AusgeKocht | Klaus Brabänder

BUCHCOVER
AusgeKocht Kriminalroman aus dem Saarland. Mit viel Sinn für das Kochen als Hobby, eine Leidenschaft, die einige der Akteure im Buch teilen. Auch das Opfer ist Koch. Was er beruflich macht und in welchen Angelegenheiten er die Hände im Spiel hatte ist in „AusgeKocht“ zu lesen. Bereit für ein Krimi-Diner? Das Hauptgericht ist die Aufklärung des Falls, in dem Beruf vom Privaten kaum zu trennen ist und Details wie Unordnung auf dem Tisch oder Spuren auf Besteck wie zum Beispiel auf dem Buchcover übersehen werden könnten.

Die Infos zum Buch

Autor: Klaus Brabänder
Verlag: KBV Verlags- und Mediengesellschaft mbH
Übersetzung: ./.
Erschienen: 2024
Umfang: 376 Seiten
Preis: €15,00(de)
ISBN: 978-3-95441-718-6

ZIELGRUPPE

Seit Tagen hält die Hitze an, in diesem Krimi, und es werden für die nächsten Tage Rekordtemperaturen vorhergesagt. Wie im echten Leben auch. Trotz der hohen Temperaturen kommt leichtfüßig der Kriminalroman an seine Lösung heran, als ob mit Messer, Gabel und Löffel der Fall orchestriert wird, bis der Täter enttarnt und gestehen muss. Amüsant, aber vor allem mit ernsten Tönen ausgestattet mit Details, die nicht jedem bekannt sind, wie zum Beispiel dem farblosen Gift Maitotoxin macht es neugierig auf das Wer, Wie, Wozu. Auch eine lokale Korruptionsaffäre in dem elften Krimi aus der Reihe um den pensionierten Ex-Kommissar Josch bereichert den Plot.

 

 

Kiki’s Rezension: AusgeKocht

EINLEITUNG

Der Verblichene hatte sich eine Waffe besorgt ohne einen Waffenschein gehabt zu haben. Und er hat sie in einer verschlossenen Schublade seines Büros deponiert, was bei der Durchsuchung festgestellt wird. Seine Fingerabdrücke sind auf der Waffe und bei einem Abstecher in die Polizeidirektion Kaiserslautern taucht die Information auf, dass die Waffe schon für eine andere Tat benutzt wurde.

 

INHALTSANGABE
AusgeKocht

Das Opfer ist Mitarbeiter beim Landesamt, der Ingenieurverträge bearbeitet und genehmigt hat. Er ist Hobby-Koch und Mitglied eines Kochclubs. Gefunden wird er im Kühlhaus des Wandervereins, dessen Küche der Club mietete, und er ist vergiftet worden. Für ihn kommt jede Hilfe zu spät. Es war unbestritten, dass er unbeliebt war und es gibt auch schon gleich mehrere Verdächtige.

War es eins der anderen Mitglieder seines Männer-Kochclubs, zu dem auch ein pensionierter Ex-Kommissar gehört? Oder aber die Sekretärin des Ortsbürgermeisters, mit der das Opfer in erbittertem Streit lag? Vielleicht war es aber auch ein Racheakt zwischen den Fans des FC Saarbrücken und des SV Elversberg, dessen Fan er war? 

 

Der zwielichtige Unbekannte

Währenddessen lässt der Ermittlungsauftrag bei der unterbesetzten Polizei auf sich warten, ohne dürfen sie gar nicht beginnen. Die Ermittler benachrichtigen seine Arbeitsstelle, die nichts von seinem Tod weiß, erstmal nicht. Ein Anrufer beim Personalamt gibt sich als der Ermordete aus, um aus familiären Gründen Urlaub zu nehmen, obwohl das Opfer bereits längst tot war. Den Nachbarn war der Verstorbene gleichgültig, er habe keinen Kontakt zu ihnen, wirke unnahbar und unsympathisch, nur der Kundendienst der Apotheke sei manchmal vorbeigekommen. Seine Verbindungen zum Fanclub eines lokalen Sportvereins, dem er seit neuem die Treue hielt, denn vorher war er Fan einer anderen Lokalgröße aber auch Verbindungen zum Rotlichtmilieu kommen ans Licht. Außerdem arbeitete er in der Landesverwaltung in einer Abteilung, die für den Verkauf einer landeseigenen Sportstätte, später in einer anderen Abteilung, die für die Liegenschaften des Landes zuständig war, und aktuell in der Abteilung, die um Zuschüsse im kommunalen Städtebau verantwortlich war. Ermittler:innen müssen auf den Schlüsseldienst warten, nachdem ein Einbruch und Diebstahl im Anwesen des Opfers, das dort allein gelebt hat, festgestellt wird. Die Staatsanwältin wird von der Polizei angerufen und kommt vorbei, wobei sie noch nicht in Bereitschaft ist.

 

Kriminalhauptkommissar a.D., Hobby-Detektiv

Währenddessen macht Joachim Schaum, kurz Josch genannt, Kriminalhauptkommissar a.D., einen Alleingang in der Sache, denn er hofft von Mensch zu Mensch und mit seiner aus anderen Krimis bereits bekannten unkonventionellen Vorgehensweise mehr erreichen zu können als die offiziellen Ermittlungsbehörden. Die Staatsanwältin hält nichts von Bürokraten, besonders nicht vom Amtsleiter, der weder von der Materie noch von Amtsführung Ahnung hat, und verpflichtet ihn zum Stillschweigen, solange die Ermittlungen nicht vorangeschritten sind. Doch die Öffentlichkeit ahnt schon Böses und spekuliert. Gerüchte, zahlreiche Möchtegern-Ermittler:innen und Klatschmäuler verdunkeln die Tatsachen. Dass Josch bei seinem Kreuzzug auf den Videoaufnahmen der Überwachungskamera, die aus Datenschutzgründen lediglich eine Woche lang aufbewahrt werden dürfen, zu sehen ist, sorgt für Irritation bei den offiziellen Ermittler:innen.

 

Die Durchsuchung der Büroräume

Der Durchsuchung der Büroräume des Opfers wird erst nach einiger Zeit stattgegeben, nachdem ein Kompromiss zwischen der politischen Ebene und dem LKA geschlossen wird, Beamt:innen im Zivil und möglichst unauffällig arbeiten lassen. Diskussionen über Zeitpunkt, Umfang und personelle Ausstattung der Durchsuchung verzögern die Entscheidung. Das Betriebsklima scheint nüchtern zu sein, jede:r will die nächste Beförderung nicht gefährden und versucht nicht unangenehm aufzufallen.

 

Die Verträge, die wenige verstehen

Die Durchsuchung bringt außer der Waffe auch zahlreiche Akten zutage, die nur fachmännisch gelesen werden können, weil sie Verträge mit Gutachtern und Ingenieuren enthalten. Die dazugehörigen Rechnungen, darunter auch Honorarabrechnungen sind wie die Verträge für die ermittelnden Beamten unverständlich, daher entscheidet sich die ermittelnde Staatsanwältin eine Hintertür zu benutzen. Sie setzt einen ihr privat bekannten Fachmann ein, um einen Überblick zu verschaffen und Ordnung in das Chaos zu bringen. Dabei stellt der Fachmann fest, dass die Kosten durch Mehrfachzuordnung zu hoch angesetzt wurden, weil ein Kontrollorgan gefehlt hat. Auch die Honorare waren überzogen. War der Bauherr oder die Bauleitung dafür verantwortlich? Außerdem bekam eine ganz bestimmte Baufirma auffällig viele Aufträge, es fehlt den Polizisten auf, dass die Geschäftsführung auf dem Internetauftritt nicht angegeben war.

 

Der Prokurist

Auf der Jagd nach Hinweisen kommen die Kriminalisten auch an einem Prokuristen nicht vorbei, der mehr zu entscheiden hatte als auf dem Papier zu sehen ist. Vergeblich suchen sie den Mann, der sich krank gemeldet hat und nicht erreichbar ist. Dabei erfahren sie von Diskrepanzen zwischen offiziellen und inoffiziellen Angeboten, die ersten günstig, letztere waren teuer und dienten zur Abrechnung.

 

Das Wirtschaftsdezernat

Die Kollegen vom Wirtschaftsdezernat versprechen Unterstützung, vergeblich wartet das ermittelnde Duo Katja und Sam darauf. Die Durchsuchung der Wohnung des Prokuristen, der wie vom Erdboden verschluckt bleibt, ergibt keine Hinweise auf Krankheit, Urlaub oder Flucht. Der Namensvetter des Prokuristen, der zufälligerweise beim Landesamt arbeitet, bleibt ebenfalls spurlos verschwunden. Einer Durchsuchung seiner Wohnung gibt der Oberstaatsanwalt nicht statt. Keine konkrete Gefahrenlage oder Widerstand aus dem Innenministerium wegen der Öffnung der Wohnung eines Landesbediensteten?

 

Die Vermissten

Von drei Menschen fehlt jede Spur: der Prokurist der Baufirma, der gleichnamige Mitarbeiter im Landesamt und die Geschäftsführerin der Baufirma. Die Ermittler:innen stellen fest, dass jede:r die Waffe im Dienstzimmer des Toten hätte deponieren können, denn es gibt zwei Masterkarten, um Zutritt zu den Büros zu bekommen.

 

 

INHALTSANALYSE & CHARAKTERISIERUNG

Die überraschende Hilfe aus einem internationalen Detektivbüro, die Josch aus seinem Freundeskreis bekommt, kümmert sich um die Beschaffung von Informationen aus Privatdatenbanken und interessiert sich mäßig über Datenschutz. Während einer privaten Grillparty tauscht man sich aus und legt die Rollen fest. Alle sind zufrieden und die Maxime, was du nicht weißt macht dich nicht heiß, ist stets auf den Lippen.

 

Auf der Suche nach Zusammenhängen

Die Polizei tappt im Dunkeln, es gibt keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Mord an dem Mitarbeiter der Landesbehörde und dem Abrechnungsbetrug inklusive Steuerhinterziehung, dem sie auf der Spur gekommen sind. Zwei der spurlos Verschwundenen sind verwandt, laut anonymer Quelle. Stecken die Brüder unter einer Decke? Durchsuchungsbeschlüsse lassen auf sich warten und verlangsamen das Tempo der Ermittlungen. Und die Staatsanwältin geht am Ende des Jahres in den Ruhestand, ihre Stelle wird eingespart, Personal wird nicht aufgestockt.

Der Krimi konzentriert sich auf die Details um den Fall, die weniger die Charaktere sondern die Arbeit von Behörden auf Landesebene und Gerüchte über das Opfer hervorheben.

 

 

AusgeKocht
FAZIT

Einerseits dünne Personaldecke, Vier-Augen-Prinzip bei wichtigen Befragungen, Erstbefragungen oder Vernehmungen oder die Vermutung auf Fluchtgefahr scheinen routinierte Zustände bei der Kriminalpolizei in diesem Kriminalroman zu sein. Während der Ermittlung zwischen Städten kommen länderübergreifende Traumpaare sich näher oder auch solche, die sich täglich sehen, aber noch nichts von ihrem Glück wissen. Andererseits Geschäftsführer ohne Funktion, undurchsichtige Zuständigkeiten, verschwundene Mitarbeiter machen die Baubranche zum Schauplatz für den Kriminalroman „AusgeKocht“.

Die Fahndung nach dem Täter, der um keine Ausrede verlegen, täuschend überzeugend wirkt und seine Mordswerkzeuge unkompliziert im Internet beschafft, liest sich wie ein Countdown. Trotz der verloren gegangener Zeit gelingt der Polizei mit vereinten Kräften das Meisterstück, einen Täter zu fassen, der durch seine Verstellungskünste viele hatte täuschen können, immer wieder. 

Ort der Handlung: Spiesen-Elversberg und umliegende Ortschaften, Saarland

Die Küche des Wandervereins, Spiesen-Elversberg

15 km von Saarbrücken entfernt, ist der Kühlraum neben der Küche der Tatort in „AusgeKocht“.

Kaiserslautern

Länderübergreifender Informationsaustausch bei der Polizei. Katja und Sam aus Elversberg treffen eine Kollegin in Kaiserslautern und sprechen bei einer Videokonferenz mit einem Kollegen aus Mainz über eine Tat.

Alte Wohnhaussiedlung, Quierschied, nah Saarbrücken

Die Polizei will das Haus des Bruders, der beim Landesamt gearbeitet und sich krank gemeldet hat, durchsuchen, dafür muss sie das Schloss aufbrechen, weil keiner zu Hause ist. Ein verlotterter Garten fällt ihnen auf, sonst nichts.

Zwischen St. Johanner Markt, Saarbrücken und Weierweiler

Katja und Sam verabreden sich in einem Szenelokal und bekommen einen Hinweis auf einen Wohnwagen in Weierweiler, Weiskirchen, nachdem der Aufruf nach dem Gesuchten in der Zeitung erschienen ist.

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