Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen | Irina Theodorescu

  1. Die Mitte der Stammbäume:

Dieser Roman benimmt sich in der Fasson einer Frau, die sich zu den kleinen Leuten begibt um von ihnen zu erzählen, in Wirklichkeit bewegt der treibende Sand die Absicht Stammbäume zu bauen um der Mitte zu entgehen, denn sie ist bunt und blendet das Antlitz. Einsamkeit und Unzufriedenheit ist tagtäglich trotz der vielen erreichten Ziele.

  1. Die Sprache der Buchumschläge:

Die Sprache der Buchumschläge ist sich erkennen zu lassen darin entweder als Person oder als Erlebniswelt.

  1. Erotik wie übersetzt:

Überall ist sie Mangelware, weil ihr die Elemente fehlen, die sie vollkommen machen können, hier unterhält sich die Übersetzung mit der Szene beim Barbier, die Komikelemente birgt, während die erotische Szene vor Energie berstet in der Fantasie.

  1. Irina Teodorescu:

1979 in Bukarest geboren, Grafikerin und Illustratorin. „Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen“ ist ihr erster Roman; sie hat ihn auf Französisch geschrieben; seit 1998 wohnhaft in Frankreich.

  1. Traumziel:

Osteuropa.

  1. Rituale:

Im frühen zwanzigsten Jahrhundert begegnet Gheorghe Marinescu den Robin Hood der Gegend beim Barbier und schlägt ihm einen Tauschhandel vor; zwei Revolver statt einem Barbiermesser. Der Bandit stirbt kurz darauf und verflucht den reichen Mann. „Wer sich auf unlautere Weise bereichert, muss mit Konsequenzen rechnen…“Der Fluch lastet auf die Erstgeborenen der folgenden Generationen trotz aller Rettungsversuche, während eine Familiensaga erzählt wird vor dem Hintergrund des ereignisvollen 20. Jahrhunderts.

Es ist eine Zeit ohne Automobile, es gibt ein einziges Pferd und Goldtruhen. Eine archaische Welt wacht auf. Rituale und Zeremonien halten die Handlung zusammen. Der Sex wird durch Ikonen geregelt. Die Farbe Lila ist allgegenwärtig. Allerwelttaufnamen von Götzenbildern inspiriert machen Unterscheidungen zwischen Personen kompliziert und Vergleiche obsolet.

  1. Realität und Entscheidung:

Dieses Buch schmeckt nach Theatervorhang. Auf einem „Highway“ mit Zwischenstopps würde ich es Reisenden empfehlen, weil das Abdriften dabei ohne Ziel ist im Gegensatz zur Fahrt in der Realität.

Der Sex ist unterschwellig vorhanden, latentes Aggressionspotential entlädt sich in den verbalen Bereich für die Menge.

Die mentale Welt kreist sich um das Ego, wobei das Alter Ego die Frauen  in einem Eisenkorsett fangen lässt. Nebst den Monologen werden zahlreiche Dialoge sichtbar in Fließtext ohne Anwendung direkter und indirekter Rede.

Die Unterhaltungen sind zähflüssig, die Atmosphäre stickig.

  1. Literaturhinweis: Irina Teodorescu, Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen, Verlag Klaus Wagenbach Berlin 2015.

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