Allesfresser

Allesfresser sind diese Unternehmen, Institutionen, Vereine, gemeinnützige Organisationen, die ohne nachzudenken, die Daten ihrer Kunden oder Mandanten an den Staat weitergeben oder an Organisationen, die mit dem Staat zusammenarbeiten auf der Basis von „halbseidenen“ Verträgen zur Erschließung von Domänen und Regionen online und offline; der Staat sammelt die Daten wie zu Herodes Zeiten, als würde gleich die grosse Selektion stattfinden, die nur einer überleben soll. Damit sind auch grosse Buchverlage gemeint, die den Kleinen und Mittelständlern kaum Platz überlassen oder doch soviel, dass sie überleben können unter der Voraussetzung, dass sie Besprechungsinhalte und Links weiterreichen ohne das Einverständnis der Urheber.

Ich bin nicht dagegen, dass Daten gesammelt werden, aber ich bin dagegen, dass man von mir alles wissen will und mein Leben wie ein offenes Buch ausgebreitet wird, damit der und diese ihre Geschichte schreiben, ihren Plot verfilmen, ihre Kinder durchfüttern, ihre Angst verbergen, ihr Gesicht vervielfältigen, ihre Männer oder Ex-Männer hintergehen oder Besprechungsinhalte für ihre nächste Bildungskonferenz oder Forschungssponsoring nutzen, das ist lächerlich, erziehen Sie endlich Ihre Kinder gerätefrei, bis sie soweit sind zu begreifen, was sie damit anrichten können.

Meine Privatsphäre ist meine und sie ist mir sehr kostbar. Sie preiszugeben, damit andere Werbeverträge, ihre Komplexe, Ressentiments, Schaulust oder DDR-Vergangenheit endlich überwinden können, ist unmoralisch. Ich habe absolut keine Lust auf dieses Nordsüdwetter und die Unternehmen, die sich in der Quere stehen, weil ihre Interessen nicht vereinbar sind. Bücher haben wirklich keine Zukunft, wenn es so weiter läuft wie bisher, dass jeder jeden ausspioniert. Und Nachbarschaftskontakte auch nicht.

Was Kopenhagen und England angeht, werde ich vielleicht woanders hinfahren, wo mich keiner kennt, mit falschen Papieren, weil ich diese Spionageatmosphäre satt habe.

Quo vadis?

Endgültige Weihnachtspause und gründliches Überlegen über Kooperationen. Wer Kultursenatorin wird, oder wer gewählt wird im nächsten Jahr, oder wer mit wem sich streitet, ist nicht wichtig. Auch kleine Seiten wie meine denken erst an sich und lassen sich beraten, mit wem sie kooperieren werden.

Sie entscheiden nach dem allseits beliebten hochgradig depperten Hamburger Lions Motto „Du entscheidest, mach, auch wenn du ein Säugling bist oder ein neuer Mensch in unserer Mitte, der mehr Zeit braucht als andere, musst du doch wissen, dass du dich zu entscheiden hast, wenn du schweigst, wenn du nichts sagst, dann lassen wir dich eben links liegen, bis es nicht mehr geht und deine Eltern Nachhilfe organisieren, falls sie das Geld haben, wenn sie es nicht haben, dann geht es eben nicht, dann bleiben die Kinder auf der Strecke, verkehrte Welt aus Kunst, Kultur und Massenmedien, wenn du die paar Schritte bis zum Lehrertisch nicht machst, hast du Pech gehabt, dann gibt es eben kein Bonus für dich, dann gibt es Praktikumsplätze nur für Streber, die Leute haben nun mal ihre Bildung aus der Bild, jawohl um die können sich Lehrer ja nicht kümmern und Schulbehörden schon mal gar nicht, das müssen empörte Mütter unterm Radar machen, weil Beamten und Politik es nicht schaffen, sich um das wichtigste zu kümmern, die Zukunft, die Bildung für alle Kinder heisst!“

Aus dieser prekären Lage ziehen wir den Schluss noch weiter zu brinkmannshippen auch im Bereich Praktikumsplatz, wozu sich beeilen, damit die Senatorin Zahlen hat für ihre nächste Recherche, nein danke, erfinden Sie die Zahlen doch mal, das geht doch auch.

Schöne Weihnachten!

Ansprechpartner für Kooperationen und Vermietung von Werbeflächen¹:

¹Was zum Markenschutz dient, weil Unternehmen bei mir keine Werbeflächen mieten wollen würden, denn ich kann keine 4.000.000 Millionen und mehr Follower aufweisen.

SKW Schwarz Rechtsanwälte

Rechtsanwalt IT-Recht, Dr. Wulf

Dr. Jürgen Sparr, LLM

Ferdinandstraße 3,

20095 Hamburg,

Telefon: +49 (0)40 33 40 10

www.skwschwarz.de

Gastbeitrag: „Winklers Traum vom Wasser“

Sie sind auf der Suche nach einem fesselnden Buch für die gemütliche
Winterzeit oder einem guten „Schmöker“ als Geschenk für Ihre Liebsten, dann möchte ich Ihnen eine Lektüre empfehlen, die mich begeistert hat.
„Winklers Traum vom Wasser“ im Original „ About Grace“ bereits 2004 in Amerika erschienen und nun neu aufgelegt im Beck Verlag.
Der Autor Anthony Doerr ist Ihnen sicherlich bekannt durch seinen
Welterfolg „Alles Licht, das wir nicht sehen“, für den er letztes Jahr den
Pulitzer Preis erhalten hat und der in Deutschland bereits als Taschenbuch erschienen ist.
Der Protagonist dieses Romans ist David Winkler, er wächst in Anchorage in Alaska bei seiner Mutter auf, ist ein stiller zurückgezogener Junge, der kaum Freunde hat und auch in seiner Jugend und in seinem Berufsleben eher kauzig wirkt. Er arbeitet als Hydrologe und hat damit seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Schon als Kind war er fasziniert von Wasser in allen Zustandsformen. Besonders die verschiedenen Facetten der Schneekristalle, die er in einem Bildband seiner Mutter bestaunt hat, sind für ihn ein Wunder.
Seine starke Kurzsichtigkeit ist kein Hinderungsgrund stundenlang durchs Mikroskop zu schauen und zu forschen.
Die Neigung sich abzusondern liegt vielleicht an seiner seltenen
Begabung, die sich für ihn anfühlt wie ein Fluch.
Er träumt schon als Kind von Dingen, die dann unvermutet eintreten. Bei bestimmten Ereignissen, nimmt er Gerüche wahr, die ihn unvermittelt an Träume erinnern und er weiß, diese Dinge werden geschehen. Es sind nicht immer nur böse Vorahnungen. Als er eines Tages einer Unbekannten im Supermarkt begegnet, erfüllt ihn die Gewissheit, dass das die Frau ist, die er lieben wird.
Andere Menschen wissen nicht von dieser bedrückenden Fähigkeit und
Winkler versucht sich damit zu arrangieren. Doch als er von einer Flut und dem Ertrinken seiner Tochter träumt, muss er eine Möglichkeit finden, die Zukunft und das Schicksal zu ändern.
Um seine Tochter Grace zu retten trifft er aus Liebe und Verzweiflung
eine lebensverändernde Entscheidung, die seine Frau nicht verstehen
kann und zutiefst verletzt.
Er, verlässt fluchtartig seine Heimat und gibt seine Familie auf und damit auch seine Leidenschaft für seinen Beruf.
Mit der Hilfe von zunächst völlig Fremden muss er sich einen Weg in ein neues Leben zeigen lassen.
Ein junges Mädchen mit ihrem Wissens-und Forscherdrang ist ihm dabei eine große Hilfe und seine Lebensretterin.

Erst 25 Jahre später bringt David den Mut auf, seine Tochter Grace und
die Liebe seines Lebens zu suchen, denn während der Jahre im
selbsterwählten Exil wird ihm bewusst, dass seine Flucht auch eine Angst
vor dem Leben war und er erkennt, dass er es nur finden kann, indem er
sich ihm stellt.
Anthony Doerr ist ein begnadeter Geschichtenerzähler, er nimmt den
Leser mit hinein in das emotional verstörende Leben von David.
Mit seinen detailverliebten Beschreibungen lässt er den Leser eintauchen
in eine ihm unbekannte Welt, sei es ins schneebedeckte kalte Alaska bis
hinein in die kleinsten Moleküle der Schneekristalle oder die tropenwarme
Inselwelt der Karibik mit ihren schroffen Klippen.
Doerr spielt mit dem Paradoxon, dass David Winkler das Wasser liebt und
es sich trotzdem als lebensbedrohlich herausstellt.
In seinen vielleicht an einigen Stellen zu lang ausgefallenen Episoden,
verdeutlicht er das Vergehen der Zeit, das so unabänderlich ist, wie der
Kreislauf des Wassers.
Man liebt, träumt, leidet und flieht beim Lesen mit Winkler und hofft
gleichzeitig mit ihm, dass er seinen Träumen entkommen kann und sein
Leben finden wird. Dass er Vertrauen in Menschen setzten und Nähe und
Liebe zulassen kann.
Lassen sie sich verzaubern von diesem wundervollen Roman des Pulitzer
Preisträgers, Anthony Doerr.

„Winklers Traum vom Wasser“ wurde von der Buchhandlung I. v. Behr in Hamburg empfohlen.

Bibliografische Angaben
Anthony Doerr, Winklers Traum vom Wasser

_winklers-traum-vom-wasser_Roman/Erzählung
2. Auflage 2016. 
Buch. 
488 S. 
Gebunden
C.H.BECK 
ISBN 978-3-406-69161-4
Format (B x L): 13,9 x 21,7 cm
Gewicht: 783 g
19,95 Euro

Was heisst auf der richtigen Seite?
„PERSEPOLIS“

Im zweiten vorchristlichen Jahrtausend, während das Reich Elam bei Babylon eine Zivilisation entwickelte, gaben indoeuropäische Eroberer der iranischen Hochebene, die sie besiedelten, ihren Namen. Das Wort „Iran“ stammt von „Aryana Vaejo“ was „Ursprung der Arier“ heisst. Es waren halbnomadische Völker, die Vorfahren der Meder und Perser. Die Meder gründeten dann im siebten Jahrhundert v. Chr. (nach unserer westlichen Zeitrechnung) die erste iranische Nation, die später von Cyrus dem Grossen zerstört wurde. Er gründete das, was im sechsten Jahrhundert v. Chr. das Perserreich wurde, eines der grössten Reiche der Antike. Der Iran hiess von da an, gemäss seinem griechischen Namen, Persien, bis 1935 Reza Schah, der Vater des letzten Schahs, das Land wieder Iran nannte.

Der Iran war reich. Wegen seines Reichtums und seiner strategischen Lage wurde er ständig erobert: von Alexander dem Grossen, von den arabischen Nachbarn, von türkischen und mongolischen Herrschern. So wurde das Land häufig von fremden Mächten dominiert. Aber persische Sprache und Kultur widerstanden den Invasionen. Die Eroberer passten sich dieser gehobenen Kultur an und wurden selbst zu Iranern.

Im zwanzigsten Jahrhundert brach für den Iran eine neue Ära an. Reza Schah beschloss, das Land zu modernisieren und den westlichen Industrienationen anzupassen. Unterdessen war eine neue Quelle des Wohlstandes entdeckt worden: Erdöl. Und mit dem Öl kam eine neue Form der Eroberung. Der Westen, insebesondere Grossbritannien, übte einen starken Einfluss auf die iranische Wirtschaft aus. Während des Zweiten Weltkrieges drängten die Briten, Sowjets und Amerikaner Reza Schah dazu, sich den Aliierten anzuschliessen. Dieser aber sympathisierte mit Deutschland und erklärte den Iran zur neutralen Zone. Die Aliierten marschierten ein und besetzten das Land. Der Schah wurde ins Exil geschickt. Nachfolger wurde sein Sohn, Mohammed Reza Pahlavi, den man ganz einfach den Schah nannte.

Im Jahre 1951 nationalisierte der damalige Premierminister Mohammed Mossadeq die Ölindustrie. Als Antwort darauf verhängten die Briten ein Embargo gegen iranisches Erdöl. Zwei Jahre später organisierte der CIA zusammen mit dem britischen Geheimdienst einen Staatsstreich. Mossadeq wurde gestürzt und der Schah, der zuvor geflohen war, kam wieder an die Macht. Seine Herrschaft dauerte bis 1979, dann musste er vor der Islamischen Revolution fliehen.

Seither wird der traditionsreichen Zivilisation fast ausschließlich mit Fundamentalismus, Fanatismus und Terrorismus in Verbindung gebracht. Marjane Satrapi, die als Iranerin ihr halbes Leben im Iran verbracht hat, weiss, dass dieses Bild falsch ist. Darum war es so wichtig für sie, „Persepolis“ zu schreiben. Sie glaubt, dass man eine ganz Nation nicht aufgrund der Fehler einer extremistischen Minderheit verurteilen darf. Sie will auch nicht, dass jene Iranerinnen und Iraner vergessen werden, die für die Freiheit gekämpft haben und im Gefängnis gestorben sind, die ihr Leben im Krieg gegen den Irak verloren und unter den verschiedenen repressiven Systemen gelitten haben, oder gezwungen waren, zu fliehen.

Man kann vergeben, aber man soll niemals vergessen.

Sie lasen das Vorwort der iranischen Schriftstellerin Marjane Satrapi zu ihrer Graphic Novelle „Persepolis“, geschrieben in Paris im September 2002. Die Geschichte wurde verfilmt und ihre Resonanz zeigte, dass auch nachdenkliche Filme ihren Platz in unserer Gesellschaft finden werden.

Im Jahr 1979 fegt die Iranische Revolution unter Ayatollah Chomeini den Schah von Persien vom Thron. Marjane ist zehn Jahre alt, das einzige Kind einer linksintellektuellen Familie aus dem Teheraner Bürgertum, die hofft, dass nun bessere Zeiten anbrechen. Bald jedoch wachen Revolutionswächter über den Kopftuchzwang, und der Iran-Irak-Krieg bricht aus. Marjane lässt sich nicht unterkriegen und rebelliert mit Kim-Wilde-Kassetten in Nike-Turnschuhen. Zu ihrer eigenen Sicherheit wird sie von den Eltern als 14-jährige allein nach Österreich geschickt. Doch mit der westlichen Lebensart kommt sie nicht zurecht und kehrt nach vier Jahren wieder in den Iran zurück.

In einer einfachen und eindringlichen Bildsprache erzählt „Persepolis“ die islamische Revolution im Iran aus der Perspektive eines unbequemen Mädchens, das keine Furcht kennt.

Bibliographie:
Marjane Satrapi, Persepolis
Edition Moderne
Edition Moderne
Marjane Satrapi, Persepolis, ©2000, 2001 Marjane Satrapi & L´ Association, ©2013 Verlag bbb Edition Moderne Zürich, Übersetzung Stephan Pörtner, Lektorat: Jutta Harms, Lettering: Michael Hau, Graphische Gestaltung: Roli Fischbacher, Herstellung: Joe Zimmermann, Lizenzausgabe: Büchergilde Gutenberg, Druck: Ertem Printing & Publishing, Ankara, Türkei.

Ein Ort zwei Monumente:
Von Taj Mahal nach Tomb of I’timād-ud-Daulah

Das Monument der Erinnerung an eine grosse Liebe. Das sollten Sie gesehen haben, wenn Sie zu Besuch in Agra sind. Denken Sie an die Reisevorbereitungen, an die Hygienenrichtlinien, an die Impfungen, die mehrere Wochen im voraus erfolgen müssen. Sie brauchen einen Guide und es fährt ein Zug von Neu Delhi nach Agra. Der Eindruck ist überwältigend. Eine Strasse der Gegensätze von Kühen, Zweirädern, Tuc-Tucs, PKWs und Taxen ist alles vertreten, die Bettler nicht zu vergessen. Die Gedenkstätte steht mitten in der Landschaft, imposant neben einer Sumpflandschaft mit dürren Kühen. Gegensätzlicher geht es nicht, Bauernleben und vergangene Grandessa für Touristen, Historiker und Entwicklungsreisende. Der Höhepunkt war aber für mich die kleinere schönere „Schwester“ das Heiligtum „Tomb of I’timād-ud-Daulah“, weil sie stiller war, weil sie kleiner war, weil weniger Leute sie kannten, weil sie weniger Raum beanspruchte, weil sie durch Eleganz und gleichzeitig Bescheidenheit hervorstich ohne die Landschaft einnehmen zu wollen.

Bibliographie:

Picus Verlag
Picus Verlag
Bernd Schiller, 

Lesereise Indiens Norden
Picus Verlag
Auch als e-book erhältlich.
Im Neuen Jahr erscheint im Picus Verlag die "Lesereise Indien".