DER AUTOR YALI SOBOL

GEBURTSORT Geboren 1972 in Haifa, Israel.

WOHNORT Nach Aufenthalten in den USA lebt Yali Sobol in Tel Aviv.

BERUF Yali Sobol ist Musiker und Bandleader der Rockband „Monika Sex“, die er mit 21 Jahren gründete. „Monika Sex“ veröffentlichte drei sehr erfolgreiche Alben und gilt in Israel als Kultband.

WERKE „Die Hände des Pianisten“ ist Yali Sobols dritter Roman, es handelt sich um eine Dystopie mit Elementen aus der Kriminalliteratur, die realitätsnah bleibt und gesellschaftskritisch ist. Bei seiner Lesereise in Deutschland anlässlich der Veröffentlichung der deutschen Übersetzung seines Romans „Die Hände des Pianisten“ trat er im Thalia Nachtasyl auf, las aus dem Buch in Hebräisch vor und begleitete die Lesung mit Gesang und Gitarre.

Übersetzte Ausschnitte aus dem Interview, dass ich mit Yali Sobol während seiner Lesereise 2014 geführt habe. Das Interview fand in englischer Sprache statt.

KM: In Ihrem Roman „Die Hände des Pianisten“ entwerfen Sie einen Staatsmechanismus, der die Freiheiten der Bürger erheblich einschränkt. Ist dieser Gedanke das Produkt von Fiktion oder betrachten Sie es als Gefahr sogar für den Staat Israel?

YS: „Die Hände des Pianisten“ setzt sich mit den Anfängen einer Diktatur auseinander, die eintritt, nach dem Ausbruch einer Krise. Die Geschichte ist Fiktion, doch der Hintergrundgedanke ist reell.

KM: Der Roman „Die Hände des Pianisten“ ist in Tel Aviv platziert. Ist Tel Aviv realistisch in Gefahr?

YS: Tel Aviv ist eine glückliche Blase, die abseits der Vorkommnisse in Israel besteht. Das Buch behandelt die Was-wäre-wenn-Situation einer kleinen Familie, wenn diese Blase zerplatzen würde und die Politik mehr Macht erhalten würde als sie hat.

KM: Würden Sie die Quintessenz Ihres Romans in einem Satz definieren?

YS: „Die Hände des Pianisten“ konfrontiert die Möglichkeit der Entgleisung in Krisensituationen mit der Wahrscheinlichkeit der Geburt eines totalitären Schutzmechanismus und Machtapparats.

YS: Kommen Sie nach Tel Aviv?

KM: Vielleicht später.

YS=Yali Sobol

KM=Kyriaki Marati

PERSPEKTIVEN Yali Sobol thematisiert in Die Hände des Pianisten in der Form einer erschütternd lesenswerten Parabel Klassik und Moderne, Synästhesie, Synthese und Aposynthese, Fugen und Verfügungen, Bürokratie und Machtmissbrauch, Ethos und Nutzen, Angst und Verrat, Selbsterhaltungstrieb und Überleben, Freiheit im allgemeinen, Pressefreiheit und Freiheit der Künstler insbesondere, Allmacht und Verführung, Realität und Kunst. Die Einzigartigkeit dieses Buchs ist seine Rolle als polyphone Entität, die Mythologie, Religion, Musik, Geschichte und Zeitgeschichte, Politik, Literatur und Kunst zu fugen versteht. Der Roman ist die mehrdimensionale philosophische Reise für Universalisten, Individualisten, Kriminalisten, Pianisten, Ästheten, politisch Denkende, Literaten und Kunstschaffende.