unbekannten Walter Benjamin gewidmet, von dem israelischen Künstler Dani Karavan gestaltet.

Am nächsten Tag besuchen wir Figueras und das Dalí-Museum. Zurück in Portbou gehen wir durch den Ort und entdecken ein kleines Museum, das Walter Benjamin gewidmet ist. Ich bin ein Bücherwurm und gleichzeitig Büchersammlerin seit eh und je, so fällt es mir nicht schwer, zuzugreifen und mich stolze Besitzerin des Buchs „Neue Dokumente zum Tode Walter Benjamins“ von Ingrid Scheuermann zu nennen. Viele Jahre später komme ich auf die Idee, dieses Buch und seinen Ort in meine Arbeit am Buecher-Logbuch einzubinden. Diese neuen Dokumente entdecken Widersprüche an der offiziellen Selbstmordversion des Todes Walter Benjamins, decken die katholische Deutung seines Namens auf und die Nachlässigkeit der Benjamin-Forscher nach 1940.

Biblio

Ingrid Scheuermann, Neue Dokumente zum Tod Walter Bejamins, Vortwort von Günther Pflug, herausgegeben von Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e. V.. (AsKI) Bonn und der Gemeinde Portbou 1992, ISBN: 3-878160801.

Dieses Reisebild stammt von Kyriaki Marati, Kontakt, Web: buecher-logbuch.de

Spannungsliteratur:

Carlos Ruiz Zafón, Marina, S. Fischer.

Kriminalromane:

Alicia Gimenez-Bartlett, Samariter ohne Herz.
Manuel Vázquez Montalbán, Carvalho und der Mord im griechischen Labyrinth, Wagenbach.
Antonio Munôz Molina, Plenilunio (Πανσεληνος).

Historische Biographie:

Gijs van Hensbergen, Gaudí.

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JEAN-PHILIPPE BLONDEL „THIS IS NOT A LOVE SONG“

Zsolnay Deuticke
Zsolnay Deuticke

Dieser Buchtipp stammt von:
Janina Thiel, Buchhandlung Ida v. Behr, buecher-behr.com

Der neue Roman nach dem Bestseller „6 Uhr 41“ erzählt aus Ich-Perspektive die Geschichte des 37jährigen Vincent, der in der französischen Provinz geboren wurde, seine rebellische Jugend und die Jahre als junger Erwachsener – ohne Plan – auf der Suche nach einer neuen Identität verlebt. Ein radikaler Einschnitt, der Umzug nach England durch die Liebe zu einer dort gebürtigen Frau namens Susan aus wohlhabendem Hause und die so gesponserte Karriere als selbständiger Unternehmer einer erfolgreichen Gastronomie-Kette, bewahrt ihn vor dem Absturz.
In den zehn Jahren seines Lebens in England als reicher Unternehmer, Ehemann und Vater kappt er fast alle Bindungen zu den Menschen seiner Herkunft, hat kaum noch Kontakt zu den Eltern, die er für vorhersehbar, schon immer alt und langweilig hält und seinem jüngeren Bruder, der für ihn das bei Eltern und Lehrern beliebtere und tadellose Vorzeige-Kind war. Bei einem überraschenden, beinahe erzwungenen Besuch in der Heimat begegnet er den ehemaligen Freunden und seiner Familie mit Sarkasmus. Erst als ihm sein Bruder ganz unerwartet sein Herz ausschüttet und seine Schwägerin ihm in einer intensiven Begegnung einen Spiegel vorhält und das Geheimnis des Verbleibens seines ehemals besten WG-Freundes Étienne enthüllt, stellt er sich seinen Erinnerungen…
Der vorzüglich komponierte Roman stimmt nachdenklich über die großen Themen des Lebens: Egoismus, Liebe, Verantwortung, Freundschaft, verpasste Zeitpunkte, Neubeginn und Abschied.

Jean-Philippe Blondel: This is not a love songBESTELLEN, ISBN: 978-3-552-06293-1,
Deuticke im Zsolnay Verlag, 17,90 €. 

P.S. by Buecher-Logbuch: Und vergessen Sie nicht Ihre Vespa.

Die nächste Erzählung ist ein Love Song, der zwei lebensmüde Menschen verbindet, eine ist jung, der andere ist alt, sie treffen sich und sie entscheiden sich für das Leben vor der einsam spektakulären Kulisse der Kii-Halbinsel in Yasushi Inoues, Tod, Liebe und Wellen.

Inoue Liebe Suhrkamp Verlag
©Suhrkamp Verlag

Lesen Sie auch:

  • Julian Barnes, Vom Ende einer Geschichte,
  • Alfred Bodenheimer, Das Ende vom Lied,
  • Adrian Daub, Pop-Up-NationBESTELLEN, Innenansichten aus dem Silicon Valley, März 2016: mobil, flexibel, innovativ und mit einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von weniger als 3 Wochen im Jahr, wird hier von einem Insider die schöne neue Welt des Sil-Ikonen-Tals, die schon mehr als 40 Jahre alt ist, in all ihrem Glanz und Gloria präsentiert, einem die Farbe Blau scheinbar anbetenden Glanz und Fortschritt, dem Positives abgewonnen werden kann, wenn man sich darauf einlässt,
  • Dave Eggers, Der Circle,
  • Elke Heidenreich, Erika,
  • Andrea Heuser, Augustas Garten,
  • Jaron Lanier (Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2014), Wem gehört die Zukunft? Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne, du bist ihr Produkt, Aufklärung eines Insiders über die Milieu-Ursprünge, die Entwicklung und die Strategien der Pop-Up-Nation Silicon Valley,
  • Helmut Marrat, Das Ende der SchlaflosigkeitBESTELLEN, der Aspekt der Selbstjustiz, die nicht glücklich macht,
  • Patrick Modiano, Der Horizont, eine Liebe in Paris und ein Wiedersehen in Berlin,
  • Veronique Olmi, Das Glück, wie es hätte sein können, unerfüllte Liebe nocheinmal,
  • Paolo Scott, Unwirkliche Bewohner, ein dramatisches Szenario über eine unwirkliche Liebe von Porto Alegre nach Paris und London und zurück,
  • Heinz Strunk, Der goldene HandschuhBESTELLEN, ein Täter, der erst Opfer war, bevor er Täter wurde, ein Teufelskreis der gewaltreichen Kommunikation,
  • Jürgen Teipel, Ich weiss nicht, eine Rock-Pop-Reise von Regensburg nach Mexiko,
  • Yanis Varoufakis, Der globale Minotaurus, Amerika und die Zukuft der Weltwirtschaft, der Wirtschaftsprofessor, ehemaliger Wirtschaftsminister Griechenlands und Spieltheoretiker über globale Defizite und den Bank-Kollaps von 2008,
  • Barbara Vine, Das Haus der Stufen, siebziger Jahre in London und eine zusammengewürfelte Hausgemeinschaft von Gastgebern, Gästen, Abhängigkeiten, Süchten und eine einseitige Liebe zu einem Menschen, der teilnahmslos aber begierig die Anhänglichkeit anderer „aufsaugt“.

Und der literarische Reiseführer:

Mit Proust durch Paris von Rainer Moritz (Reclam).

Zusammengestellt von Kyriaki Marati, Kontakt, Web: buecher-logbuch.de

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KAMMERSPIEL MIT JOKER.
GRUNDBEDÜRFNIS FREIHEIT.
FANTASIE GEGEN TERROR.

Chronologie:

Als meine Besprechung über die Reise des Globetrotters Torrissen bereits online war, bei Facebook mit Buchcover erschien nach Absprache mit dem Autor natürlich (Email folgte über meine Google-Adresse), – als ich noch bei Facebook war und mir mein Recht auf meine Marke verweigert wurde – der ein Bild der Grenzenstadt Kars – heute Türkei, ehemalig Sowjetunion – in Wikimedia reinstellte, das ich auf der Webseite zeigte, als Friedrich Ani noch nicht für den Suhrkamp Verlag schrieb, ich den Beitrag über das Schwarze Meer noch nicht geschrieben habe, der Arche Verlag „Jetzt spricht Dylan Mint und Mr. Dog hält die Klappe“ bereits publiziert hatte, der Nautilus Verlag „Back Up“ in den Startlöchern hatte, das norwegische Königshaus sich auf Schmetterlingssammlungen und Wasser- so wie Falterflüge vorbereitete, vielleicht mit Hamburgbezug, Isidoros Zourgos Buch Im Schatten des Schmetterlings fast zwanzig Jahre alt war, ich bei Linkedin als letzten „Studienort“ die Akademie Deutsche Pop angab, wo mir die Geldbörse entwendet wurde, und ein gewisser angehender Kryptograph aus Leipzig namens Felix Hoffmann, mir klipp und klar sagte, er könne mir jetzt auch nicht noch den A* abwischen – ich hatte im Vergleich zu den anderen Teilnehmern eben als Anfängerin Schwierigkeiten mit der Materie Graphic Design – und der Literaturnobelpreis noch nicht zum ersten Mal an eine musikalische Persönlichkeit aus der Protestzeit des Vietnamkrieges, war die Welt noch im Kokonstadium.

METAREZEPTION „DIE UNTERIRDISCHE SONNE“

Ohne Noah – wie in Anis Buch der Initiator des Widerstands und des Ausbruchs in die Freiheit heisst – keine Arche, ohne Aufbruch keine Reise, ohne Macher(inn)en kein Fortschritt. Für mich ist dieser Satz die wichtigste Botschaft von „Die unterirdische Sonne“ (ab 16 Jahre).

Biblio

Friedrich Ani, Die unterirdische Sonne, BESTELLUNG

Die Parallelen zwischen den Buchinhalten aus Tatjana Gofmans Sewastopologia und der Handlung in Anis Roman sind

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frappierend:

Es ist die Gastfreundschaft, die einige deutsche Freunde, so wie meine erste deutsche Freundin, die ich erst mit 17 für mich „gewonnen“ habe, für zu nett halten. Mehr geben als genommen zu haben, sei doch dumm. Kluge Freundschaften sind gute Deals, bei denen es sich rentiert, die Zeit in jemanden zu investieren. Bei denen man mit dem Geben spart, mit den Gefühlen sowieso. Alles andere ist zu gutmütig, nein: lächerlich….Güte verurteilt zum Ausnutzen….Es ist eine Geschichte der aufgeschnappten Weltgeschichte – Begriffe wie Kalter Krieg, DDR und Berliner Mauer hat mir Katja zwischen Zaun und Seilkreuzsprung erzählt. (Tatjana Goffman, Sewastopologia, edition.fototapeta, Seite 78)

Und es sind viele Meinungsbilder zwischen hier und dort, zwischen denen, die einem Land geboren und denen, die eingewandert sind.

SEWASTOPOLOGIA BESTELLUNG

In „Die unterirdische Sonne“ ereilt dem Anstifter, der die zombiehaften introvertierten Traumatisierten ins Leben erweckt, ein Kohlenmonoxid-behaftetes Ende; rückblickend gesehen spielt der Roman mit der Wahrnehmung eines standardisierten Mehrheitverhaltens, mit der Wahrnehmung der Gefahren, die einem Nicht-Anschluss innewohnen. Es bleibt abzuwarten, ob die letzten Seiten die Grenzen der Fiktion mit den übriggebliebenen Jugendlichen verließen, um ein wenig die „Propheten-Rolle“ zu bekleiden.

AUS DER POESIE-ECKE

Eine Insel irgendwo

im Crazytown,

irgendwo im Westen

eines Landes,

einer Stadt,

eines Flusses,

eines Zentrums,

abgelegen,

abgekapselt,

autark,

wie ein Profit-Zentrum.

Ein einsames Haus.

Ein Keller.

5 Jugendliche.

Entführt,
missbraucht,

mit Gewalt festgehalten.

Dunkelheit.

Sie werden geholt, nach oben,

dort wo
Dinge passieren,

von denen sie nicht

erzählen dürfen,

weil ein Tal des Schweigens

der herrschenden Macht gelegen kommt,

die Luft zum Atmen wird kohlehaltig,

Kranksein wird todgeschwiegen,

wie es so schön heisst,

wer schweigt,

wird nicht wahrgenommen,

er wird ein Geist,

ein Unsichtbarer,

ein Zombie,

ein(e) taubstumme Robotina, 

ein(e) Mitläufer(in).

Denn wer spricht,

wird Folter erleben,

sterben,

totgeschwiegen,

abserviert werden,

Tote können nicht mehr reden,

Totgeschwiegene auch nicht,

Erpressung beherrscht das Geschäft

bekommen diese fünf

zu hören.

Der erste hockt seit einem Jahr in dem Verließ, die anderen kommen später dazu. Eines Tages wird ein neuer Junge zu ihnen gebracht. Er
ist aus anderem Holz geschnitzt, er hat bereits Grenzen überschritten, von denen nur er weiß, und er ist nicht bereit, die Gewalt hinzunehmen…

Friedrich Ani thematisiert Vereinsamung, instrumentalisierte Gewalt, Verführung Minderjähriger, in der Wirklichkeit sind es aber auch oft Erwachsene, die sich verführen lassen, Grausamkeit, Todesmut und Todessehnsucht, fehlende Vorbilder und die Suche nach Halt in der Pubertät oder einem neu beginnenden Lebensabschnitt, Cocooning gegen die Angst, Grenzüberschreitung, Aufgabe vor mittelalterlichen Verhörmethoden.
Die Geschichte zeichnet Verhaltensmuster jugendlicher Charaktere im Extremfall mit Doppelboden: in einem Szenario der Gewalt, das sich über einen längeren Zeitraum hinzieht; auch wie Gewalt Gewaltmechanismen erzeugt und aus einer Gruppe eine wandelnde Zeitbombe machen könnte. Der Hoffnungschimmer glüht umso heller, dass Fantasie und Sprache zum richtigen Zeitpunkt – doch nicht ohne Opfer – den Beginn der Loslösung von der Angst und ihren Folgeerscheinungen einleiten können.

Der Jugendroman „DIE UNTERIRDISCHE“ SONNE ist wie ein Kammerspiel am Rand der Wahrnehmung, dort wo Abgründe sichtbar werden und Mehrheiten meist wegschauen. Der Roman hinterfragt die Grenzen von Freiheit in einem Kontext, wo Gewalt sich anmaßt, alle Freiheiten versklaven zu wollen mit mehrstündigen Verhörmethoden der subtil gemeinen Art im Beisein von Zeugen, die mithören und es der allmächtigen Instanz berichten können, so sichert man sich den Rücken ab und bleibt Herr der Lage, mitten in einer klüngelnden Schar verschreckter „Hühner“ im Herzen einer sich wahrnehmenden fortschrittlichen nur auf fressen-und-gefressen-werden normierten Gesellschaft. Es ist schwer an Die unterirdische Sonne vorbeizugehen ohne dieses Buch wahrzunehmen.#buecher-logbuchde

NOMINIERUNG
DIE UNTERIRDISCHE SONNE war nominiert für den Deutschen JugendliteraturPreis 2015 in der Kategorie Jugendbuch (Ab 16).

Die Perspektive des Humors und die Frage, ob er Leben retten kann, lesen Sie in:

Hanser
Hanser

David Grossmann, Kommt ein Pferd in die Bar, Hanser Verlage

Orte:

Hamburg-Volksdorf

Las Vegas Cesar´s Palace

London, nah Paddington Station.

Hotel Wedina, Hamburg.

Lesen Sie auch:

Suhrkamp
Suhrkamp

Friedrich Ani, Der namenlose Tag, (Deutscher Krimipreis 2016)

Der pensionierte Kriminalhauptkommissar Jakob Franck wird von seiner beruflichen Vergangenheit eingeholt. Vor zwanzig Jahren hatte er sieben Stunden, ohne ein Wort zu sagen, der Mutter einer toten Siebzehnjährigen beigestanden. Plötzlich wird Franck von Ludwig Winther, dem Vater des toten Mädchens und Ehemann jener Frau, der Franck so viel Aufmerksamkeit widmete, kontaktiert. Zwanzig Jahre sind vergangen, und der Vater glaubt noch immer nicht an den – laut polizeilichem Untersuchungsergebnis eindeutig feststehenden – Selbstmord der Tochter durch Erhängen: Seiner Meinung nach kann es sich nur um Mord handeln. Ex-Kommissar Jakob Franck macht sich also daran, die näheren Umstände ihres Todes aufzuklären, „einen toten Fall zum Leben zu erwecken“. Jakob Franck folgt dabei seiner ureigenen Methode, der „Gedankenfühligkeit“. SUHRKAMP VERLAG

Ort: Hamburg-Volksdorf, Claus-Ferck-Strasse.

Lesung Friedrich Ani Der namenlose Tag, in Pöcking

  • Suhrkamp
    Suhrkamp

    Louis Begley, Zeig dich, Mörder: Jack Dana war als US-Marine rund um die Welt im Einsatz. Nach einer Verletzung beginnt er zu schreiben, und gleich sein erster Roman wird ein großer Erfolg. Als er von einer längeren Reise zurückkehrt, muss er erfahren, dass sich sein Onkel Harry, der wie ein Vater für ihn war, in seinem Wochenendhaus auf Long Island das Leben genommen hat. Doch Jack, der seinen Onkel besser kennt als jeder andere, glaubt nicht an Selbstmord. Wollte jemand Harry aus dem Weg räumen? Doch weshalb? Und welche Rolle spielt Kerry Black dabei, die schöne Kollegin Harrys, der Jack zusehends verfällt? Jack verstrickt sich immer tiefer in die Machenschaften der einflussreichen Kanzlei, bei der Harry gearbeitet hat – und gerät bald selbst in Lebensgefahr…Die protzigen Fassaden malerischer Wochenendhäuser inklusive Innenleben und Stilleben, werden von Louis Begley unter die Lupe genommen. SUHRKAMP VERLAG

    ZEIG DICH, MÖRDER BESTELLUNG

wie aus Ladengeschäften Zombiefriedhöfe

Knaur Verlag
Knaur Verlag

werden, weil der freie Wille zum Widerstand fehlt, weil Kunden als Könige auftreten, die einen behandeln wie einen „Nigger“, und schweigende Unterwerfung des Personals das Maß aller Dinge wird, lesen Sie hierzu auch:

  • Michel Houellebecq, Unterwerfung
  • Jo McMillan, Paradise Ost, über die Last der Träume aus alten vergangenen Zeiten, wo Menschen von Gleichheit für alle träumten.

    PARADISE OST BESTELLUNG

    Ullstein
    Ullstein Verlage

    Yali Sobol, Die Hände des Pianisten, Verlag Antje Kunstmann 2014
    Kunstmann Verlag
  • Yali Sobol, Die Hände des Pianisten: mehrstündige Verhöre durch den Bürokraten und Stellvertreter in Sobols Roman erinnern im Buch an eine Diktatur,
  • Bruno Schulz, Die Zimtläden,

    Bruno Schulz, Die Zimtläden, Deutscher Taschenbuch Verlag 2009
    Deutscher Taschenbuch Verlag

Bruno Schulz, geboren 1892 als Sohn eines jüdischen Tuchhändlers im galizischen Drohobycz, studierte Architektur und verdiente seinen Lebensunterhalt als Kunstlehrer an einem Gymnasium seiner Heimatstadt. Mit zwei schmalen Büchern schrieb er sich – nach Kafka, Rilke und Proust, neben Thomas Mann und James Joyce – in den dreißiger Jahren an die Spitze der Weltliteratur. In seiner polnischen Heimatstadt (heute Ukraine), die 1939 von der Roten Armee und 1941 von den Deutschen besetzt wurde, schuf Bruno Schulz phantastische und groteske Traumbilder. Sein von Nöten, Obsessionen und Bedrohung geprägtes Leben endete 1942 tragisch: Bruno Schulz wurde das Opfer eines Ehrenhandels zwischen zwei Gestapo-Offizieren. Als Maler und Zeichner fand er im SS-Hauptscharführer Felix Landau einen, wenn auch zweifelhaften, Protektor. Schulz wurde gezwungen, das Kinderzimmer einer von Landau beschlagnahmten Villa mit Fresken zu bemalen, die Szenen aus deutschen Märchen zeigen. Sie wurden im Jahr 2001 von dem deutschen Dokumentarregisseur Benjamin Geissler entdeckt. Die Suche nach den Wandbildern und die Affäre um ihre illegale Ausfuhr nach Yad Vashem dokumentiert Geisslers Film Bilder Finden. Am 19. November 1942, kurz vor seiner geplanten Flucht aus dem Ghetto, wurde Schulz auf offener Straße von einem Mitglied der Gestapo erschossen, wahrscheinlich aus Unmut gegen Schulz’ Gönner. Die Todesumstände genau zu rekonstruieren erweist sich wegen widersprüchlicher mündlicher Zeugenaussagen als schwierig. Das Grab von Bruno Schulz ist nicht bekannt.

ROWOHLT
Rolf Bossis Verteidigungsstrategie basierte auch auf das Argument, dass der schicksalsgequälte Fritz Honka von den Frauen, die er später beseitigte, schwer beleidigt wurde, und gefangen in seinem Milieu gar nicht anders handeln konnte, als er gehandelt hat. Die Verteidigung trug maßgeblich zum Urteil bei, das den Täter nicht in eine Justizvollzugsanstalt, sondern in die geschlossene Psychiatrie Ochzenzoll überstellte. Der aufsehenerregende Prozess leistete seinen Anteil an der öffentlichen Wahrnehmung, den Fokus auf die Täter zu richten, tote Opfer können sowieso nicht mehr reden, die Schicksalsschläge, die er erlitt, hervorzuheben, seine Milieuherkunft zu betonen, die Unabwendbarkeit der Taten zu rechtfertigen. Im Rückblick auf die Nürnberger Prozesse, die ihr Augenmerk auf die Nazi-Elite als Befehlsgeber richteten und sich damit begnügten, das ausführende Fußvolk mit geringeren Strafen anzumahnen, sofern diese „Todesengel“, diese ausführenden Hände ermittelt werden konnten, viele von ihnen lebten dann bis zu ihrem Tod irgendwo in Deutschland oder unter falscher Identität im Ausland. Im Zuge dieser Aktionen der Legislative im Konflikt mit der oft persönlichen Verstrickung und der undurchsichtigen Machenschaften der ebenfalls persönlich verstrickten Exekutive, rückten Täterpersönlichkeiten mehr und mehr ins Rampenlicht und produzierten eine überproportionale Schaulust nach Absonderlichkeiten, die sich bis heute noch in Medien und Netzwerken fortsetzt. Der Verantwortung der anstiftenden Plan-Organe der Nationalsozialisten wurde damit mehr Gewicht gegeben als der Verantwortung der ausführenden Organe, Stellvertreter, Folterer, Henker, Soldaten, wie der Mörder von Bruno Schulz, wie der Mörder von Fritz Löhner-Beda, wie viele anderen menschlichen Instrumente der Gewalt, die untergetaucht sind oder geringe Freiheitsstrafen absaßen, ihr Lebensende irgendwo in Ruhe verbrachten, eine Familie gründeten, Kinder erzogen, so viele „gemeutelten“ Existenzen, die nicht zu den Anstiftern gehörten, bekamen einen „Verständnis-Bonus“, so wie zwanzig Jahre später Fritz Honka.

Heinz Strunk Der goldene Handschuh

das

Bastei Lübbe Verlag
Bastei Lübbe Verlag

Psychogramm einer unheimlichen Annäherung und einer Frau, die vor der Angst flieht, vor den Erlebnissen mit eine(r)(m) Manipulator(in), die/der erst taxiert, sich ihr langsam annähert, sie auf jeder erdenklichen Art und Weise missbraucht, sie beleidigt, erniedrigt – ob mit Worten oder Schlägen ist es einerlei, psychische Foltermechanismen sind genauso schlimm wie körperliche Gewalt – sie zu ihrem/seinem Spielzeug, zu seinem Instrument „ausserwählt“, die als physisch unzureichenden Attribute wettzumachen, die Macht von ihrer Angst auszukosten, sie zu „stalken“; der Thriller führt vor Augen, wie verletzlich frau/man ist auf der Suche nach Anerkennung und wie manchmal die falschen Menschen davon erfahren und diese Verletzlichkeit zu ihren Zwecken missbrauchen, privat und beruflich,

Meine Seele so kalt BESTELLEN

  • Minette Walters, The Cellar, verschwiegener nicht nur sexueller Missbrauch wird sich wiederholen, als Tat oder als Lebensmuster, deswegen ist das Buch Minette Walters nach fast zehn Jahren Schreibpause ein wichtiger Baustein, um schleichende Prozesse der Unterwerfung zu erkennen einerseits und die Angst vor Kellern zu nehmen, denn sie können auch eine schützende Höhle oder ein Wein-Depot sein andererseits. DER KELLER BESTELLEN
  • Malla Nunn, Tal des Schweigens, Argument Verlag 2015
    Argument Verlag

    Malla Nunn, Tal des Schweigens, wie ein Todesfall oder eine vermisste Person nach einiger Zeit verblasst, weil die Gruppe, in der sie vorübergehend weilte, Gesamtamnesie erleidet, die Affäre um die vielversprechende Amahle war nur ein Lebens-Intermezzo, das Leben ist doch schließlich schön, wozu sollten Kinder die Wahrheit über den Tod wissen oder die Wahrheit über die Hinterhältigkeit einer fünften Frau, einer Konkurrentin, einer ängstlichen Mitstreiterin, die anstachelt bis zur grausamen Entstellung der Wirklichkeit, bis die Wirklichkeit ein Schatten der Wortes (zitiert: Bruno Schulz) wird. Tal des Schweigens BESTELLEN

  • Ferdinand von Schirach, Terror, warum Terror nicht aufhören wird, solange es Menschen gibt, die aus Angst, aus Bequemlichkeit oder aus falsch verstandener Solidarität schweigen; Terror beginnt vor der eigenen Haustür und der Haltung, die wir zeigen, wenn wir der unverhüllten Wahrheit ins Gesicht sehen, v. Schirach, Terror BESTELLEN
  • Lemony Snicket/Jon Klasen, Dunkel, die Angst vor der Dunkelheit, vor
    Lemony Snicket, Jon Klassen Dunkel, NordSüd Verlag Zürich 2015
    Copyright Lemony Snicket
    Ilustrationen Jon Klassen
    NordSüd Verlag

    dem Keller als Inbegriff dieser Dunkelheit und des Vorurteils, dass unterirdische Räume unheimliche Kräfte haben, wird in diesem schönen Bilderbuch mit einem Umkehrschluss aufgehellt, Dunkel BESTELLEN

  • Petros Markaris, Faule Kredite, wie Geschenke, Kredite, versteckte Konten, Briefkastenfirmen, Offshore-Geschäfte nicht verschwunden, sondern sich geographisch verschoben oder dort weiter wüten, wo Legislative und Exekutive rudimentär oder durch zu stringente Reglementierung höchst bürokratisch, mit anderen Worten unbeweglich und entscheidungsunfähig geworden sind, wie unter anderem aber nicht nur in Griechenland, schafft Petros Markaris mit seinen Krimis immer wieder zu thematisieren, Faule Kredite BESTELLEN
  • Siegfried Lenz, Der Überläufer: dieser Kurt Rogalski, der von seiner Frau am Ende des Buches gesucht wird, ist schon längst tot, das weiss ihr Bruder, der den Brief bekommt, ganz genau, denn er ist sein Mörder. Als er seiner Schwester einen Brief schreibt, kommt dieser zurück mit dem Hinweis unbekannt verzogen. DER ÜBERLÄUFER BESTELLEN

Definition Insel

Land im Meer, rundherum ist Wasser oder ein in sich geschlossener Raum, mit einer in sich geschlossenen Gruppe, ein Innenraum, ein Käfig, einem Gefängnis gleich, weil es seit langem sich nichts bewegt, bis auf die lieb gewordenen Gewohnheiten.

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Ullstein Buchverlage
Ullstein Buchverlage

Als Hurrikan Katrina mit den Südstaaten der USA fertig ist, hat Wes Trench alles verloren. Er ist kaum erwachsen, und doch erscheint es ihm, als sei sein Leben schon vorbei. Weil er es zu Hause nicht länger aushält, heuert Wes beim Shrimper Lindqvist an. Der alte Fischer ist noch übler dran: Was er fängt, reicht kaum zum Leben, ein Ölteppich bedroht die Küste, und zu allem Unglück ist ihm auch noch die Armprothese gestohlen worden. Besessen von der Idee, in den Sümpfen der Küste einen Schatz zu finden, fährt er immer wieder mit seinem Boot raus. Auch die gefährlich durchgeknallten Toup-Brüder, deren Grasplantagen er zu nahe kommt, können ihn nicht davon abhalten. Wes genießt die Freiheit an Lindqvists Seite und fasst allmählich neuen Mut, bis ihn ein weiterer Schicksalsschlag zu einer Entscheidung zwingt. Ein großer Roman, der packend und mit viel Liebe zu seinen störrischen, gebeutelten Figuren von Verlust erzählt und davon, was es heißt, allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder aufzustehen. Resonanzboden Tom Cooper im Interview.

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Biblio

Friedrich Ani, DIE UNTERIRDISCHE SONNE, cbt Kinder- und Jugendbuchverlag/Verlagsgruppe Random House München 2014
Copyright cbt Kinder- und Jugendbuchverlag

Friedrich Ani,

DIE UNTERIRDISCHE SONNE BESTELLUNG

©2014 cbt Kinder- und
Jugendbuchverlag,

336 Seiten,

ISBN: 978-3-570-16261-3
€ 16,99 [D]

Altersempfehlung: ab 16 Jahren.

Empfohlene Thriller:
Tess Gerritsen, "The Keepsake".
Thomas Harris, "Das Schweigen der Lämmer".
Jilliane Hofmann, Last Witness.

Empfohlener Film:

"Papillon".

Empfohlene Musik:

"Butterfly" by Crazytown.