John-le-Carre Autor und Schriftsteller

Inhaltverzeichnis

John le Carré | Autor und Schriftsteller auf Kikis Krimiseiten

Die Werke
Rezeption
Die Auszeichnungen
Seine Bücher

STUDIUM von John le Carré

John le Carré, der Autor und Schriftsteller, verließ seine englische Schule, studierte in Bern und Oxford Germanistik und Neue Sprachen (1948, 1949), unter anderem bei Fritz Stich, der ihn trotz fehlender Deutschkenntnisse förderte.

Liebe zur deutschen Literatur

Er hat sich in die klassische Deutsche Literatur verliebt und stand mit vielen Juden aus dem intellektuellen Deutschland, die nach Bern geflüchtet waren, in Kontakt, u.a. Professoren an seiner Universität wie Fritz Stich.

Rückkehr nach England

Er kehrte nach England zurück 1952 und studierte am Lincoln College der University of Oxford. Nach einer kurzen Unterbrechung seines Studiums wegen der Insolvenz seines Vaters schloss er 1956 sein Studium in Oxford mit Auszeichnung ab.

BERUF

Der Autor und Schriftsteller lehrte in Oxford für zwei Jahre Französisch und Deutsch. 1950 trat er dem Nachrichtendienst der britischen Armee in Österreich bei.  In dieser Position vernahm er Personen, die durch den „Eisernen Vorhang“ geflüchtet waren.

Ab 1952 beim MI5

1952 nach seiner Rückkehr aus der Schweiz und Österreich beobachtete ultralinke Gruppen und suchte Sowjetagenten im Auftrag des Inlandgeheimdienstes Security Service (MI5). Ab 1958 war er auch für den britischen Geheimdienst MI5 und MI6 tätig.

Wechsel zum Geheimdienst

1960 wechselte John le Carré zum britischen Auslandsgeheimdienst Secret Intelligence Service, für den er in Bonn und Hamburg arbeitete.

Er wurde ab den 1960er Jahren mit seinen Spionageromanen bekannt. 1964 quittierte den Dienst und widmete sich unter dem Pseudonym John le Carré ausschließlich dem Beruf des Schriftstellers.

John le Carré | Autor und Schriftsteller

GEBURTSORT

David John Moore Cornwell, der bürgerliche Name von John le Carré, wurde am 19. Oktober 1931 in Poole, Dorset, geboren.

WOHNORT

John le Carré hat in der Schweiz gelebt, wo er ein Chalet bei Wengen hatte. Während seiner Auslandseinsätze hat er eine Zeit lang in Bonn und in Hamburg gelebt. Zuletzt lebte er in Cornwall.

TOD

Bestsellerautor stirbt im Alter von 89 Jahren

John le Carré starb am 12. Dezember 2020 im Alter von 89 Jahren in Truro, Cornwall an den Folgen einer Lungenentzündung.

FAMILIE John le Carré

Mutter: Olive Moore Cornwell,

geborene Classey (1906-), verließ die Familie, als er fünf Jahre alt war. Als er mit 21 Jahren einen Brief an Verwandte schrieb und sich nach ihr erkundigte, antwortete sie ihm und sie trafen sich am Bahnhof von Ipswich.

Vater: Ronald Thomas Archibald

(„Ronnie“) Cornwell (1906-1975), ein Hochstapler und Betrüger, der mit den Kray-Zwillingen, Schwerverbrechern aus dem Londoner East End zusammenarbeitete und wegen Versicherungsbetrugs zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, übte großen Einfluß auf ihn aus. Der Sohn hat den Vater immer wieder finanziell unterstützt. Obwohl er das Begräbnis seines Vaters bezahlt hatte, blieb er ihm fern.

Bruder Tony (1929-2017)

war Cricket-Spieler, seine jüngere Halbschwester Charlotte Cornwell (1949-) ist Schauspielerin, sein jüngerer Halbbruder Rupert Cornwell (1949-2017) war Journalist und sein Onkel Alec Glassey (1887-1970) war Abgeordneter im Unterhaus.

Ehen von John le Carré

Der Autor und Schriftsteller heiratete 1954 Alison Ann Veronica Sharp, mit der er drei Söhne hat. Die Scheidung erfolgte 1971.

Die zweite Ehe mit der Lektorin Valérie Jane Eustace wurde 1972 geschlossen. Aus dieser Ehe stammt der Publizist Nick Harkaway.

LIEBLINGSBÜCHER

Obwohl John le Carré als Autor und Schriftsteller die Frage nach seinen Buchfavoriten ablehnte, informierte er das interessierte Publikum über das Internetmagazin Salon(dot)com:

P.G. Wodehouse: Dann eben nicht, Jeeves;

Ford Madox Ford: Die allertraurigste Geschichte;

Gabriel García Márquez: Die Liebe in den Zeiten der Cholera;

Gabriel García Márquez: Chronik eines angekündigten Todes;

Leo Tolstoi: Der Tod des Iwan Iljitsch; Das Werk von Charles Dickens; Das Werk von Honoré de Balzac; Anna Karenina;

Alexander Iwanowitsch Herzens: Aus den Memoiren eines Russen;

Edward Gibbons: The History oft he Decline and Fall oft he Roman Empire;

Flavius Josephus: Geschichte der Juden.

WERKE von John le Carré | Autor und Schriftsteller

1961 entstand „Schatten von gestern“, gefolgt von

„Ein Mord erster Klasse“ (1962),

„Der Spion, der aus der Kälte kam“ (1963),

„Krieg im Spiegel“ (1965),

„Eine kleine Stadt in Deutschland“ (1968),

„Der wachsame Träumer“ (1971),

„Dame, König, As, Spion“ (1974),

„Eine Art Held“ (1977),

„Agent in eigener Sache“ (1979),

„Die Libelle“ (1983, Spiegel Bestseller Platz 1, 1983, 1984),

„Ein blendender Spion“ (1986), „Das Rußlandhaus“ (1989),

„Der heimliche Gefährte“ (1990), „Ein guter Soldat“ (1991),

„Der Nachtmanager“ (1993), „Unser Spiel“ (1995),

„Der Schneider von Panama“ (1996),

„Single & Single“ (1999),

„Der ewige Gärtner“ (2001),

„Absolute Freunde“ (2003),

„Geheime Melodie“ (2006),

„Marionetten“ (2008),

„Verräter wie wir“ (2010),

„Empfindliche Wahrheit“ (2013),

„Der Taubentunnel Geschichten aus meinem Leben“ (2016),

„Das Vermächtnis der Spione“ (2017), „Federball“ (englischer Titel: „Agent in the Field“, 2019).

Sein Roman „Der Spion, der aus der Kälte kam“ machte ihn weltweit bekannt. John le Carré übergab sein literarisches Archiv im Februar 2011 der Bodleian Library zur bleibenden Aufbewahrung. John le Carrés Werke wurden weltweit 60 Millionen Mal verkauft und vielfach verfilmt.

FILME von John le Carré | Autor und Schriftsteller

Le Carrés Darstellung der Agentennetzwerke widerspricht den zeitgleich erschienenen Büchern Ian Flemmings um den Spion James Bond, die verfilmt worden sind.
Le Carrés Interpreten im Kino waren Richard Burton („Der Spion, der aus der Kälte kam“) und Sir Alec Guinness („Dame, König, As, Spion“, „Agent in eigener Sache“). „Der Spion, der aus der Kälte kam“ (englischer Titel: The Spy who came in from the Cold) nach dem gleichnamigen Roman wurde 1965 verfilmt.

1966

entstand der Fernsehfilm „Dare I Weep, Dare I Mourn“ nach einer Kurzgeschichte. 1966 wurde „Anruf für einen Toten“ für das Kino verfilmt nach dem Roman „Call for the Dead“.

1969

wurde „Krieg im Spiegel“ (englischer Titel: „The Looking Glass War“) nach dem gleichnamigen Roman verfilmt. „The End of the Line“ lief 1970 (Originaldrehbuch für eine Episode der englischen TV-Serie „The Armchair Theatre“) als deutsche Buchausgabe „Endstation“ ausgestrahlt als Fernsehfilm im Jahr 1973.

1979

wurde die 7teilige BBC-Fernsehserie „Dame, König, As, Spion“ (englischer Titel: „Tinker Tailor Soldier Spy“) nach dem gleichnamigen Roman ausgestrahlt.

1982

folgte die 6teilige BBC-Fernsehserie „Smileys Leute-Agent in eigener Sache“ (englischer Titel: „Smiley´s People“) nach dem gleichnamigen Roman.

1984

wurde „Die Libelle“ (englischer Titel: „The Little Drummer Girl“) nach dem gleichnamigen Roman verfilmt.

1987

„Ein blendender Spion“ (englischer Titel „A Perfect Spy“) nach dem gleichnamigen Roman kam als 7teilige BBC-Fernsehserie.
„Das Rußland Haus“ (englischer Titel: „The Russia House“) wurde nach dem gleichnamigen Roman 1990 verfilmt.

 1991

„Der Mörder mit den Silberflügeln“ (englischer Titel: „A Murder of Quality“) nach dem gleichnamigen Roman war ein Fernsehfilm.

2001

wurde „Der Schneider von Panama“ (englischer Titel: „The Tailor of Panama“) für das Kino verfilmt.

2005

„Der ewige Gärtner“ (englischer Titel: „The Constant Gardener“).

„Dame, König, As, Spion“ (englischer Titel: „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“) wurde 2011 verfilmt.

Es folgte 2014

„Marionetten“ (englischer Titel: „A Most Wanted Man“) nach dem gleichnamigen Roman;

„Verräter wie wir“ (englischer Titel: „Our Kind of Traitor“) im Jahr 2016; 2018 folgte die Verfilmung „Die Libelle“ (englischer Titel:  „Little Drummer Girl“) nach dem gleichnamigen Roman als 6teilige BBC-Fernsehserie.

 

THEMEN von John le Carré

John le Carré war zur Zeit des Mauerbaus in Berlin vor Ort. Am Anfang spielten die Spionageromane im Klima des Kalten Krieges, thematisierten die Konflikte zwischen Ost- und West-Europa und konzentrierten sich auf die Figur des Agenten George Smiley. In seinem autobiographisch geprägten Roman „Ein blendender Spion“ verarbeitet der Autor die Beziehung zu seinem Vater.

Seit den 1990er Jahren

beschäftigten sich die Bücher auch mit Themen wie die Verstrickung von Politik und Wirtschaft. Die Schweiz, die während seines Studiums ihm zur zweiten Heimat geworden ist, und Bern seine „Mutterstadt“ wird in seinen Werken wiederholt beschrieben. Außerdem konzentrierte sich le Carré auf den Nahost-Konflikt, z.B. in „Die Libelle“, einem Buch mit einer weiblichen Aktionsheldin und kritische Zeilen über den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Realistische Handlung und zeitgenössische Themen sind die Mittelpunkte seines Schaffens in seinen früheren wie auch späteren Jahren,

„Der ewige Gärtner“

z. B. (internationale Pharmakonzerne), „Der Nachtmanager“ (Waffenhandel), „Marionetten“ (Gesellschaft der Angst nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001), „Der Taubentunnel“ (Memoiren), „Das Vermächtnis der Spione“ (Kalter Krieg) und sein letztes Buch „Federball“ (u.a. Brexit).

 

PERSPEKTIVEN des Autor und Schriftstellers Carré

Genau recherchierte Psychogramme der handelnden Figuren und eine Abkehr von der Schwarz-Weiß-Malerei in der Wahrnehmung zwischen Ost und West sind le Carrés Instrumente. Der Westen kämpft in seinen Büchern gegen den Kommunismus und greift dabei die Methoden des Ostens auf, wobei er seine Ideale vergisst.

Der Autor stellt wiederholt die Frage, wie erhaltenswert ein Westen ist, der mit den Mitteln des Ostens kämpft, obwohl er seine eigenen Ideale verteidigen will, also sich widerspricht. Auch nach dem Kalten Krieg sind der Kern seiner Geschichten Männer, die sich für das Individuum entscheiden und gegen die Institution; oft sind es Männer, die unfähig sind soziale Bindungen einzugehen. Nicht selten sind sie brillante Führungsagenten, machen aber Fehler und müssen dabei erkennen, dass die Institution Geheimdienst stärker und überlebensfähiger ist als sie und ihre Leute, die Bauernopfer der Mächte werden.

REZEPTION der Werke John le Carrés als Autor und Schriftsteller

John le Carré wurde oft innerhalb der Grenzen von Spionageromanen wahrgenommen und literarische Hochleistungen gehörten laut der Kritiker nicht zu diesem Genre und nicht zu le Carrés Spektrum. Viele haben bemängelt, dass die Romane einen moralisierenden Unterton versuchen zu transportieren einerseits. Andererseits sind le Carrés Werke ein Zeitdokument über das Vereinigte Königreich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ein distanzierter Blick auf die Strukturen geheimdienstlicher Operationen von jemandem mit Erfahrung in dem Bereich. Wohlwollend über John le Carrés Werk haben der Schriftsteller Ian Mc Ewan und Toby Clements vom Daily Telegraph geschrieben.

Sein Stil sich mit komplexen Zusammenhängen auseinanderzusetze benutzte die Sprachebene, um Transparenz untertauchen zu lassen. Toby Clements spricht u.a. von le Carrés Opazität, die über die Grenzen des Genres Spionageroman hinausgeht.

POLITIK

Der „Independent“ positionierte le Carré in Bezug auf die Zeitkritik in seinen Werken zwischen einem Patrizier und einem Populisten. In der Presse der Sowjetunion wurde er als „Kalter-Krieg-Hetzer“ präsentiert.

Der Autor beantragte im Oktober 2019 die irische Staatsangehörigkeit, um nach dem Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union EU-Bürger bleiben zu können. Seine Großmutter väterlicherseits wurde in Irland geboren.

AUSZEICHNUNGEN des Schriftstellers

John le Carré wurde mit dem CWA Gold Dagger für „The Spy who came in from the Cold“ (deutscher Titel: „Der Spion, der aus der Kälte kam“, 1963),

Somerset Maugham Award für „The Spy who came in from the Cold“ (1964),

Mystery Writers of America Edgar Allan Poe Award für „The Spy who came in from the Cold“ (1965),

CWA Gold Dagger für „The Honourable Schoolboy“ (deutscher Titel: „Eine Art Held“, 1977),

James Tait Black Memorial Prize für „The Honourable Schoolboy“ (1977),

Grand Master Award der Mystery Writers of America (1984),

Schwedischer Krimipreis-International für „A Perfect Spy“ (deutscher Titel: „Ein blendender Spion“, 1986),

Deutscher Krimipreis – International, Platz 3 für „Ein blendender Spion“ (1987), mit dem Diamond Dagger der Vereinigung britischer Krimischriftsteller CWA (1988),

Palle-Rosencrantz-Preis für „Den hemmelige Pilgrim“ (deutscher Titel: „Der heimliche Gefährte“, 1992),

Deutscher Krimipreis – International, Platz 3 für „Der Nachtmanager“ (1994), mit dem

Dagger of Daggers der CWA für „The Spy who came in from the Cold“ (2005), mit dem Finnischen Krimipreis für sein bisher ins Finnische übersetzte Werk (2005),

Krimi des Jahres 2006 (Platz 8)  in der KrimiWelt-Bestenliste für „Geheime Melodie“ (englischer Titel: „The Mission Song“, 2007),

Ehrendoktor der Universität Bern, Schweiz (2008), Goethe-Medaille für sein in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandenes Lebenswerk (2011),

Deutscher Krimipreis – International,

Platz 1 für „Das Vermächtnis der Spione“ (2018) und mit dem Olof-Palme-Preis,

der insbesondere sein Engagement in der Literatur, seine humanistische Meinungsbildung in Bezug auf die Freiheit des Einzelnen hervorhob, ausgezeichnet.

Viel Spass beim lesen der Rezension!

Die Bücher von dem Schriftsteller John le Carré auf Kiki's Krimiseiten

Kisses Kiki ...