Die kleine Faschistin | Jérôme Leroy
BUCHCOVER
Die kleine Faschistin Sand und Dünen. Tödliche Falle und Tatort im Krimi „Die kleine Faschistin“. Treffpunkt für Gruppen und ein verliebtes Paar, das nichts von seinem Verfolger weiß. Schatten ohne Gesicht erzeugen eine beklemmende Atmosphäre. Spiel mit der Wahrnehmung. Die Leser:innen fiebern mit der Protagonistin, die keine Ahnung hat, wie nah der Täter ihr steht. Und ihm blind vertraut.
Die Infos zum Buch
| Autor: | Jérôme Leroy |
| Verlag: | Edition Nautilus GmbH |
| Übersetzung: | Cornelia Wend |
| Erschienen: | März 2026 |
| Umfang: | 152 Seiten |
| Preis: | €18,00 (de) |
| ISBN: | 978-3-96054-476-0 |
ZIELGRUPPE
Die todernste Lektüre für Zwischendurch, die Jung und Alt ansprechen könnte. Geschrieben einerseits um zu beeindrucken, andererseits um auf den Boden der Tatsachen zu bleiben. Denn die Absichten der Liebenden früher sowie auch später in dieser Geschichte, das sind Francesca und Jugurtha, Francesca und Bonneval, haben vor allem mit Lust zu tun. Lust auf Lust, Lust auf Flucht, Lust auf Egotrips, Lust auf Gefahr. Das große Ganze ist den beiden schließlich egal.
Kiki’s Rezension: Die kleine Faschistin
EINLEITUNG
In Frankreich kriselt´s. Die Demokratie ist in Gefahr, ihre Säulen wackeln, der Präsident ist unzurechnungsfähig, die Interimsregierung beginnt Freiheiten einzuschränken. In dieser Situation erfährt eine junge Frau, die seit sie denken kann, dem rechtsextremen Spektrum angehört, wer ihren damaligen Jugendfreund auf dem Gewissen hat. Plötzlich hinterfragt sie ihre Gesinnung und verlässt ihr bisheriges Leben.
INHALTSANGABE
Die kleine Faschistin
Eine nordfranzösische Kleinstadt, nicht weit von Belgien entfernt. Frise oder ähnlich. Francesca wächst hier in einem rechtsintellektuellen Milieu auf und wird seit Kindesbeinen die „kleine Faschistin“ genannt. Ihre erste große Liebe Jugurtha, Sohn eines kabylischen Kommunisten, wird mit 14 ermordet. Der Mörder wird nie ermittelt. Francesca trauert und folgt kurz darauf ihrem Idol, dem großen Bruder Nils, in den identitären Schlägertrupp der „Löwen von Flandern“. Bald darauf ist auch Nils tot, im Kreuzfeuer sich rivalisierender Drogenbanden geraten.
Liebe auf dem ersten Blick
Als später die zwanzigjährige Francesca den desillusionierten Mitte-Links-Politiker Bonneval trifft, ist es Liebe auf dem ersten Blick. Die Republik Frankreich steht vor dem Zerfall und die „kleine Faschistin“ erfährt, wer Jugurtha ermordet hat. Francesca bricht zusammen, als sie das Geheimnis erfährt und informiert die Polizei. Die Affäre mit Bonneval wird Auswirkungen haben, denn die beiden haben unabhängig von ihren politischen Überzeugungen nur Augen für einander.
INHALTSANALYSE & CHARAKTERISIERUNG
Die zufällig Identitäre
Francesca wird die „kleine Faschistin“ genannt. Sie wächst mit rechtsextremen Büchern auf und vergöttert ihren großen Bruder Nils, der den Identitären angehört. Francesca versteht sich ebenfalls als Identitäre und wird Aktivistin. Das hindert sie nicht, sich in Jugurtha zu verlieben und sich mit ihm zu treffen, die beiden sind wie füreinander geschaffen. Ihre Überzeugung, identitär zu sein, beruht hauptsächlich auf die wiederholte Verwendung ihres Kosenamens und ihre Bewunderung für ihren Bruder, nicht auf persönliche Ideale.
Die Mitläuferin
Wie Gehirnwäsche hallt der Spruch „kleine Faschistin“ und bindet sie scheinbar für immer an rechtsextreme Netzwerke und Aktionen. Gewaltbereitschaft gehört für Francesca dazu, um sich zu beweisen und weil es so gemacht wird. Reflektieren ist nicht ihre Stärke. Als sie später die wahren Hintergründe hinter dem Mord an Jugurtha und die Identität des Täters erfährt, bricht sie mit ihren bisherigen Freunden, weil der Täter auch zu ihnen gehört hat. Impulsiv und dem Zufall nicht abgeneigt springt sie ins Abenteuer, das die Abwechslung bietet, die sie sucht.
Zufällig vor Ort
Der Politiker Bonneval ist frustriert, denn sein politischer Stern ist im Verglühen und seine Ehe kriselt. Auch er neigt zu Kurzschlusshandlungen, ähnlich wie Francesca, aus anderen Gründen. Zufällig vor Ort gerät in ein Handgemenge und prügelt sich mit Identitären. Als er das kleine Mädchen von damals sieht, ist er von ihrer Jugend geblendet. Er sieht in ihr den Weg, den er einschlagen will, um dem Durcheinander von Gefühlen und Entscheidungen zu entkommen.
Die Flucht
Das gemeinsame Verschwinden aus dem Alltag fällt ihnen leicht. Eine unbeschwerte Zeit ohne Verantwortung beginnt. In ihrer kleinen Flucht empfangen sie Nachrichten aus Frankreich wie in Zeitlupe. Die Geschehnisse sind so weit entfernt, um sich Gedanken darüber zu machen.
Die Liebenden unterwerfen sich der elementaren Anziehungskraft, die sie Menschen, Ereignisse, Erinnerungen, Gefühle vergessen lassen. Politische Zugehörigkeiten spielen da keine Rolle.
Die kleine Faschistin
FAZIT
Am Beispiel einer Mitläuferin lässt das Buch das Bild von Menschen entstehen, denen sich rechtsextremistisches Gedankengut bedient, um zu überleben, sogar zu wachsen. Irritiert, beunruhigt, alarmiert. Trotz der Kürze des Textes oder vielleicht sogar deswegen.
Ort der Handlung: Nordwestfrankreich an der Grenze zu Belgien
Chen-Boulevard
Die Hauptfigur des Buchs Francesca geht hier zur Schule, lernt Jugurtha kennen und lieben. Sie treffen sich oft am Strand, voller alter Bunker und Abfälle, bis eines Tages Francesca vergeblich auf ihren Freund wartet.
Auf den Straßen von Frise
Die Identitären, darunter auch Francesca, zertrümmern die Fensterscheiben einer Buchhandlung, die oft ihr Ziel ist. Die junge Frau kommt frei, weil ihr Vater Beziehungen bei der Polizei hat.
Das Haus der Identitären
Treffpunkt in der Nähe der Marina. Der stellvertretende Bürgermeister Bonneval versucht mit allen Mitteln das Haus schließen zu lassen.
Fort Mahon
In der französischen Kleinstadt – an dem nordwestlichsten Küstenabschnitt zwischen der Mündung der Küstenflüsse Authie und Somme – tötet ein Berufskiller die falschen Leute, weil er sich ins Haus geirrt hat und weil die Zielperson längst über alle Berge ist.
