T.R.O.J.A. Komplott | Ortwin Ramadan

LITERATURANGABE:

Autor: Ortwin Ramadan
Verlag: Coppenrath Verlag
Übersetzung: ./.
Erschienen: 2015
Umfang: 384 Seiten
ISBN: 978-3-649-61865-2

BUCHCOVER

Passend zum Inhalt wird das Sehorgan abgebildet. Übergroß, hypertrophisch, Pupille erweitert, der Fokus ist auf ein Auge. Es ist eine explizite Verbindung zum Inhalt, der die Steuerung der Augen betrifft.

Kiki: Angst trifft auf Immobilität, als würde der Blick Bewegung zum Eis erkalten und Farben erscheinen lassen.

Das Auge versucht zu begreifen gesteuert durch das Gehirn, die Bewertung folgt erst danach; was wäre wenn der Schmerz unsichtbar wäre. Vor allem versinnbildlicht die Coveraufnahme die Anstrengung Sinn zu geben.

ZIELGRUPPE

Das Buch vereint Aktion und Fantasie. Die fantasievolle Geschichte mit vielen Aktionselementen wird Jugendliche ab 14 und junge Erwachsene besonders ansprechen. Denjenigen Lesern, die eine Pause von der Literatur der erwachsenen Formate suchen, wird diese Geschichte um die Übertretung von Grundrechten eine willkommene Abwechslung für Zwischendurch werden.

 

Kiki’s Rezension: T.R.O.J.A. Komplott | Ortwin Ramadan

EINLEITUNG

Eine Jagd nach Informationen, nach der eigenen Identität und nach einem Täter, der kein Mitleid kennt.

Nicht wenig für einen jungen Menschen ohne viel Erfahrung, der überleben will. Seine Suche wird behindert, doch das Durchhaltungsvermögen ist enorm und die Urteilsfähigkeit besonders ausgeprägt.

 

INHALTSANGABE

Nanobots. Intelligente Implantate, überwachen die Gesundheit jedes US-Bürgers. Sie sind eine Erfindung des T.R.O.J.A.-Projekts, von dem die wenigsten wissen. Der junge Bundesagent Nico steht diesem Geheimnis kritisch gegenüber, das nicht nur die Gesundheit der Bürger reguliert sondern auch Kriminalität vorbeugen und bekämpfen soll. Seine nächste Überwachung betrifft die todkranke Beta. Seine Ermittlungen machen ihn mit ihr näher bekannt und verstärken seine Skrupel, wie sinnvoll und moralisch es ist, Leuten die eigene Entfaltung und Entscheidungsfindung zu versperren. Nico wird im Laufe der Überwachung mit seiner eigenen Vorgeschichte konfrontiert, die eng mit den Visionen seines Vaters zusammenhängt.

 

INHALTSANALYSE & CHARAKTERISIERUNG

Die Nanobots verzeichnen den Verlauf von Krankheiten, sie rufen über Fernsteuerung Störungen und Anfälle hervor, sie schwimmen durch die menschliche Blutbahn mit Hilfe der Nanotechnologie. Ihre Funktion ist die eines trojanischen Pferdes, das von innen zersetzt.

Kiki: Nanobots zapfen den Sehnerv an und lassen Bilder produzieren, welche die beobachtete Person sieht. Auf dieser Weise dient das Auge als Informant.

Für die Bekämpfung der Kriminalität durch die Beschaffung von Informationen aus dem eigenen Körper ist diese Innovation überlebensnotwendig, ihr Status ist Top-Secret und sie wird daher strengstens geheim gehalten. Lediglich wenige Eingeweihte erfahren von der Existenz des sogenannten T.R.O.J.A. Projekts, die anderen, die dafür arbeiten, in dem sie dem System Informationen zuspielen, sind Fußvolk. So auch der angehende Bundesagent Nico, der durch ein Täuschungsmanöver von der Ausbildungsanstalt in ein Trainingslager der T.R.O.J.A. Spezialeinheit nach New Mexico quasi entführt wird. Die Voraussetzungen unbedingte Treue und Verschwiegenheit erfüllt er, bis er den Auftrag bekommt, die todkranke Beta zu überwachen. Nicht nur weil die junge Frau Nico sympathisch ist, stürzt während der Observation das gesamte Lügengebäude zusammen und entlarvt eine Überwachungsmaschinerie, die keine Fehler und keinen Widerstand gestattet. Einerseits besitzt Beta Informationen, die überlebenswichtig sind andererseits ist das Geheimnis um Nicos Vater das Zeugnis einer persönlichen Niederlage.

 

FAZIT

Kurzweilig? Ja. Langweilig? Nein. Durch die medizinischen Details, die persönliche Aspekte in berufsbedingten Situationen, Kommunikationen und Konflikten betreffen, macht dieses Buch interessant und die begleitende Spionagegeschichte animiert zum Nachschlagen, welche Elemente sich dahinter verbergen, die der Realität entsprechen, z.B. der Kalte Krieg oder etliche Details über Optik und Augenmedizin als Ergänzung zur Anregung, mehr wissen zu wollen.

Kiki: Der Missbrauch persönlicher medizinischer Daten ist erschreckend realitätsnah und macht aufmerksam, dass er keine Zukunftsmusik sein kann. Das Nachdenken über die ethischen Aspekte führt die reichlich verstreuten Aktionselemente zum Stillstand und balanciert somit das Tempo der Handlung aus.

Zum Schluss siegt Kreativität, Erfindungsreichtum und Widerstand in einem filmreifen Plot, der ein Happy End zulässt, zum Glück. Game Over.

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