The Guardians | John Grisham

1. Inhaltsangabe:
„Guardian Ministries“
Der Kriminalroman wurde inspiriert einerseits von „Centurion Ministries“ und seinem Gründer James McCloskey, der 63 Frauen und Männer befreien konnte und von der wahren Geschichte Joe Bryans, der für den Mord an seiner Frau, den er nicht begangen hat, verurteilt wurde. (Quelle: John Grisham, The Guardians, Dell Books New York 2020, S. 417-419 in: Author´s Note).
Cullen Post leitet „Guardian Ministries“, eine kleine Non-Profit-Organisation, die sich um die Freisprechung und Entlassung zu Unrecht Verurteilter kümmert. Cullen ist nicht nur Jurist, sondern auch episkopaler Geistlicher und Seelsorger. Seine Kunden sitzen entweder lebenslänglich oder in der „Death Row“ (U.S.A.) für Verbrechen, die sie nicht begangen haben. Die „Death Row“ sind die Hochsicherheitstrakte der U.S. amerikanischen Haftanstalten, in diesen sitzen Inhaftierte, die nach ihrer Verurteilung zum Tode vor dem Gericht eines amerikanischen Bundeslandes auf ihre Hinrichtung warten.
Der Kriminalroman „The Guardians“ erzählt von der Arbeit Cullens und der Non-Profit, die er leitet und konzentriert sich auf einen Fall des Mordes an einem Anwalt, für diesen wurde der farbige Quincy Miller lebenslänglich verurteilt, obwohl er unschuldig ist. Diese Unschuld wird Cullen Post in dem Kriminalroman „The Guardians“ beweisen. Bis zu diesem Zeitpunkt, der nicht unbedingt eintreten wird, weil die Mühlen der Justiz sich langsam drehen und die vielen Jahre seit der Tat die Überprüfung von Beweisprozessen erschweren, ist Cullens Alltag die „Death Row“, ihre Wartezeiten, ihre „Henkersmahlzeiten“, die Gnadengesuche und das Fernsehen, die Proben, die Untersuchungen der Fairness von Gerichten, den manchmal rachemotivierten Auftritt der Familien der Opfer. Der Anwalt der Anklage wird als eine Person mit sadistischen Zügen porträtiert. Anwälte dürfen Mobiltelefone benutzen. Der Tag der Hinrichtung trägt ein mediales Gewicht. Durch das Räderwerk der Entscheidungen des Gouverneurs und der Bemühungen der Anwälte, die Vollstreckung des Urteils entweder zu beschleunigen oder aufzuheben ist die „Death Row“ die Versinnbildlichung einer Hölle. Menschenleben retten bekommt eine neue zeitbedingte Bedeutung, während Freiheit in weite Ferne rückt.
Der neue Fall, der drei Jahre auf dem Schreibtisch der „Guardian Ministries“ gewartet hat, ist Quincy Miller verurteilt für den Mord an dem Anwalt Keith Russo lebenslänglich ohne Straferlaß und trotz seiner Bemühungen freigesprochen zu werden, bleibt er in Haft. Cullen Post sagt, dass der Staat Florida sein Urteil hat im Falle Quincy Millers; der Staat Florida halte wenig von Protokollen als Beweise; Wahrheit sei für den Staat Florida irrelevant. Dieser Fall sei kein „Cold Case“. (zit. Cullen Post, in John Grisham, The Guardians, S. 46).
Der Roman ist eine Sammlung von Kriminalfällen, die die Arbeit der Non-Profit „Guardian Ministries“ betreffen.
Der Vorwurf des Meineids betrifft hier Häftlinge am Zeugenstand, die Angeklagte belasten in diesem Kriminalroman. (zit. Cullen Post, in John Grisham, The Guardians, S. 51).
Der Unterton ist „Black and White“, wie sie miteinander umgehen, gibt es Gleichberechtigung und Freiheit unter Gleichen.
Unterschwellige „Bias“ tauchen in der Sprache auf, Farbig und Weiß positionieren sich kurz- und langfristig im Kontext. Nuancen unterschiedlicher Verhaltensetikette sind Part der Dialoge.
Zu den Anwälten: Ein Anfänger darf nicht einen Mordfall übernehmen und den Angeklagten vertreten; genau dies geschieht im Fall Keith Russo. Diese Tatsache wurde im Buch nicht angefochten vermutlich wegen der aggressiven Verteidigungsstrategie des Neulings.
Die Hauptbelastungszeugin ist die Frau des Angeklagten gewesen, deren Aussage Unsicherheiten enthielt. Die Vermutung, dass sie gelogen hat, liegt nahe.
Hinzu kommt die Möglichkeit, dass Karrierekriminelle Tauschhandel betreiben, in dem sie am Zeugenstand ihre Fantasie arbeiten lassen gegen die Reduzierung ihrer Strafe.
Der Kriminalroman thematisiert Gefängnisse als profitorientierte Einrichtungen verwaltet von einer Korporation außerhalb des Staates, welches Folgen hat wie schlecht bezahlte Wärter, Qualitätsverlust in der Küche und bei den Sanitäreinrichtungen und Reduzierung der medizinischen Vorsorge.
Das Verjährungsrecht für Meineid ist in diesem Fall erloschen (John Grisham, The Guardians, S. 67).
Und das Gesicht mit dem richtigen Teint öffnet auch im 21. Jahrhundert Türen in den amerikanischen Südstaaten, so im Buch.
2. Strafrecht oder Zivilrecht, John Grisham:
John Ray Grisham Jr., geboren am 8. Februar 1955 in Jonesboro, Arkansas ist ein US-amerikanischer Bestseller-Autor, Rechtsanwalt und demokratischer Politiker. Er schreibt primär Justizthriller und Kriminalromane, die eine Gesamtauflage von 275 Millionen Exemplaren haben und in 42 Sprachen erschienen sind. (Quelle: Wikipedia, John Grisham, deutsch).
Sein Vater war Bauarbeiter, seine Mutter Hausfrau, die Eltern haben fünf Kinder. Als Kind träumte John Grisham davon, professioneller Baseball-Spieler zu werden. Er entschied sich für das Studium des Rechnungswesens an der „Mississippi State University“, als ihm bewusst wurde, dass seine Fähigkeiten dazu nicht reichen würden. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft an der „University of Mississippi“. 1981 beendete er sein Jurastudium und praktizierte fast ein ganzes Jahrzehnt als Anwalt in Southaven in De Soto County. Seine Spezialisierung war im Strafrecht und in Prozessen mit Körperverletzung. John Grisham wurde als Kandidat der Demokratischen Partei in das Repräsentantenhaus von Mississippi gewählt, dem er bis 1990 angehörte.
Grisham begann früh morgens einen Roman zu schreiben, bevor er zur Arbeit ging, nachdem er im Gericht von De Soto County der Zeugenaussage eines minderjährigen Vergewaltigungsopfers beigewohnt hatte. Das Thema des Romans war, was passiert wäre, wenn der Vater des Mädchens ihre Angreifer ermordet hätte. Er brauchte etwa 3 Jahre, um 1988 „Die Jury“ („A Time to Kill“) fertigzustellen, ein Manuskript, das mehrmals abgelehnt worden ist, bis es bei Wynwood press im Juni 1989 in einer Auflage von 5.000 Exemplaren erschienen ist.
Der zweite Roman „Die Firma“ wurde der meistverkaufte Roman im Jahr 1991 und blieb 47 Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times. Die Filmrechte bekam für 600.000 Dollar Paramount Pictures, die Verlagsrechte kaufte Doubleday.
1991 im Frühling entschied sich John Grisham für den Beruf der Autors und gab seinen Beruf als Anwalt und Politiker auf. Seine Tätigkeit als Anwalt habe ihm laut eigenen Angaben nicht mehr erfüllt. (Quelle Wikipedia, John Grisham, deutsch)
Seit dem Erscheinungsjahr von „Die Firma“ hat John Grisham jedes Jahr ein Buch geschrieben. Zehn Bücher wurden verfilmt. Er schrieb außerdem das Drehbuch zu dem Baseballfilm „Mickey“ und diente mit einer seiner Kurzgeschichten als Vorlage für den Film „The Gingerbread Man“.
John Grisham kehrte 1996 als Anwalt in den Gerichtssaal zurück und erstritt für seinen Mandanten Schadensersatz in Höhe von 683.500 US-Dollar, das war der höchste Urteilsspruch seiner anwaltlichen Karriere.
Seinem literarischem Repertoire gehören neben Justizthrillern „Die Farm“ (2001), „Das Fest“ (2002) und „Der Coach“ (2003) an. Sein Sachbuch „Der Gefangene“ („An Innocent Man““), in dem um einen Justizskandal geht, erschien 2006.
John Grisham äußerte sich zu den rechtsextremen Demonstrationen in seiner Wahlheimat Charlottesville im Sommer 2017 kritisch gegenüber dem amerikanischen Präsidenten und kritisch gegenüber der Ausnutzung der historischen Last der Sklaverei. (Quelle: Wikipedia, John Grisham, deutsch)
John Grisham ist aktiver bekennender Baptist. Er lebt zusammen mit seiner Frau Renée und den beiden Kindern Ty und Shea auf einer Farm in Oxford, Mississippi und einer Plantage nah Charlottesville, Virginia. Er ist dem Baseballsport treu geblieben. Er fungiert als Baseballtrainer seines Sohnes und als Beauftragter der lokalen Baseballnachwuchsliga. Die sechs Spielfelder, die er auf seinem Grundstück errichten ließ, dienen 350 Kindern in 26 Nachwuchsteams als Trainingsgelände. Der Autor reiste wiederholt mit Leuten seiner Kirche nach Brasilien, um in karitativen Einrichtungen mitzuarbeiten.
3. Tatorte und Reiseziele:
Die Geschichte verknüpft die Orte mit ihrer Atmosphäre in wenigen Zeilen, persönlich und prägnant. Es werde Buchfiguren mit ihrem Auftreten und dem Ort, wo sie leben, verbunden im Kontext ihrer Vergangenheit. So zum Beispiel steht der Angeklagte im Kontext einer Stadt: Farbiger Mann in einer weißen Kleinstadt, die sich eventuell nicht gern an die Konfrontation erinnert.
Die Landschaft des Buchs ist gesättigt mit verschlafenen Orten und vereinzelt Großstädte, der einen Haftanstalt nicht zu vergessen. Wie im Kriminalroman angegeben folgen die Namen der Städte und Gemeinden:
Chicago; Ohio; Virginia/Blue Ridge Mountains; Bayliss; Verona, Atlanta, Montgomery, Opelika, Tuskegee, Alabama; Eustis; Atlanta, Savannah, Sea Island, Columbus, Dalton/Georgia; Birmingham; Boca Raton, Delfray Beach; Lynchburg; Raleigh/North Carolina; Butler County; Memphis/Tennessee, Nashville, Kingsport, Knoxville, Dyersburg; Richmond; Kentucky; Alexandria/Virginia; Tampa, Gainesville, Saratosa, Hernando; Dothau; Gulfport; Mobile; Pensacola; Poinsett County; Little Rock/Arkansas; Sun Valley/Idaho; Garvin Correctional Institute; Tallahassee; Jacksonville; Fort Lauderdale; Ocala; Boise; Minneapolis; Ketchum; Alachua; Stetson; Marathon, Coral Gables/Miami, Peckham/Orlando, Maitland/Orlando; Seabrook/Florida, Dillon, Ruiz County/Florida; Key Colony Beach; Key Largo; Fort-de-France; San Juan; Sanford Boca; Orange City; Grand Cayman; Belize; Mexico City; Martinique; Nassau/Bahamas; Panama.

4. Inhaltsanalyse:
Unorthodoxe Methoden, die der Anwalt der Verteidigung benutzt, die aufgrund des Rechtssystems wie im Kriminalroman geschildert unausweichlich sein könnten, um eine Lösung zugunsten des zu Unrecht Verurteilten herbeiführen zu können. Ihr Arbeitsbereich ist nicht auf einen Ort limitiert, die Frage, die sich stellt ist, ob dieser Bereich die Grenzen von Bundesstaaten überschreitet.
3.000 Dollar bezahlt der Staat dem Strafverteidiger für die Verteidigung des Täters. Diese Summe, falls reell, konzentriert sich auf Minimalismus, der im Fall eines zu Unrecht Verurteilten wahrscheinlich Lücken offenlässt. Hinzu kommen Beweise auf der Basis vielerorts diskreditierter Quellen, die in den Judikativen mancher Staaten noch Verwendung finden; das Verschweigen entlastender Beweise, das Ersuchen von Meineid von einer unzuverlässigen Zeugin, Polizeifehler und Unwahrheiten in der Morduntersuchung u.a.

Die Persönlichkeit des ehemaligen Sträflings in der Buchfigur von Francois Tatum ist ein Charakter, der mehr als nur Oberfläche versteht.
So eine Non-Profit wie „Guardian Ministries“ bekommt viel Post aus 50 Staaten und manchmal bleiben akute Kandidaten Jahre liegen, bis die Entscheidung gefällt wird, den Fall zu betreuen. Wie der Fall aus Seabrook, Florida.
Was wäre wenn die Strafverteidiger mehrerer minderjähriger farbiger Straftäter körperlich und psychisch nicht in der Lage sind ihr Amt auszuführen?
Die Hauptfigur ist mehr unterwegs als zu Hause, um die Leute kennenzulernen, die Hilfe und Beratung benötigen. Es ist eine Organisation, die wenig Geld hat und etliche Antragsteller vertreten will, deren Leben vom Einsatz der Geistlichen abhängt.
Lebensversicherung? Das ist ein Thema, das mehr hätte untersucht werden müssen.
Drohungen von Ex-Mandanten werden einerseits nicht ernstgenommen, andererseits wird die Angst des Opfers vor diesem Mann thematisiert, wobei zu keinem Zeitpunkt die Polizei angerufen wurde. Ein belastender Gegenstand verschwindet vor dem Gerichtsprozess. Ein Belastungszeuge steht nicht unter Verdacht, eine Vereinbarung wegen mildernder Umstände getroffen zu haben. Das Wissen um eine Drogensucht am Zeugenstand bedarf der Gleichbehandlung, wenn es um die Glaubwürdigkeit mehrerer Zeugen geht. Vor allem in diesem Kontext, weil sie Drogennutzer waren zum Zeitpunkt der Zeugenaussage.
Wie eine kleine Non-Profit arbeitet, die rehabilitierte Detektive beschäftigt; und die Frage der Komplikationen, weil ehemalige Zeugen ihre Vergangenheit in der neuen Umgebung verschwiegen haben. Minderheiten- und Mehrheitenpopulationen in Kleinstädten gehören zu den Überlegungen, ob sie eine Rolle gespielt haben bei rassistisch motivierten Aktionen; beeinflussen letztere das Verhältnis bei einer Geschworenenkammer zwischen Weiß und Farbig, das Verteilungen widerspiegeln könnte?
John Grisham lässt sein Sprachrohr Cullen Post erzählen über die Funktion von Sachverständigen in den 80er und 90er Jahren vor dem DNA-Test; skeptisch bis kritisch betrachtet er auf Fotos basierenden Zeugenaussagen, die Glaubwürdigkeit wird in Frage gestellt. Sachverständige für die Anklage überwiegen, während Sachverständige für die Verteidigung sind teuer. Die Zeugenaussage des Sachverständigen als unglaubwürdig zu beweisen in einem erneuten Verfahren ist teuer. Kriminologen sind teuer, besonders seit Arbeit für die unschuldig Verurteilten ihre Dienste benötigt.
John Grisham legt den Finger auf die Wunde des Systems vor und nach Urteilen in Strafgerichtsprozessen und bezieht sich ebenfalls auf das Strafvollzugsrecht.
Amerikanische Bundesstaaten führen eine Segregation der Sexualstraftäter, wie z.B. Virginia im Buch.
Die Mehrheit der Briefe an die „Guardian Ministries“ stammt von verurteilten Straftätern, an deren Schuld kein Zweifel besteht.
Die Funktion der eidesstaatlichen Erklärung wird im Falle einer Freisprechung deutlich; sie werden gesammelt, um sie z.B. gegen Falschaussagen zu verwenden.
Die NGO im Kriminalroman entscheidet sich über die Aufnahme eines Häftlings, nach Kriterien wie bestehenden Zweifeln in Bezug auf ihr Verhalten nach der Freilassung gegen Belastungszeugen.
Gefängnisse sind ein großer Arbeitgeber für jede Gemeinde, die eine Einrichtung unterhält. 2.000.000 sind in Haft, 1.000.000 Arbeitnehmer, 80 Billionen Steuergelder. (zit. Cullen Post, in John Grisham, The Guardians, S. 99)
In Grishams Kriminalroman wird die Meinung vertreten, Frauenhaftanstalten zu schließen. Cullen Post hat eine weibliche Mandantin, einen fast hoffnungslosen Fall, die in der „Death Row“ sitzt.
Besuchszeiten in Gefängnissen scheinen zu variieren.
Bundesstaaten wie North Carolina schicken ihre weiblichen „Death Row“ Inhaftierten in eine Haftanstalt.
Literatur spielt eine bedeutende Rolle, in dem sie von Häftlingen konsumiert wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt, doch in dieser Geschichte verliert sie oft ihren Halt, wenn man die Lebensgeschichten der involvierten Menschen liest.
Die Herangehensweise in Fällen, in denen die Todesstrafe verhängt werden könnte, liegt dem Buch zugrunde.
Unlautere Methoden werden benutzt, um Informationen zu gewinnen; die Zeit bis zur Freilassung kann Jahre dauern.
Als wäre das Buch mit seiner mehr als eine Geschichte ein Patient, ist es wie die Anamnese eines alten Falls.
DNA-Ergebnisse gegen die Aussage, die kraft der Methoden vor der Einführung von DNA-Testresultaten zustande gekommen ist. Die Rekonstruktion ist schwierig und nicht alle Beteiligten haben Interesse, ihren Namen zu involvieren.
Die unlauteren Methoden, die benutzt werden, schaden den Zweck, das Fragezeichen sitzt dort, wo der Verdacht auf Anstiftung zum Meineid ehemalige Zeugen und Polizisten/Gesetzesvertreter belastet.
Die Freisprechung ist nicht verbunden mit der Verurteilung des wahren Straftäters.
Hinzu kommen Vorfälle, die die Verurteilung erschwert haben, wie z.B. Sachschäden das Polizeiarchiv betreffend, das u.a. Autopsieberichte, Zeugenaussagen, Fotos oder Beweisstücke enthielt.
Nachträgliche Kooperation von Inhaftierten inklusive dieser in Isolationshaft, um die Freisprechung eines Unschuldigen zu erreichen. Ehemalige Belastungszeugen und Menschen, die sie kennen, gehören zum Schema. Es wird Kritik gegen Pseudowissenschaften am Zeugenstand geübt.
Online: 30 Tage Zugang zu einem privaten Chat-Room mit einer Kreditkarte, wo Nachrichten vertraulich, vorübergehend und unaufspürbar sind.
Jurisdiktion eines anderen Staates am Beispiel des fiktiven Vorgangs auf Belize kritisiert.
Ein Alptraum der Ängste wird hervorgerufen. Der Verteidiger gerät kurzfristig als Angeklagter in einem Prozess, um den es um die Entwendung eines Details geht; dieser Prozess bekräftigt den Eindruck, dass in der einen oder anderen US-amerikanischen Kleinstadt Prinzipientreue gegen „Laissez-faire“ kollidiert und ethische Maßstäbe das Prozedere ergänzen. Die mentalen Herausforderungen sind alltäglich.
Die Hautfarbe dominiert die Gedanken über Prozesse, Angeklagte und Geschworene, insbesondere aus der Perspektive der Verurteilung und der proportionalen Verteilung bei den Geschworenen. Es gibt Einblicke in das Strafrechtssystem mehrerer Staaten.
Die Vorhersehbarkeit der Aussichtslosigkeit führt dazu, aus einem einzigen Fall mit positivem Ausgang Hoffnung für die anderen Fälle zu schöpfen, die auf Wiederaufnahme des Verfahrens warten. Eine Freisprechung bekommt die Aufmerksamkeit der lokalen Öffentlichkeit. Manche Antragsteller sind jung genug, ein neues Leben zu beginnen.
Manchmal lässt man die Untersuchung beenden, weil der inhaftierte Antragsteller stirbt, bevor sie abgeschlossen wird. Gefahr droht, dass manche Antragsteller Opfer einer Gewalttat im Gefängnis werden; ihr Tod beendet die Untersuchung.
Oft ist die Rede vom Drogenkartell und seinen Auftragsarbeiten. Beteiligung der Aryan Deacons (zit. John Grisham, The Guardians), die ein Ableger der „Aryan Brotherhood“ (zit. John Grisham, The Guardians und Wikipedia) sind an dem Angriff gegen Quincy Miller und Beziehungen zu mexikanischen Drogenkartells. Diese rechtsextremen Gruppen protegieren einander und halten dicht.
Der Traum von Freiheit und der Wunsch der non-profit-Organisation, dem Inhaftierten zu helfen, hat ihn in ein Ziel verwandelt.
Sollte der Häftling keine Verwandten haben oder solche, die aufgrund der Entfernung nicht kommen können, hat im US-Bundesstaat Florida der Gefängnisdirektor das letzte Wort über maschinelle Unterstützung der Organe, wenn der Inhaftierte nach einem Angriff im Gefängnis lebensgefährlich verletzt wurde. (zit. John Grisham, The Guardians)
Bezahlung der Gefängniswärter im landwirtschaftlichen Teil Floridas ist ein Thema; Korruption in Haftanstalten zwischen Drogen-, Wodka-, Porno- und Handyverkauf. Es wird ein Weg für das Personal, den bescheidenen Stundenlohn aufzustocken, präsentiert; Ecken im Gefängnishof, die nicht mit einer Kamera versehen sind. Die Lebenssituation unterbezahlter Wärter weist auf Stils oberhalb ihrer Verhältnisse hin.
Das Sicherheitspersonal in dem Krankenhaus, in dem verletzte Häftlinge liegen ist 4:1 (4 bewaffnete Wachleute, 2 aus dem Gefängnis, 2 aus dem Krankenhaus, 1 Patient).
Routen werden absolviert, die sich abseits der Großstädte erstrecken. Viele der besprochenen Fälle berühren die Bundesebene und schalten das Federal Bureau of Investigation ein; Abhörmechanismen werden verwendet, Einschüchterungsstrategien werden eingesetzt, Handys werden konfisziert im Rahmen von „Deals“ mit den Wachmännern, um Beweise verfügbar zu machen.
Die Auftraggeber bleiben im Dunkeln. Die Nutzung von Wegwerfhandys scheint eine Sicherheitsmaßnahme von Leuten zu sein, die ihre Spuren verwischen wollen. Wirtschaftsprüfer sind ihnen auf der Spur.
Ein bisschen Voodoo und eine heruntergekommene Immobilie nehmen uns mit zu einer Reise in die Ahnengeschichte von Floridas farbigen Einwohnern, die im 21. Jahrhundert fest an Aberglaube hängen, jedenfalls in „The Guardians“, und Angst in Aggression umwandeln (zit. John Grisham, The Guardians, Dell 2020, S. 354-360).
Antrag (Petition) für „post conviction relief“ wird vor dem Gericht des Bundeslandes gestellt, in dem sich der Antragsteller sich z. Zt. Befindet, nicht in dem Bundesland, wo er inhaftiert war. Prozesse zur Befreiung eines zu Unrecht Inhaftierten dauern lange. Die Zustände in den Haftanstalten werden ignoriert. Auf der Seite der Verteidigung sitzt der Staat.
Je höher der Wert des Potentials des Wiederaufnahmeverfahrens, desto möglicher die Involvierung eines renommierten Juristen. In diesem Buch war es eine kleine NGO und ihr engagiertes Team, die die Freisprechung eines zu Unrecht Verurteilten erreicht haben.
Dramatisch, gefühlvoll, atmosphärisch, jede Seite ein Schauplatz.
5. Hinweis auf Wirtschaft:
Tourismus.
6. Literaturhinweis: John Grisham, The Guardians, Dell New York 2020.

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