The Guardians | John Grisham

LITERATURANGABE:

Autor: John Grisham
Verlag: Random House
Übersetzung: ./.
Erschienen: New York 2020
Umfang: 448 Seiten
ISBN: 978-0-593-15921-7

BUCHCOVER

Blendende Fahrzeuglichter versperren die Sicht wie falsche Entscheidungen Urteile trüben und Lebenswege bestimmen in diesem Buch. Ein Sturm naht heran und die Details werden gesucht zwischen Wetter, Lichtern und Farben. Gelb Blau sind die Farben mancher europäischen Polizeifahrzeuge, Rot ist Signalfarbe. Eine Szene, die den Beginn des Kriminalromans markiert, als Fäden noch lose, Fälle noch ungelöst, Fragen noch ohne Antworten und die „Guardians“ ein unbekannter Parameter waren.

ZIELGRUPPE

Strafrechtliche Fälle neben zivilrechtlichen Fällen werden auch routinierte Grisham Leser aufhorchen lassen. Dieses Buch bespricht Bemühungen in Kirchenkreisen, die sich der Wiedereingliederung von Häftlingen und ehemaligen Häftlingen widmen und Rechtskenntnisse besitzen. Interessant sind die zivilrechtlichen Seiten manches Wiederaufnahmeverfahrens

Kiki: Strafrecht oder Zivilrecht?

Kiki’s Rezension: The Guardians | John Grisham

EINLEITUNG

Der Kriminalroman wurde inspiriert einerseits von „Centurion Ministries“ und seinem Gründer James McCloskey, der 63 Frauen und Männer befreien konnte und von der wahren Geschichte Joe Bryans, der für den Mord an seiner Frau, den er nicht begangen hat, verurteilt wurde. (Quelle: John Grisham, The Guardians, Dell Books New York 2020, S. 417-419 in: Author´s Note).

INHALTSANGABE

Cullen Post leitet „Guardian Ministries“, eine kleine Non-Profit-Organisation, die sich um die Freisprechung und Entlassung zu Unrecht Verurteilter kümmert. Cullen ist nicht nur Jurist, sondern auch episkopaler Geistlicher und Seelsorger. Seine Kunden sitzen entweder lebenslänglich oder in der „Death Row“ (U.S.A.) für Verbrechen, die sie nicht begangen haben. Die „Death Row“ sind die Hochsicherheitstrakte der U.S. amerikanischen Haftanstalten, in diesen sitzen Inhaftierte, die nach ihrer Verurteilung zum Tode vor dem Gericht eines amerikanischen Bundeslandes auf ihre Hinrichtung warten. Der Kriminalroman „The Guardians“ erzählt von der Arbeit Cullens und der Non-Profit, die er leitet und konzentriert sich auf einen alten Fall des Mordes an einem Anwalt, für diesen wurde der schwarze Quincy Miller lebenslänglich verurteilt, obwohl er unschuldig ist. Diese Unschuld wIll Cullen Post beweisen. Andere Kriminalfälle, die die Arbeit der Non-Profit „Guardian Ministries“ betreffen, runden das Porträt ab.

INHALTSANALYSE & CHARAKTERISIERUNG

Bis zu dem Zeitpunkt, einen neuen Fall zu genehmigen, der nicht unbedingt eintreten wird, weil die Mühlen der Justiz sich langsam drehen und die vielen Jahre seit der Tat die Überprüfung von Beweisprozessen erschweren, ist Cullens Alltag die „Death Row“, ihre Wartezeiten, ihre „Henkersmahlzeiten“, die Gnadengesuche und das Fernsehen, die Proben, die Untersuchungen der Fairness von Gerichten, den manchmal rachemotivierten Auftritt der Familien der Opfer. Der Anwalt der Anklage wird als eine Person mit sadistischen Zügen porträtiert. Anwälte dürfen Mobiltelefone benutzen, während in Haftanstalten illegaler Kauf und Verkauf von u.a. Handys üblich ist. Der Tag der Hinrichtung trägt ein mediales Gewicht. Menschenleben retten bekommt eine neue zeitbedingte Bedeutung, während Freiheit in weite Ferne rückt.

Kiki: Durch das Räderwerk der Entscheidungen des Gouverneurs und der Bemühungen der Anwälte, die Vollstreckung des Urteils entweder zu beschleunigen oder aufzuheben ist die „Death Row“ die Versinnbildlichung einer Hölle.

3.000 Dollar bezahlt der Staat dem Strafverteidiger für die Verteidigung des Täters. Diese Summe, falls reell, konzentriert sich auf Minimalismus, der im Fall eines zu Unrecht Verurteilten wahrscheinlich Lücken offenlässt. Hinzu kommen Beweise auf der Basis vielerorts diskreditierter Quellen, die in den Judikativen mancher Staaten noch Verwendung finden; das Verschweigen entlastender Beweise, das Ersuchen von Meineid von einer unzuverlässigen Zeugin, Polizeifehler und Unwahrheiten in der Morduntersuchung u.a.

Kiki: Was wäre wenn die Strafverteidiger mehrerer minderjähriger schwarzer Straftäter körperlich und psychisch nicht in der Lage sind ihr Amt auszuführen?

Unorthodoxe Methoden, die der Anwalt der Verteidigung benutzt, die aufgrund des Rechtssystems wie im Kriminalroman geschildert unausweichlich sein könnten, um eine Lösung zugunsten des zu Unrecht Verurteilten herbeiführen zu können.

Kiki: Der Arbeitsbereich von Strafanwälten ist nicht auf einen Ort limitiert, die Frage, die sich stellt ist, ob dieser Bereich die Grenzen von Bundesstaaten überschreitet.

So eine Non-Profit wie „Guardian Ministries“ bekommt viel Post aus 50 Staaten und manchmal bleiben akute Kandidaten Jahre liegen, bis die Entscheidung gefällt wird, den Fall zu betreuen. Wie der Fall aus Seabrook, Florida. Dieser neue Fall, der drei Jahre auf dem Schreibtisch der „Guardian Ministries“ gewartet hat, ist Quincy Millers Petition, der verurteilt für den Mord an dem Anwalt Keith Russo lebenslänglich ohne Straferlaß sitzt; trotz seiner Bemühungen freigesprochen zu werden, bleibt Miller in Haft; er wendet sich schriftlich an die „Guardian Ministries“ und bittet sie um Aufnahme seines Falls. Es ist ein abgeschlossener Fall, daher sind die Chancen auf Wiederaufnahme und Freisprechung gleich Null. Cullen Post sagt, dass der Staat Florida sein Urteil hat im Falle Quincy Millers; der Staat Florida halte wenig von Protokollen als Beweise; Wahrheit sei für den Staat Florida irrelevant. Dieser Fall sei kein „Cold Case“. (zit. Cullen Post, in John Grisham, The Guardians, S. 46).  Die Hauptfigur Post ist mehr unterwegs als zu Hause, um die Leute kennenzulernen, die Hilfe und Beratung benötigen. Die Persönlichkeit des ehemaligen Sträflings in der Buchfigur von Francois Tatum als beratender Ermittler ist ein Charakter, der mehr als nur Oberfläche versteht und assistiert kompetent im Bereich zwischenmenschliche Kommunikation. Hinzu kommen Duke Russel, der seine coole Fassade so kurz vor der Hinrichtung, die am Ende verschoben wird, bewahren kann; Vicki Gourley, die Gründerin von „Guardian Ministries“, die auch zwanzig Jahre nach dem ersten Tag die Glaubensgrundsätze lebt; Terrence Lattimore, der schwarze Jugendliche, der der Vergewaltigung und des Mordes angeklagt wird und Cullen Post als Pflichtverteidiger indifferent betrachtet; Quincy Miller, der niemals aufgegeben hat, seine Unschuld beweisen zu wollen; Zeke Huffey, der am Zeugenstand aussagt, dass Quincy stolz auf seine Taten war; Tyler Townsend, Quincys Verteidiger, der jeden im Gerichtssaal attackiert und auf nicht schuldig plädiert hat, der erfolgreich ein zweites Leben beginnt; der forensische Wissenschaftler Dr. Kyle Benderschmidt, der „Guardian Ministries“ neben den anderen Beratern viel Geld kostet; der korrupte Sheriff Bradley Pfitzner, der seine Pensionierung geniesst, der wohlhabende alternde Kleinstadtjurist Glenn Colacurci, der ermordete Polizist Kenny Taft und seine große Familie oder der Gefängniswärter mit dem teuren Lebensstil Adam Stone und alle diese Buchcharaktere, die betont distanziert zur Geschichte stehen, aber trotzdem Teil der Erzählung bleiben durch genau dieses Unbeteiligtsein, wie z.B. die neuen Partner im neuen Leben der ehemaligen Zeugen.

Kiki: Lebensversicherung? Das ist ein Thema, das mehr hätte untersucht werden müssen.

Wie eine kleine Non-Profit arbeitet, die rehabilitierte Detektive beschäftigt; und die Frage der Komplikationen, weil ehemalige Zeugen ihre Vergangenheit in der neuen Umgebung verschwiegen haben. Minderheiten- und Mehrheitspopulationen in Kleinstädten gehören zu den Überlegungen, ob sie eine Rolle gespielt haben bei rassistisch motivierten Aktionen; beeinflussen letztere das Verhältnis bei einer Geschworenenkammer zwischen Weiß und Schwarz, das Verteilungen widerspiegeln könnte?

Drohungen von Ex-Mandanten werden einerseits nicht ernstgenommen, andererseits wird die Angst des Opfers vor diesem Mann thematisiert, wobei zu keinem Zeitpunkt die Polizei angerufen wurde. Ein belastender Gegenstand verschwindet vor dem Gerichtsprozess. Ein Belastungszeuge steht nicht unter Verdacht, eine Vereinbarung wegen mildernder Umstände getroffen zu haben. Das Wissen um eine Drogensucht am Zeugenstand bedarf der Gleichbehandlung, wenn es um die Glaubwürdigkeit mehrerer Zeugen geht. Vor allem in diesem Kontext, weil sie Drogennutzer waren zum Zeitpunkt der Zeugenaussage.

 

ANWÄLTE GERICHTSSÄLE GEFÄNGNISSE WIEDERAUFNAHMEVERFAHREN

Nuancen unterschiedlicher Verhaltensetiketten sind Part der Dialoge. Die Hautfarbe dominiert die Gedanken über Prozesse, Angeklagte und Geschworene, insbesondere aus der Perspektive der Verurteilung und der proportionalen Verteilung bei den Geschworenen.

Die Mehrheit der Briefe an die „Guardian Ministries“ stammt von verurteilten Straftätern, an deren Schuld kein Zweifel besteht. Die NGO im Kriminalroman entscheidet sich über die Aufnahme eines Häftlings, nach Kriterien wie bestehenden Zweifeln in Bezug auf ihr Verhalten nach der Freilassung gegen Belastungszeugen.

Kiki: Unterschwellige Vorurteile tauchen in der Sprache auf, Schwarz und Weiß positionieren sich kurz- und langfristig im Kontext.

Ein Anwalt, der am Beginn seiner Laufbahn steht und Erfahrung nicht vorweisen kann, darf nicht einen Mordfall übernehmen und den Angeklagten vertreten; genau dies geschieht im Fall Keith Russo, bei dem der Strafverteidiger neu war und gemilderte Umstände – keine Todesstrafe – erreichen konnte. Diese Tatsache wurde im Buch nicht angefochten vermutlich wegen der aggressiven Verteidigungsstrategie des Neulings.

In den 1980er Jahren gab es noch keine DNA-Ergebnisse und Urteile kamen u.a. kraft der Methoden vor der Einführung von DNA-Testresultaten zustande. Die Rekonstruktion ist schwierig und nicht alle Beteiligten haben Interesse, ihren Namen zu involvieren. Hinzu kommen Vorfälle, die den Entscheidungsprozess erschwert haben, wie z.B. Sachschäden das Polizeiarchiv betreffend, das u.a. Autopsieberichte, Zeugenaussagen, Fotos oder Beweisstücke enthielt.

Die Hauptbelastungszeugin ist die Frau des Angeklagten gewesen, deren Aussage Unsicherheiten enthielt. Die Vermutung, dass sie die Wahrheit ausgelassen hat, liegt nahe. Hinzu kommt die Möglichkeit, dass Karrierekriminelle Tauschhandel betreiben, in dem sie am Zeugenstand ihre Fantasie arbeiten lassen gegen die Reduzierung ihrer Strafe. Die unlauteren Methoden, die benutzt werden, schaden den Zweck, das Fragezeichen sitzt dort, wo der Verdacht auf Anstiftung zum Meineid ehemalige Zeugen und Polizisten/Gesetzesvertreter belastet. Der Vorwurf des Meineids betrifft hier Häftlinge am Zeugenstand, die Angeklagte belasten in diesem Kriminalroman. (zit. Cullen Post, in John Grisham, The Guardians, S. 51). Das Verjährungsrecht für Meineid ist in diesem Fall erloschen (John Grisham, The Guardians, S. 67). Die Funktion der eidesstaatlichen Erklärung wird im Falle einer Freisprechung deutlich; sie werden gesammelt, um sie z.B. gegen Falschaussagen zu verwenden.

Ein Alptraum der Ängste wird hervorgerufen. Der Verteidiger gerät kurzfristig als Angeklagter in einem Prozess, um den es um die Entwendung eines Details geht; dieser Prozess bekräftigt den Eindruck, dass in der einen oder anderen US-amerikanischen Kleinstadt Prinzipientreue gegen Laissez-faire kollidiert und ethische Maßstäbe das Prozedere ergänzen. Die mentalen Herausforderungen sind alltäglich.

Die Freisprechung ist nicht verbunden mit der Verurteilung des wahren Straftäters. Antrag (Petition) für post conviction relief wird vor dem Gericht des Bundeslandes gestellt, in dem sich der Antragsteller sich z. Zt. Befindet, nicht in dem Bundesland, wo er inhaftiert war. Prozesse zur Befreiung eines zu Unrecht Inhaftierten dauern lange. Die Zustände in den Haftanstalten werden ignoriert. Auf der Seite der Verteidigung sitzt der Staat.

Der Kriminalroman thematisiert Gefängnisse als profitorientierte Einrichtungen verwaltet von einer Korporation außerhalb des Staates, welches Folgen hat wie schlecht bezahlte Wärter, Qualitätsverlust in der Küche, Hygieneengpässe bei den Sanitäreinrichtungen und Reduzierung der medizinischen Vorsorge. Gefängnisse sind ein großer Arbeitgeber für jede Gemeinde, die eine Einrichtung unterhält. 2.000.000 sind in Haft, 1.000.000 Arbeitnehmer, 80 Billionen Steuergelder. (zit. Cullen Post, in John Grisham, The Guardians, S. 99). Amerikanische Bundesstaaten führen eine Segregation der Sexualstraftäter, wie z.B. Virginia im Buch. In Grishams Kriminalroman wird die Meinung vertreten, Frauenhaftanstalten zu schließen. Cullen Post hat eine weibliche Mandantin, einen fast hoffnungslosen Fall, die in der „Death Row“ sitzt. Bundesstaaten wie North Carolina schicken ihre weiblichen „Death Row“ Inhaftierten in eine ausgewählte Haftanstalt.

Kiki: Je höher der Wert des Potentials des Wiederaufnahmeverfahrens, desto möglicher die Involvierung eines renommierten Juristen. In diesem Buch war es eine kleine NGO und ihr engagiertes Team, die die Freisprechung eines zu Unrecht Verurteilten erreicht haben.

Bezahlung der Gefängniswärter im landwirtschaftlichen Teil Floridas ist ein Thema; Korruption in Haftanstalten zwischen Drogen-, Wodka-, Porno- und Handyverkauf. Es wird ein Weg für das Personal, den bescheidenen Stundenlohn aufzustocken, präsentiert; Ecken im Gefängnishof, die nicht mit einer Kamera versehen sind. Die Lebenssituation unterbezahlter Wärter weist auf Stils oberhalb ihrer Verhältnisse hin. Das Sicherheitspersonal in dem Krankenhaus, in dem verletzte Häftlinge liegen ist 4:1 (4 bewaffnete Wachleute, 2 aus dem Gefängnis, 2 aus dem Krankenhaus, 1 Patient).

Routen werden absolviert, die sich abseits der Großstädte erstrecken. Viele der besprochenen Fälle berühren die Bundesebene und schalten das Federal Bureau of Investigation ein; Abhörmechanismen werden verwendet, Einschüchterungsstrategien werden eingesetzt, Handys werden konfisziert im Rahmen von „Deals“ mit den Wachmännern, um Beweise verfügbar zu machen. Die Auftraggeber bleiben im Dunkeln. Die Nutzung von Wegwerfhandys scheint eine Sicherheitsmaßnahme von Leuten zu sein, die ihre Spuren verwischen wollen. Wirtschaftsprüfer sind ihnen auf der Spur.

30 Tage Zugang zu einem privaten Chat-Room mit einer Kreditkarte, wo Nachrichten vertraulich, vorübergehend und unaufspürbar sind.

Oft ist die Rede vom Drogenkartell und seinen Auftragsarbeiten. Beteiligung der Aryan Deacons, die ein Ableger der „Aryan Brotherhood“ (zit. John Grisham, The Guardians und Wikipedia) sind an dem Angriff gegen Quincy Miller und Beziehungen zu mexikanischen Drogenkartells. Diese rechtsextremen Gruppen protegieren einander und halten dicht. Sollte der Häftling keine Verwandten haben oder solche, die aufgrund der Entfernung nicht kommen können, hat im US-Bundesstaat Florida der Gefängnisdirektor das letzte Wort über maschinelle Unterstützung der Organe, wenn der Inhaftierte nach einem Angriff im Gefängnis lebensgefährlich verletzt wurde. (zit. John Grisham, The Guardians). Der Traum von Freiheit und der Wunsch der Non-Profit-Organisation, dem Inhaftierten zu helfen, hat Quincy Miller in ein Ziel verwandelt und gleichzeitig den Angriff auf ihn suspekt gemacht.

Die Vorhersehbarkeit der Aussichtslosigkeit führt dazu, aus einem einzigen Fall mit positivem Ausgang Hoffnung für die anderen Fälle zu schöpfen, die auf Wiederaufnahme des Verfahrens warten. Eine Freisprechung bekommt die Aufmerksamkeit der lokalen Öffentlichkeit. Manche Antragsteller sind jung genug, ein neues Leben zu beginnen.

Manchmal lässt man die Untersuchung beenden, weil der inhaftierte Antragsteller stirbt, bevor sie abgeschlossen wird. Gefahr droht, dass manche Antragsteller Opfer einer Gewalttat im Gefängnis werden; ihr Tod beendet die Untersuchung.

Nachträgliche Kooperation von Inhaftierten inklusive dieser in Isolationshaft, um die Freisprechung eines Unschuldigen zu erreichen. Ehemalige Belastungszeugen und Menschen, die sie kennen, gehören zum Schema. Es wird Kritik gegen Pseudowissenschaften am Zeugenstand geübt.

FAZIT

John Grisham lässt sein Sprachrohr Cullen Post erzählen über die Funktion von Sachverständigen in den 80er und 90er Jahren vor dem DNA-Test; skeptisch bis kritisch betrachtet er auf Fotos basierenden Zeugenaussagen, die Glaubwürdigkeit wird in Frage gestellt. Sachverständige für die Anklage überwiegen, während Sachverständige für die Verteidigung teuer sind. Die Zeugenaussage des Sachverständigen als unglaubwürdig zu beweisen in einem erneuten Verfahren ist teuer. Kriminologen sind kostspielig, besonders seit Arbeit für die unschuldig Verurteilten ihre Dienste benötigt. Der Autor legt den Finger auf die Wunde des Systems vor und nach Urteilen in Strafgerichtsprozessen und bezieht sich ebenfalls auf das Strafvollzugsrecht.

Kiki: Dramatisch, gefühlvoll, atmosphärisch, jede Seite ein Schauplatz.

Ein bisschen Voodoo und eine heruntergekommene Immobilie nehmen uns mit zu einer Reise in die Ahnengeschichte von Floridas schwarzen Einwohnern, die im 21. Jahrhundert fest an Aberglaube hängen, jedenfalls in „The Guardians“, und Angst in Aggression umwandeln (zit. John Grisham, The Guardians, Dell 2020, S. 354-360), aber vor allem Menschlichkeit das letzte Wort hat.

Die Geschichte verknüpft die Orte mit ihrer Atmosphäre in wenigen Zeilen, persönlich und prägnant. Es werde Buchfiguren mit ihrem Auftreten und dem Ort, wo sie leben, verbunden im Kontext ihrer Vergangenheit. So zum Beispiel steht der Angeklagte im Kontext einer Stadt: Schwarzer Mann in einer weißen Kleinstadt, das ist Quincy Miller, der Mandant von „Guardian Ministries“, eine Kleinstadt, die sich eventuell nicht gern an die Konfrontation erinnert.

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